Tiwi – Wie man der Freude am Fahren ein Ende bereitet

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Moderne Technik im Auto kann dabei helfen, Unfälle zu vermeiden und das Fahrerlebnis insgesamt komfortabler und sicherer zu gestalten. Was dabei aber herauskommt, wenn es mit dem Einfluss der Technik übertrieben wird, zeigt sich für mich klar und deutlich in Tiwi - dem Fahrassistent, nach dessen Einbau man besser gleich den Bus nehmen sollte. Grundsätzlich ist der Gedanke hinter der kleinen schwarzen Box kein schlechter: Tiwi soll dabei helfen, die Sicherheit des Fahrers zu erhöhen, indem es unter anderem Geschwindigkeit, Position und Fahrstil überwacht. Ganz genau - den Fahrstil, und damit fängt es auch schon an. Tiwi kann nämlich noch viel mehr: Besorgten Eltern verschafft es beispielsweise die Möglichkeit, ihrem über den neu errungenen Führerschein glücklichen Kind jede Freude am Fahren zu nehmen.

Möglich wirds durch den imensen Funktionsumfang des kleinen Mentors: Einmal konfiguriert und an die Windschutzscheibe geheftet, überwacht Tiwi was es nur kann – als da wären die aktuelle Geschwindigkeit verglichen mit der höchst zugelassenen der aktuellen Staße, den Fahrstil, das Bremsverhalten und sogar die Ankunft an einem zuvor als Ziel bestimmten Ortes, natürlich nicht ohne dabei die gewünschte Ankunftszeit mit der aktuellen Zeit abzugleichen. Damit auch wirklich jede Privatsphäre verloren geht, verständigt euch Tiwi sofort, wenn etwas nicht stimmen sollte, und um ganz sicher zu gehen dass euer Kind den Bus nimmt, dürft Ihr vor Abfahrt sogar noch eine beliebige Höchstgeschwindigkeit angeben.

Soviel Überwachung hat natürlich seinen Preis: Mindestens $299 Dollar soll der Kasten wert sein, der günstigste Tarif zieht euch über 3 Jahre hinweg monatlich $39 aus der Tasche. Zu den Anschaffungskosten gesellen sich zudem die Nerven und das Vertrauen in eure Sprößlinge, deren Unbezahlbarkeit wohl jedem bewusst sein dürfte.

[Tiwi]

  1. Das ist ja Praktisch, zu hause geht die rote Rundumleuchte an wenn Sohnemann wieder der Gasfuß juckt und dann mööööp Vati regelt runter……………schon scheiße wenn Sohnemann grad ein Überholmanöver macht und dann nicht mehr weiter überholen kann, weil der Kasten ihn bremst :-D

  2. An sowas musste ich schon so oft denken. Dann wäre das Autofahren nicht jeden Tag sowas wie ein Himmelfahrtskommando. Allein der Gedanke, dass sowas aufgezeichnet wird, behält der Fahrer dann immer im Hinterkopf.
    Manchmal kotzt mich der Verkehr schon an aber um ehrlich zu sein, trage ich auch keine absolut reine Weste.

  3. “Himmelfahrtskommando”
    Wo fährst du denn? Ich komme vill 1x in 2 Monaten in eine Kritische Situation, die ich aber auch durch Praxis entschärfen kann die ich durch unvernünftige Fahrweise in jungen Jahren gelernt/trainiert habe.

    Meine Jährliche Fahrleistung beträgt vill 15.000 Kilometer also net allzu wenig.

  4. Für die Fahrer ist es allgemein von Vorteil wenn so viel wie möglich aufgezeichnet wird.
    Dann kann man beim Unfall beweisen, dass man vernünftig gefahren ist und keine Schuld daran hat. Aber dazu muss es schon tief implementiert sein, damit es auch solche Infos wie Blinker setzen aufzeichnet. Ohne dem kann man beim Unfall nur so viel wie möglich an Fotos machen.
    In Krankenwagen usw. ist eine solche black box standartmäßig verbaut, bei den Privatfahrzeugen sträuben sich die Versicherungen dagegen, da dann seltener die Schuldfrage ungeklärt bleibt und somit seltener der Schaden auf die Fahrer aufgeteilt wird.
    In Russland setzen sich übrigens viele Fahrer freiwillig Kameras ins Auto, da das dortige Fahrniveau anscheinend deutlich “robuster” ist. Dort hat man die wirklichen Himmelfahrtkommandos!

    Was gar nicht geht, ist dass diese Daten von anderen ausgewertet werden. Ich muss doch selbst verantworten wie ich fahre. Währe ja noch schöner wenn die Eltern oder die Frau jedes mal ne SMS bekommen:”Ihr Sohn/Ehemann fährt zu schnell!” Reicht doch wenn etwa einmal pro Jahr das Foto mit Zahlungsaufforderung ins Haus flattert. ;)

  5. Schwachsinn. Totale Überwachung für null Sicherheitsgewinn. Seit wann lebt/arbeitet/handelt man besser wenn man der totalen Überwachung ausgesetzt ist? so ein Kasten kommt mir nicht ins Auto, meinen Kindern würde ich sowas nicht antun. Ausser in Syrien sollten solche Systeme nirgends Platz haben.

    Die Informationen kann man auch so erlangen nach einem Unfall.

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