Wird „The Hobbit“ etwa wie eine alte Seifenoper aussehen?

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Wie es aussieht, sorgt „The Hobbit“, der neue Film von Peter Jackson, bereits vor seinem Erscheinen heftig für Furore. Besonders diejenigen, die eine 10-minütige Vorschau des Films bei der CinemaCon sehen durften, sind nicht besonders erfreut über das Resultat. Sie haben sich beschwert, dass der Film buchstäblich „zu real“ aussah und deshalb auch eher einer Low-Budget Produktion glich. Autsch!

Sie fragen sich jetzt bestimmt, was der Grund für diesen Retro-Look ist. Peter Jackson hat sich nämlich dazu entschlossen, den Hobbit mit 48fps aufzunehmen und nicht mit 24fps, was in der Filmindustrie schon seit jeher als Standard gilt. „E!Online“ gegenüber sagte Jackson, dass das dreidimensionale Bild durch die höhere Framerate viel angenehmer für die Augen ist und es weniger Flimmern gibt, was die Augen eher belasten würde.

Das ist ja alles schön und gut, doch Jackson hat wohl nicht beachtet, dass diese spontane Frameraten Änderung seinerseits gegenüber dem jahrzehntelangen Betrachten von Filmen mit 24fps äußerst verwirrend wirkt. Besonders wenn man bedenkt, dass die hohen Frameraten eher typisch für Seifenopern, Reality TV oder Homevideos sind.
Wenn man einen Fernseher besitzt mit einer aktivierten Funktion wie „Smooth Motion“ oder Ähnlichem, weiß man ungefähr, wie so etwas aussieht. Es ist zwar nur eine feine Änderung, die aber einen sehr großen Unterschied macht. Die Lieblingsshows sehen plötzlich aus wie Amateuraufnahmen, was wirklich sehr unangenehm und verstörend ist.

Mit der Entscheidung diese Framerate zu benutzen ist Peter Jackson vielleicht ein Schritt zu weit gegangen. Viele Kinogänger regen sich sowieso schon auf, dass die heutigen Filme besonders wegen dem 3D-Hype nahezu misshandelt werden. Wenn man ihnen jetzt auch noch die 24fps wegnimmt, könnte die Geschichte böse enden… [Michael Hession/Helene Gunin]

[via EOSHD]

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  1. Das ist nur Gewöhnungssache…
    Am Anfang ging es mir bei BluRay Filmen genauso, inzwischen kommen mir die Filme aber genauso hochwertig vor wie eh und je…

    Es wird langsam wirklich Zeit das wir uns von 24p verabschieden, das ist noch ein Relikt aus den Anfängen des Filmes und haben außer dem Zweck Filmmaterial zu sparen keinen Sinn.

    1. Man kann sich an jeden Müll gewöhnen, muss man aber nicht. Ich boykottiere 3D-Filme ohnehin schon, aber 48p würde mich noch mehr abschrecken.

      Zuerst James Cameron mit seinem 3D-Mist, jetzt Peter Jackson mit einer noch viel schwachsinnigeren Idee, na vielen Dank auch. Aber so wie man das Avatar-geschädigte Massenpublikum kennt wird es auch für diesen Quatsch einen Markt geben…

    2. Gewöhnungssache – ja: Der optische Eindruck einer Low-Budget-/Seifenoper-Produktion ergibt sich allerdings nicht aufgrund der ‚besseren‘ Qualität, so wie bei BlueRay, sondern durch die Sehgewohnheit des Zuschauers beim Zeilensprung-Verfahren (PAL: 2 x 25 Halbbilder/Sek. & NTSC: 2 x 29,xx Halbbilder/Sek.). In den 90ern hat man gerne ‚Billo‘-Musikvideos, die nicht auf Film, sondern auf Video gedreht wurden, durch eine Verdoppelung der Halb-Bilder zu 25 Pseudo-Vollbildern hochwertiger erscheinen lassen.

      Bin gespannt, ob sich die Zuschauer tatsächlich daran gewöhnen werden. Erst mal wird es voraussichtlich eine Menge Kommentare: „Sieht doch kacke aus!“ geben.

      1. Was hat denn Film mit dem Zeilensprungverfahren zu tun?
        Der Low-Budget-look einer Daily ergibt sich eher aus dem Zeitmangel, wenn man jeden Tag 30-45min raus hauen muss, ist nicht viel Platz für umleuchten, etc. Spreche da aus Erfahrung.

        Ich gehe mal davon aus das der „zu reale“ Look bei dieser Produktion eher der erhöhten Detailwiedergabe in Bewegungen zu verdanken ist. Das typisch, gewohnte „filmische“ Flimmern fehlt halt.

