Ausprobiert: Bildbearbeitung iPhoto auf dem iPad

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Apple hat parallel zum iPad 3 erstmalig eine iOS-Version des Bildbearbeitungsprogramms iPhoto veröffentlicht, das bislang nur unter Mac OS X verfügbar war. Wir haben uns angesehen, was dieses oberflächlich sehr hübsche Programm kann.

iPhoto ermöglicht es, Bilder zu beschneiden, ihren Kontrast zu ändern, tolle „Antik-Bilder“ ähnlich wie mit Instagram zu machen und andere, einfache Manipulationen vorzunehmen. Das schafft das Programm auch. Allerdings nicht besonders gut.

Die Featurelisten sind schlecht verteilt, die Menüs inkonsistent aufgebaut. Es ist oft nicht klar, wohin man gucken muss, um die passende Funktion ausfindig zu machen. Weshalb man bei der Bearbeitung die Fotos nicht im Vollbildmodus betrachten kann, ist ein Rätsel. Vielleicht geht es – aber wir haben dazu keine Funktion gefunden. In der Desktopversion von iPhoto geht es problemlos. Die Benutzeroberfläche mag schick aussehen, aber die iPad-Version zwingt den Anwender, sich extensiv mit den Menüs auseinanderzusetzen. Zum Bearbeiten der Bilder bleibt da kaum noch Zeit.

Und das konterkariert die ureigenste Eigenschaft des iPads. iPhoto ist nicht intuitiv, jede Aktion ähnelt einer Jagd nach den passenden Funktionen. Die Oberfläche mag da noch so hübsch sein, aber irgendwann nervt es.

Die Ergonomieprobleme rühren von Apples Versuch her, alles in der App echten Gegenständen nachzuempfinden. Die Fotoalben liegen zum Beispiel auf einem grünlichen Glas, das wie ein Art Deco Möbel aus einem schicken Strandhaus aussieht. Die Effekte werden auf Farbfächern präsentiert, die ins Bild eingeblendet werden. Die Journale, die man wie ein Bilderbuch zusammen stellen kann, sind ähnlich übertrieben gestaltet.

Es gibt zahlreiche Apps, die ähnliche FUnktionen wie iPhoto bieten, die nicht nur günstiger oder ähnlich teuer sind. Selbst wenn man einmal die Ergonomiefragen beiseite lässt, ist iPhoto auf dem Mac einfach erheblich besser als die iPad-Ausgabe. Wer hofft, die gleichen, gut gemachten Funktionen von der Mac-Software auch auf dem Tablet vorzufinden, dürfte enttäuscht sein.

Unsere US-Kollegen haben ein Video zum iPhoto auf ihrer Website veröffentlicht, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Sam Biddle / Andreas Donath

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  1. Das ist nicht die normale Apple Qualität, die man kennt. Bei iPhoto für iOS habe ich das Gefühl, dass das bei einer anderen Firma in Auftrag gegeben wurde. Der Apple Style Guide lässt sich nur schwer erkennen. Der Button Bearbeiten ist auf manchen Seiten zu klein und zeigt den deutschen Text mit Punkten an. Das Zahnrad für weitere Einstellungen taucht mal oben auf, mal wird er unten angezeigt, usw.

    Was mich aber an iPhoto für iOS am meisten stört, sind folgende Punkte:

    a) Warum heißt die App überhaupt iPhoto? Ich seh da keinen Bezug zu iPhoto auf dem Mac. iPhoto auf dem Mac dient dazu seine Fotos zu verwalten. Wo ist die Albumverwaltung in iPhoto für iOS?

    b) Warum sehen die Icons in der Mac Version komplett anders aus? Wer iPhoto auf dem Mac kennt findet keine Ähnlichkeit zu der iPad Version.

    c) Bearbeitunsfunktionen die man bei iPhoto auf dem Mac kennt fehlen, dafür gibt es bei iOS neue, die man auf dem Mac gar nicht hat.

    d) Die Karten sind ein Graus. Ich kann nicht wie bei iPhoto auf dem Mac Orte zuweisen. Unter Information bekommt man nur die Kartenansicht, wenn das Foto mit GPS Koordinaten aufgenommen wurde bzw man die mit einem anderen Programm zugewiesen hat.

    e) Kein Google Maps!!! iPhoto auf dem iPad benutzt OpenStreetMap Karten. Unter Journals eine Karte zuweisen geht, auch wenn die Fotos ohne GPS aufgenommen werden. Eine Suchfunktion um Orte zu finden sucht man aber vergeblich. Man fängt bei der Weltkarte an und scrollt, zoomt, scrollt und zoomt weiter. Bis man sich wundert warum man nicht tiefer reinzoomen kann. Das liegt dann wohl an OpenStreetMap. Kein Satellitenbild, nur Strassen und das auch nur bis zu einem gewissen Zoomfaktor.

