Überwachung einmal anders – Withings Smart Baby Monitor

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Babys sind absolut hilflos - sie benötigen Zuwendung, Nahrung und Wärme. Wenn diese Bedürfnisse in der Nacht oder zwischen andern Schlafphasen entstehen, müssen die Eltern sich kümmern. Hier hilft Überwachungstechnik, die sonst verpönt ist.

Natürlich kann man sein Kind auch akkustisch mit einem Babyphone überwachen oder einfach die Tür soweit auflassen, dass man das Kind schreien hört. Aber mit dem Withings Smart Baby Monitor kann man sein Baby geekgerecht überwachen. Das Gerät übermittelt nicht nur ein Videobild und den Ton sondern auch die Raumtemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit. Und das allerbeste: Man kann aus der Ferne eingreifen.

Withings kündigte seine Überwachungstechnik für Babys erstmals Anfang 2011 an. Doch erst jetzt kommt das Gerät auf den Markt. Wer bis hierhin gelesen hat, wird sich fragen, was dieses Gerät kann. Wir haben es ausprobiert.

Es ist nicht zwangsweise erforderlich, sein Kind zu überwachen, aber viele Eltern wollen es so. Die meisten Videolösungen für diesen Zweck kranken an einem Designfehler. Sie funktionieren nur im heimischen LAN. Außerdem funktionieren sie nicht mit den Bildschirmen, die im Haushalt vorhanden sind. Wäre es nicht schön, wenn das Bild des schlafenden Babys auf dem Computerdisplay oder dem iPhone oder iPad zu sehen wäre?

Der Withings Smart Baby Monitor kann das Kind auf vielerlei Art und Weise überwachen. Die Kamera ist ein Nachtsichtgerät und außerdem sind Sensoren für die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sowie ein Mikrofon eingebaut. Das System funktioniert mit iOS-Geräten und ermöglicht eine Zwei-Wege Kommunikation. Ein Lautsprecher ist also ebenfalls eingebaut. Das ist ein gewaltiger Vorteil gegenüber traditionellen Lösungen, die lediglich die Geräte übermitteln, die das Kind macht. Ein beruhigendes Wort der Eltern bringt jedoch so manches Kind wieder zum Schlafen. Über das iPhone lässt sich gar Musik übertragen. Die Einrichtung des Withings Smart Baby Monitors geht leicht von der Hand und das Gerät sieht sogar recht hübsch aus.

Für die Inbetriebnahme muss man die Kamera nur in die Steckdose stecken und per Bluetooth mit dem eigenen iOS-Gerät verbinden. Die App für das iPhone ist ebenfalls in wenigen Sekunden installiert.

Die Bedienung ist eigentlich selbsterkärend. Man muss die Kamera auf das Bettchen ausrichten. Eine Halterung ist im Lieferumfang enthalten. Die Kameraelektronik erkennt Umgebungslicht und schaltet automatisch eine Infrarot-LED an, wenn das Raumlicht ausgeschaltet wird.

Der Withings Smart Baby Monitor und seine Sensoren können vom Anwender auf ihre Empfindlichkeit hin justiert werden. So lässt sich ein Geräuschpegel einrichten, ab dem das Gerät Alarm schlägt. Gleiches gilt für die Bewegungserkennung, Temperatur und Luftfeuchte. Die Nachrichten erreichen die Eltern per Push-Nachricht.

Man sollte sich hüten, den Bewegungsmelder wirklich scharf zu schalten, weil Kinder sich im Schlaf ständig bewegen. Ein gutes Mittelmaß sind 5 Minuten ständiger Bewegung. Erst dann sollte der Alarm ausgelöst werden.

Neben dem Lautsprecher kann auch ein kleines Nachtlicht aus der Ferne aktiviert werden. Das und die Lautsprecherwiedergabe sind Garanten dafür, die Aufmerksamkeit des erwachten Kindes zu gewinnen.

Was uns gefällt

Die einfache Bedienung und der extrem leichte Aufbau des Geräts begeistern. Die iPhone-App ist intuitiv nutzbar und sofort einsatzbereit. Es is auch sehr einfach, weitere Anwender für die Überwachung freizuschalten. Das ist besonder sinnvoll, wenn zum Beispiel einmal die Großeltern auf das Kind aufpassen sollen. Auch die Alarmszenarien sind in Windeseile eingerichtet.

