AKG K495 NC – Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung

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Wenn man tragbare Kopfhörer richtig testen will, dann schleppt man sie am besten den gesamten Tag mit sich herum, um ihre Schwächen aufzudecken. Das haben wir auch mit den neuen AKG K495 NC gemacht. NC steht für Noise Canceling (Geräuschunterdrückung) und soll Außengeräusche durch Gegenschall auslöschen. Wir haben getestet, ob das funktioniert und der Kopfhörer den harten Belastungen des Alltags standhält.

Der AKG K495 NC ist ein sehr ansehnlicher geschlossener Kopfhörer, der ungefähr genau so viel kostet wie die populären Bose QuietComfort 3, die ebenfalls mit einer Geräuschunterdrückung ausgestattet sind. Eigentlich wollte AKG das Modells schon im März auf den Markt bringen, doch nun wird es vermutlich erst Ende April 2012 werden.

Die Kopfhörer sind für alle gedacht, sie Musik in lauter Umgebung hören wollen. Das sind vornehmlich Flugreisende aber auch diejenigen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Die Kopfhörer sind so robust gebaut, dass man sie ohne Schutzhülle in die Tasche stecken kann.

Der AKG K495 NC ist recht kompakt und wiegt mit 235 Gramm nicht zu viel. Der metallene Kopfbügel lässt sich einfalten und die Hörmuscheln einklappen. Dank des Faltmechanismus passen sie auch recht gut in eine Umhängetasche ohne zuviel Platz wegzunehmen.

Die aktive Geräuschunterdrückung wird nicht etwa mit einem einfachen Schalter aktiviert sondern mit einer Drehbewegung der linken Hörmuschel. Ein eingebauter Akku sorgt für die Stromversorgung dieser Funktion. Er wird wahlweise mit einem Netzteil oder über USB wieder aufgeladen. Im Gegensatz zu den Bose-Kopfhörern arbeitet die Kopfhörerfunktion des AKG aber auch dann noch, wenn der Akku leer ist.

Die Hörmuscheln könnten ein bisschen besser auf den Ohren sitzen. Zwar sorgen die superweichen Lederbespannungen für eine gute Abschottung von der Umwelt, aber leider rutschen sie auch recht leicht von den Ohren. Der Faltmechanismus erlaubt es zwar, den Kopfhörer leicht zu transportieren, aber es irritiert ein wenig, dass er im eingefaltenten Zustand nicht symetrisch aussieht. Nach den ersten Faltversuchen merkt man jedoch schnell, dass alles seine Ordnung hat.

Die Tonwiedergabe ist differenziert und gibt zumindest bei unserem Musikmix, der aus Rock, Hip-Hop, Electronic und Experimental bestand, die Töne einwandfrei wieder. Das Raumgefühl, das häufig bei billigen Kopfhörern verloren geht, bleibt bei den AKGs voll erhalten. Bei Stücken mit schnellen Überblendungen vom rechten auf den linken Kanal und umgekehrt machen die Kopfhörer eine besonders gute Figur – zum Beispiel bei den Girarrensolos in T. Rex Electric Warrior.

Der Bass ist häufig eine Schwachstelle bei Kopfhörern und auch AKGs Modell hat hier leichte Schwierigkeiten. Die Basswiedergabe ist aber nicht extrem dünn. Wenn die Geräuschunterdrückung aktiv ist, wird die Basswiedergabe interessanterweise deutlich besser.

Kopfhörer mit aktiver Lärmkompensation sorgen dafür, dass der Umgebungslärm kaum noch gehört werden kann. Sie setzen dabei nicht auf eine passive Kapselung, wie sie beispielsweise die In-Ear-Köpfhörer mit einem Schaumgummikissen im Gehörgang erzielen, sondern auf eine aktive Ausschaltung der unerwünschten Geräusche. Zu diesem Zweck ist ein Mikrofon eingebaut, das die Umgebung aufnimmt. Dazu kommt etwas Elektronik, um zusätzlich zur Musik ein gegenpoliges Geräusch zu erzeugen. Es löscht das Geräusch der Umgebung mehr oder minder stark aus, so dass man fast nur noch die Musik hört. Die aktive Geräuschunterdrückung von AKGs Modell blockierte zum Beispiel das Rattern und Rauschen der U-Bahn sehr gut, ohne einen negativen Einfluss auf die Musikwiedergabe zu haben. Auch das bei manchen Konkurrenzmodellen zu beobachtende Zischen konnten wir nicht feststellen.

