Fundstück: 10 Jahre alte Digitalkamera

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Die "neue" Sony Mavica FD200! Sie nimmt herausragende Fotos mit 2 Megapixel auf und speichert diese auf einer 3,5" Diskette. Außerdem kann sie Stummfilme aufnehmen! Also ab nach Amerika, zum nächsten Wal Mart und zuschlagen, die Kamera ist immerhin im Angebot. Achja, das Gerät kam 2002 auf den Markt.

„The Consumerist“ berichtete über dieses spezielle Angebot aus längst vergangenen Zeiten, das vor kurzem bei einem Wal Mart in Illinois enteckt wurde. 270 $ exkl. Steuern scheint aus heutiger Sicht kein ganz angemessener Preis mehr zu sein. Immerhin ist eine Kamera für Fotos mit 16 Megapixeln und extravaganten Funktionen wie Zoom oder SD-Karten-Slot für weniger Geld erhältlich. Im Preisvergleich mit Amazon schneidet Wal Mart jedoch außergewöhnlich gut ab. Beim Online-Versandhaus Amazon ist die Kamera für knapp 1000 $ erhältlich. [Klaus Deja / Sam Biddle]

[via Consumerist]

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  1. Die Meldung verwirrt. Es wird suggeriert, als habe Sony erstmals 2002 eine Digitalkamera mit Disketten auf den Markt gebracht. Die erste Digital-Mavica kam jedoch bereits 1997 auf den Markt (die erste Analog-Mavica mit Video-Floppy gab es bereits in den 80ern). Sie hatte allerdings nur bescheidene 0,3MP Auflösung. Die Kameras mit Diskette hatten insofern eine gewisse Berechtigung, als damals so ziemlich jeder Computer ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk hatte, während USB-Schnittstellen oder gar Card-Reader noch keineswegs Allgemeingut waren. Auch waren Flash-Karten noch sehr teuer. Es gab – wenn ich mich recht erinnere ebenfalls von Sony – auch eine Digitalkamera mit integriertem CD-ROM-Brenner. Abgesehen von dem ganz praktischen Extra mit der 3,5-Zoll-Floppy war die Mavica FD200 bei Erscheinen 2002 eigentlich schon nicht mehr konkurrenzfähig. Im Jahr zuvor hatte zum Beispiel Casio mit der QV-3500EX eine 3,5-MP-Digitalkamera mit 3fach-Zoomobjektiv für rund 800 Euro auf den Markt geworfen, deren Abbildungsleistung sogar nach heutigen Maßstäben noch ganz ordentlich sein dürfte. Im Preis enthalten war damals eine 8MB(!)-CF-Karte. Wer die Kamera stattdessen mit einem 340MB IBM Microdrive haben wollte, musste 150 Euro Aufpreis zahlen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich das erste Bild von der 3500EX an einem großen 19-Zoll-Monitor sah und dachte: „So, jetzt hat die digitale Fotografie den Film endgültig abgelöst“.

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