LSD zur Suchtbekämpfung

LSD

Eines der potentesten Halluzinogene zur Behandlung von Suchtkrankheiten? Eine neue Studie der Universität Trondheim schlägt exakt das vor.

Eine norwegische Forschergruppe hat Daten zu den Auswirkungen der Droge auf Suchterkrankungen ausgewertet, die in den 1960er und 1970er Jahren gesammelt wurden. Diese resultieren auf den Beobachtungen an 536 Teilnehmern, bei denen die Konsumenten von LSD weitaus weniger Neigung zum Alkoholmissbrauch zeigten. Diese Ergebnisse decken sich mit Vermutungen aus den 1950er Jahren, als Psychiater vorschlugen, LSD zur Behandlung von Alkoholismus heranzuziehen.

Tatsächlich gab es in den letzten Jahren vermehrt Versuche, Drogen zur Suchtbekämpfung zu nutzen. Hierzu gehörten Ayahuasca – gegen Drogen- und Alkoholabhängigkeit – sowie Psilocybin zur Bekämpfung des Verlangens nach Zigaretten. Beide verzeichneten gewisse Erfolge.

Es bleibt aber immer noch unklar, wie Psychedelika solche Wirkungen erzielen, eine Vermutung ist ein Effekt auf biologischer als auch psychologischer Ebene. Laut Robin Carhart-Harris, einem Psychopharmalogen des Londoner Imperial College, haben Halluzinogene auf das Hirn eine dem Schütteln einer Schneekugel ähnlichen Effekt: Das Gehirn arbeitet für kurze Zeit chaotischer, Verbindungen und Dynamiken im Gehirn werden geschwächt. Ob LSD – oder ein anderes Halluzinogen – der effizienteste Weg zur Behandlung von Suchterkrankungen ist, bleibt aber fraglich. [Nature; Foto:Shutterstock]

[Oliver Schwab / Jamie Condliffe]

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