Die ledernen Hörmuscheln sorgen für ein angenehmen Tragegefühl, das auch noch nach langer Zeit anhält. Die Absteppung in Inneren ist etwas irritierend für die Ohren, aber nach einiger Zeit werden die Fäden und das Leder weicher bis sie nicht mehr zu spüren sind. Der AKG K495 NC ist etwas schwerer als seine Konkurrenten, was natürlich im Vorfeld leichte Bedenken auslöste. Dafür ist der Kopfhörer aber auch stabiler und besser zu transportieren als die anderen Modelle.

Fazit

Wer häufig unterwegs ist und den Umgebungslärm beim Musikhören ausschalten will, sollte sich den AKG K495 NC besorgen. Er ist nicht der einzige gute Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, aber seine Transporteigenschaften und die Langlebigkeit sind unübertroffen gut.

Technische Daten AKG K495 NC

Hersteller: AKG
Art: geschlossener Kopfhörer
Frequenzbereich 20 Hz – 20 kHz
Empfindlichkeit: 121 dB SPL/V
Impedanz: 26 Ohm
Gewicht: 235 g ohne Kabel
Akku: Intern mit USB-Aufladefunktion
Lieferumfang: Etui, Flugzeugadapter

Preis: 350 Euro

Gizsterne: 4 von 5

Mehr zu Kopfhörern findet Ihr in unserem Special „So findet jeder den perfekten Kopfhörer„.

[Mario Aguilar / Andreas Donath]



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    1. Von den sprachlichen Mängeln einmal abgesehen, fehlt unter „technische Daten“ eine der wichtigsten Angaben überhaupt. Die Impedanz des K 495 NC beträgt 26 Ohm laut http://de.akg.com/noise-canceling-detail-11195/k-495-nc.html.

      Um die Abbildungsqualität und Lautstärke des Kopfhörers anhand dieser rein technischen Angabe in etwa einzuschätzen, kann beispielsweise die recht allgemeinverständliche Erklärung unter http://www.beyerdynamic.de/service/faqs/faq-fuer-kopfhoerer.html#fo1283 zurate gezogen werden.

      [Recherchedauer mithilfe einer gängigen Suchmaschine: < 30 s]

  2. Wer mit solchen Eishockeypucks draußen rumläuft, dem ist eh nicht zu helfen. Gibt kleine bequeme Kopfhörer, die hervorragend klingen. Aber in irgendeinem Negervideo ist vermutlich wieder jemand mit den Dingern durch die Straßen geschlendert, und nun müssen’s alle nachmachen, weil’s furchtbar cool sein soll.

  3. Also ich hab mir die bose qc15 angeschafft, die muss ich sagen sind super, das einzige manko ist das mit der fehlenden musikwiedergabe wenn die batterie leer is, aber da kann man ja einfach nen ersatz dabei haben, weil die led auch anfängt zu blinken wenn man „nur“ noch 5 stunden (hör)zeit hat. Der gegenschall ist dafür aber super und ich kann mir nicht wirklich vorstellen dass es etwas gibt das viel besser ist. Auch nach 10 stunden drückt es nicht auf den ihren, ist wirklich super angenehm. Manchmal könnten sie etwas lauter sein, aber das stört mich nicht wirklich, vorallem der bass ist super.

    1. Privat habe ich die MDR-NC500D von Sony, allerdings sind die nicht ordentlich faltbar und nehmen enorm viel Platz weg. Deren Geräuschdämmung gefällt mir ganz gut, allerdings schwitze ich recht schnell unter den Muscheln.

  4. Zurück zum Thema:
    Meiner Meinung nach sind die hier vorgestellten Kopfhörer nicht schlecht, ich halte aber, vor allem wenn man unterwegs ist, gute InEar-Kopfhörer mit einer guten passiven Geräuschdämmung für eine bessere Lösung. Bei einem Preis von ca. 150 Euro sind diese klanglich dem hier vorgestellten Modell mindestens ebenbürtig.

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