Mit diesem System kann jeder sein Kind von überall auf der Welt überwachen. In aller Regel wird es zwar das Nachbarzimmer sein, aber das sei jedem selbst überlasen. Natürlich kann man sein Kind auch vom Arbeitsplatz aus überwachen oder den Babysitter kontrollieren.

Die App funktioniert auf Wunsch übrigens wie ein Babyphone, selbst wenn sie nur noch im Hintergrund läuft. Sämtliche Geräusche werden dabei ohne Unterbrechung zum iPhone übertragen. Diese Funktion lässt sich jederzeit zugunsten der selbst zu konfigurierenden Alarme abschalten.

Die Luftfeuchtigkeitsüberwachung mag im Winter interessant sein. Bei beheizten Räumen passiert es bei mangelnder Belüftung leicht, dass sich die Luftfeuchtigkeit reduziert. Dann sollte man einfach lüften oder wenn vorhanden den Luftbefeuchter einschalten.

Was uns nicht gefällt

Leider lässt sich die Kamera nich aus der Ferne steuern. Gerade bei recht großen Bettchen kann es passieren, dass das Kind aus dem Sichtbereich der Kamera rollt. Ein motorbetriebenes Stativ oder eine bessere Weitwinkeloptik wären toll.

Außerdem könnte der Nachtsichtmodus wesentlich heller sein. Ein weiteres Ärgernis ist die Gebührenstruktur des Anbietrs. Man kriegt pro Tag nur 15 Minuten kostenlose Überwachungszeit per WLAN. Danach muss man für weitere 100 Minuten 5 Euro zahlen. Klar reichen für kurze Checks 15 Minuten locker aus, aber die Gebühren erscheinen uns doch recht hoch. Wer Bluetooth nutzt, zahlt nichts, muss aber mit der geringen Reichweite leben. Die Beschwerdeliste enthält noch einen weiteren Punkt: Die Buttons des iPhone-Interfaces reagieren recht träge.

Fazit

Der Withings Smart Baby Monitor ist mit Abstand die beste Baby-Überwachungstechnik, die es derzeit gibt. Das System ist einfach zu benutzen, ist zuverlässig und ermöglicht die Einbindung des iPhones. Wir empfehlen es uneingeschränkt für diejenigen, die eine Videoüberwachung wollen.

Aber braucht man wirklich eine dedizierte Baby-Überwachungsanlage? Reicht nicht eine einfache Überwachungskamera für den Heimgebrauch aus? Die meisten dieser Geräte sind nachtsichtfähig. Leider fehlen ihnen die Zwei-Wege-Tonübertragung, das Nachtlicht und die Luftfeuchtigkeitsüberwachung. Für die meisten Leute ist jedoch die Konfiguration einer IP-Kamera eher mühsam. Wer eine Lösung sucht, die für den Anwendungszweck abgestimmt und leicht zu bedienen ist, findet im Withings Smart Baby Monitor eine sinnvolle Lösung.

Withings Smart Baby Monitor
Preis: 300 Euro
Video: 3 Megapixel mit Infrarot LED
Audio: Mikrofon und Lautsprecher
Netzwerk: Ethernet, Bluetooth, WLAN 802.11 b/g/n

[Mat Honan / Andreas Donath]



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  1. Habe das Gerät seit einem Monat im Einsatz. Solange man das Babyphone über Bluetooth/LAN oder WLAN zu Hause nutzt entstehen keine weiteren Kosten.
    Lediglich die Nutzung aus der Ferne ist auf 15 Minuten am Tag limitierrt und darüber hinaus kostenpflichtig.

  2. Wennes wirklich nur mit Bleutooth ginge wäre es bescheuert, die Reichtweite von Bluetooth ist nicht besonders groß, so das man das baby ohnehin Hören oder Sehen könnte von dieser Reichweite aus, da brauchs dann auch nicht so ein Geektool. Wenn man es aber sogar über die Ferne benutzen kann schätze ich ist dort eine extra Simkarte von nöten oder?

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