        Ich persönlich begrüße alle weiterentwicklungen in diesem Sektor. Berufsbedingt bin ich im Kino bildlich manchmal schon enttäuscht. Flimmern, leichtes ruckeln, irgendwie immer leicht unscharf…. :)

  2. Habe mir letzten „zurück in die Zukunft“ auf HD angeschaut, sowas is grauenhaft, für mich geht der ganze Scharm flöten, der Film sieht aus wie ein billiges Remake. HD im Fernsehen, bei Dokus, Serien ist alles schön und gut, aber die alten Filme sollte man „alt“ lassen.
    Sicher ist das eine gewöhnungssache, aber der „Kunde“ wird hierzu wieder mal gezwungen, hat also keinen Einfluss darauf.
    The Hobbit werde ich mir wahrscheinlich nicht anschauen, da mich schon kleinste Bildveränderungen so sehr nerven, dass ich mich nicht mehr auf den Film konzentrieren kann.
    Genauso war ich nur in einem 3D Film…. für mich gehören die dinger flach, in 2D.
    Leider passiert sowas viel öfters(in allen Branchen), weshalb ich jetz wieder auf ein UraltHandy umsteigen werde, und auch weiterhin mir meine Filme als DVD kauf (solange noch möglich)

  3. ich verstehe nicht warum ein flüssigeres bild billig aussehen soll?
    ich kenne den vergleich nicht… ich hab noch nie eine seifenoper gesehen oder sonst irgendetwas bei dem mir bewusst war, dass es mit 48 fps statt 24 fps gedreht wurde.
    gibt es irgendwo ein beispiel einer hochwertigen produktion die in 48 fps gedreht wurde die ich mir ansehen kann? ich möchte gerne wissen ob es nur billig aussieht, weil das bisherige 48fps material billig produziert wurde oder ob es einen tatsächlichen unterschied gibt und man das gleiche material mit 24 fps besser findet als mit 48 fps…

    ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine höhere bildrate in einem schlechteren produkt resultiert.

    ebenso übrigends mit 3d… warum sich so viele „filmliebhaber“ mit biegen und brechen gegen eine neue technologie stemmen ist mir ein rätsel. es ist ja nicht die schuld von 3d, dass es nur für filme wie avatar eingesetzt wird…

    1. Wenn Sie oder ein Bekannter eine Videokamera besitzt, die zwischen ‚Progressiver‘ (p)- und ‚Interlace‘ (i)-Aufnahme wählen lässt, hätten Sie die Möglichkeit eines direkten Vergleiches. Auch manche Fernseher lassen sich auf eine ‚progressive‘ Vollbild-Darstellung umschalten. Da wird das Heute-Journal zwar nicht gleich episch, sieht aber schon ‚filmischer‘ aus.
      Fortgeschrittene können eine Folge Lindenstraße in den Rechner laden, davon ein Stück in den beiden Formaten (i) und (p) exportieren, auf DVD brennen und am Fernseher vergleichen. Oder umgekehrt eine Zeitlupen-Szene aus einem Spielfilm entnehmen, diese in doppelter Geschwindigkeit rechnen und als interlaced exportieren.
      Vielleicht gibt’s dazu auch ‚was im Netz, aber ich fürchte, am Computer-Monitor ist der Effekt nicht so gut erkennbar.

      1. Hör mal auf Nutten zu prellen du Sackratte!
        Film wird in 24 Vollbildern gezeigt und nicht etwa in 50 Halbbildern!! Wie kommst du überhaupt auf die Idee hier von Halbbildern zu reden? Du verwirrst unwissende nur.. lass das.

  4. Wir filmen seid neusten mit einer 4K Red Scarlet, die wie die Red Epic, worauf der Hobbit gedreht wird, auch 48 Bilder aufnehmen kann. Es ist halt dem ganzen alten Kram oder dem Tru-Motion auf neueren Fernsehern ähnlich…und doch anders. Erinnert ihr euch an die Anfangsszene von Soldat James Ryan, wo durch den hohen Shutterwert alles was es an Bewegung im Bild gab extrem scharf rüberkam? Nun stellt es euch noch einen Tacken smoother und flüssiger vor. Es ist halt so, das ein Großteil der uns bekannten Bewegungsunschärfe verloren geht.

    Und Herr Jackson erwähnte zudem, das es einige Zeit dauert bis sich das Auge daran gewöhnt hat. Die Zuschauer haben 10 Minuten „Quer durch den Garten“ Footage gesehen und können im Moment einfach noch nicht abschätzen, ob es nun Toll ist oder nicht. Ich war, wie viele andere beim Avatar Day Testscreening auch Relativ verwirrt.

    Ich bin kein Fan von Tru-Motion, 200 HZ Bla und co, aber gespannt den Hobbit in 3D 48p und später auf Blu-Ray in 24p ohne 3D anzusehen, zu vergleichen..um dann ein Urteil zu bilden was mir nun besser gefällt.

  5. 24p, 48p… wenn ich bedenke das Computerspiele bevorzugt mit 60 fps (z.B. wurde Modern Warfare auf Spielkonsolen extra auf durchgängige 60fps optimiert) laufen frage ich mich ernsthaft wo da das Problem sein soll.
    Als Computerspieler jedenfalls sollte man eine derartige Bildfrequenz/Optik ja gewohnt sein.

    Das einzig ulkige daran:
    Während die Filmindustrie jetzt wohl richtung mehr Bilder pro Sekunde und immer höherer auflösung geht (Full-HD, IMAX…) werden bei Games mittlerweile meist Effekte eingebaut um eben diese filmtypische Bewegungsunschärfe nachzuahmen oder teilwweise die Bildqualität nachträglich durch „Film Grain“-Filter herunterzusetzen um eine Kinoflm Optik zu erzeugen, von der sich der tatsächliche Film aber ja gerade entfernt. Echt verkehrte welt… XD

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