Microsoft möchte beim neuen HTTP 2.0 etwas beisteuern

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Microsoft hat vor, das Internet zu beschleunigen. Das Unternehmen möchte seine Vorschläge für ein Protokoll für schnelles Internet bei der Internet Engineering Task Force (IETF) einreichen und somit die Entwicklung des neuen HTTP 2.0 Protokolls unterstützen.

Das ist auch genau der richtige Zeitpunkt dafür, denn die IETF trifft sich diese Woche, um die Zukunft des ehrwürdigen Hypertext Transfer Protocol (HTTP) zu besprechen. Auf der Tagesordnung steht die Entstehung von HTTP 2.0, welches einen schnelleren und moderneren Ansatz für die Internetkommunikation darstellt.

Ein Kandidat für HTTP 2.0 ist das SPDY (ausgesprochen: Speedy) Protokoll von Google. Dieses würde das HTTP-Protokoll ersetzen, das als die aktuelle Sprache verstanden werden kann, mit der der Browser mit dem Server kommuniziert. Wenn man eine Webseite oder eine Datei bei einem Server anfordert, benutzt der Browser aller Wahrscheinlichkeit HTTP für diese Anfrage. Der Server antwortet ebenfalls über HTTP.

Das Protokoll von Google übernimmt genau die gleichen Aufgaben wie HTTP, erledigt diese jedoch in der halben Zeit. Sowohl Chrome als auch Firefox unterstützen SPDY und einige große Seiten wie Google und Twitter bieten mittlerweile auch Webseiten über SPDY an.

Ein Teil der Tagesordnung der IETF diese Woche ist den SPDY Vorschlag und die Möglichkeit es als Standard festzusetzen, zu besprechen. Doch nun schlägt Microsoft etwas anderes vor, das die IETF ebenfalls in Betracht ziehen sollte.

An sich fehlt Microsofts neuem „HTTP Speed+Mobility“ ein eingängiger Name, aber sonst scheint es den gleichen Bereich abzudecken wie SPDY. Obwohl die Angaben über dieses Protokoll recht mager sind, baut HTTP Speed-Mobility laut einem Blog-Post auf SPDY auf und enthält einige Verbesserungen, die bei der Arbeit mit der HTML5 WebSockets API entstanden sind. Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht nur auf Browsern, sondern auch auf mobilen Anwendungen.

„Wir denken, dass Apps – nicht nur Browser – schneller werden sollten“, schreibt Jean Paoli von Microsoft.

Um dies zu erreichen, beginnt das HTTP Speed+Mobility bei Googles SPDY und allem, was bisher bezüglich WebSockets erreicht wurde. Immer noch unklar ist, wo genau Microsofts HTTP Protokoll bei dieser Hybridform beginnen will.

Doch offensichtlich ist das Speed+Mobility nicht ganz gegensätzlich zu SPDY. „SPDY hat einen tollen Job geleistet und die große Bedeutung der Internetperformance deutlich gemacht“, schreibt Paoli. „Unsere wesentliche Abweichung von SPDY ist der Versuch die Anforderungen von mobilen Geräten und Anwendungen zu thematisieren.“

Der SPDY Mitentwickler Mike Belshe schreibt bei Google+, dass er die Bemühungen von Microsoft sehr begrüßt und sich auf Open Source Implementierungen freut, die wir alle bewerten können.“

Belshe merkt auch an, dass Microsofts Aussage über SPDYs fehlenden Bezug zu mobilen Geräten nicht stimme. Laut ihm deutet alles darauf hin, dass die Entwickler in der Regel mit SPDY in mobilen Apps zufrieden sind, „doch es kann natürlich immer besser sein“.

Der Prozess einen schnellen HTTP-Ersatz zu entwickeln bedeutet nicht, sich einen der Vorschläge herauszupicken und diesen zum Standard zu erklären. Hoffentlich wird die IETF die besten Ideen von allen sammeln und daraus ein einziges Protokoll erstellen. Die genauen Details über Microsofts HTTP Speed+Mobility werden noch erwartet, aber je mehr Input die IETF bekommt, desto besser wird das HTTP 2.0 wahrscheinlich sein. [Scott Gilbertson-Wired/Helene Gunin]

[via webmonkey.com]

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