    f) Keine RAW Bearbeitung und spätere Nachbearbeitung auf dem Mac möglich. RAW lassen sich zwar importieren, die iPad Version benutzt aber die eingebetteten JPEGs zur Anzeige und zum Bearbeiten. Man importiert dann zuhause die unbearbeiteten RAWs oder die bearbeiteten JPEGS. Bearbeitungseinstellungen werden nicht übernommen.

    g) Bearbeitete Bilder lassen sich zwar löschen, ihr Bild wird aber weiterhin im Ordner „Bearbeitet“ angezeigt bzw in dem Icon. Bisher habe ich noch keinen Weg gefunden, die Fotos endgültig zu löschen.

    h) Es werden nur Fotos bis zu 19MP unterstützt! Viele Kameras haben Sensoren, die deutlich mehr Pixel aufnehmen.

    Von iPhoto für iOS bin ich richtig enttäuscht. Woher der Name iPhoto kommt weis ich nicht. Weder von der Bedienung, den Funktionen noch den Import- und Weiterbearbeitungsmöglichkeiten lässt sich ein Bezug zum großen Bruder erkennen.
    iPhoto für iOS ist ein nettes Fotobearbeitungstool. Wer mit seinem iPhone und iPad Fotos macht wird begeistert sein. Wer eine DSLR besitzt und iPhoto oder Aperture auf seinen Mac kennt, der wird enttäuscht sein.

    1. Hättest du den letzten Absatz zuerst geschrieben, hättest du dir und allen anderen dein endloses Gejammer ersparen können. Tja, dumm gelaufen. :D

      1. Das ist kein Gejammer, sondern die Erfahrung die man als jahrelanger Benutzer von iPhoto und Aperture macht, wenn man iPhoto für iOS ausprobiert. Ich bin Apple Fan und wenn ich mal was kritisches über die Software äußer dann ist das sehr selten. Aber hier muss ich wirklich sagen, iPhoto hat mich enttäuscht.

        Wenn dir die ausführlichen Gründe nicht passen, dann schreib selbst mal deine Erfahrungen mit dem Programm. Wenn du das nicht kannst, dann verkneif dir die Kommentare und hör auf die Leute zu bashen, die sich die Mühe machen ihre Eindrücke zu der Software mit anderen zu teilen.

        Tja, dumm gelaufen dein Kommentar :D

    2. das mit der relativ geringen Auflösung (Zoomlevel 14) liegt daran, dass Apple’s Renderer aus den OSM-Daten nicht detailliertere Karten erzeugt. Diese Entscheidung liegt beim Karten-Hersteller – hier Apple – und nicht beim Datenlieferanten – hier OpenStreetMap.

      Jedes weiteres Zoomlevel vervierfacht die vom Kartenserver zu erstellenden Tiles, was nicht nur den benötigten Platz sondern auch die benötigte Rechenleistung der Server beansprucht. „Unsere“ Karten haben in der Regel das Zoomlevel 18, was die 256-fache Datenmenge bedeutet.

      Alledings halte ich die relativ geringe Auflösung für akzeptabel, da es bei der Anwendung mehr darum geht, ein Photoalbum zu organisieren („Hier hab ich das Photo gemacht“).

  2. OMG GIZMODO,

    das is ein Artikel mit komischen Fehlern. Ihr erfindet Worte, die ich noch nie gehört habe.

    „inkonsitent“ – Was soll das bedeuten?
    „extensiv“ – Was soll das bedeuten?
    „konterkariert“ – Was soll das bedeuten?

    Bitte noch berichtigen.

    1. „inkonsistent“ – Was soll das bedeuten?

      In sich nicht stimmig

      „extensiv“ – Was soll das bedeuten?

      Umfassend

      „konterkariert“ – Was soll das bedeuten?

      Vereiteln

      1. danke für die Aufklärung.
        Jedoch ist es schon komisch, dass gizmodo auf einmal solche Wörter verwendet. Ich denke, dass sehr viele der Leser hier, keine Ahnung hatten, was diese Worte bedeuten sollen.
        Ich denke, dass gizmodo einfach mal zeigen wollte, dass sie auch solche tollen Wörter kennen.

  3. Es gibt doch auch die Funktion zum Veröffentlichen der Fototagebüchern auf iCloud. Kann jemand dazu was sagen, wie gut das funktioniert? Videos kann man da nicht reinmachen oder?

  4. Ich habe da mal ein kleines Script für Greasemonkey (Firefox) bzw. Tampermonkey (Chrome) zusammengebaut, das eine halbwegs vernünftige Galerie bei Gizmodo einbindet. Das Gejammer hier nach einer vernünftigen Galerie dauert ja schon ewig, aber es tut ja bei Gizmodo keiner was. Da muss man sich halt selber helfen. Viel Spaß damit…

    Zu finden unter userscripts.org/scripts/show/127153

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