Smartphones im Konzert: So nervt man nicht

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Wer heutzutage ein Konzert besucht, sitzt oder steht nicht selten in eine Meer von kleinen hellen LCDs, die ständig von den anderen Besuchern in die Höhe gehalten werden. Doch man kann auch ohne andere Besucher zu nerven mit einem Smartphone auf Konzerte gehen.

Die Konzertsaison beginnt wieder. Außer dem Problem, hinter großen Personen zu stehen, gibt es immer häufiger Menschen, die ihre mitgebrachten Smartphones in die Höhe halten, um zu fotografieren, zu filmen, den Ton mitzuschneiden oder gar zu telefonieren.

Warum wir auf Konzerten Filmen und Fotografieren? Ein zünftiger Youtube-Upload oder zumindest ein Foto für Facebook muss es schon sein, oder? Den meisten Menschen ist es ziemlich egal, ob ihr Verhalten beim Konzert andere stört oder nicht.

Es gibt jedoch einige Punkte zu bedenken:

Vermutlich wird man keine vernünftigen Fotos mit nach Hause bringen. Die Konzerte finden in aller Regel unter Lichtverhältnissen statt, die die Kameraautomatiken deutlich überfordern. Schnelle Lichtpulse, Laser, Rauch und glänzende Kostüme sind für die Belichtungsmesser von Smartphones und für die meisten Kameras einfach zu viel.

Auch die relativ winzigen Sensoren von iPhones, Nexus-Smartphones oder Kompaktkameras tragen dazu bei, dass die Bilder in aller Regel nichts werden. Sie sind verraucht, verwackelt und deshalb erkennt man auch nicht gerade viel darauf.

Nachfolgendes Foto wurde von Robert Caplin auf den The-Dream Konzert in New York aufgenommen.

Hier ist nun mein Foto, das ich auf dem gleichen Konzert mit dem iPhone machte. Natürlich ist Caplin ein Profifotograf und verwendete eine DSLR. Eine richtige Kamera. Das iPhone ist zwar mit einer vergleichsweise ordentlichen Kamera ausgerüstet, aber für solche Situationen taugt sie nichts.

Wer partout ein Bild machen will, sollte folgende Punkte beachten:

Wartet einen Moment ab, in dem die Beleuchtung gut ist. Man sollte auf eine helle Sequenz, Pyrotechnik oder irgend etwas anderes warten, das die Bühne erleuchtet.

Das Smartphone sollte mit beiden Händen gehalten werden, um es nicht zu verwackeln.

Blitz ausschalten. Man sieht es immer wieder, dass jemand mit seiner Smartphone-Funzel versucht, eine 30 Meter-Bühne auszuleuchten. Das klappt nicht. Außerdem nervt es alle umstehenden Zuhörer.

Macht Bilderserien und guckt euch nicht ständig die Ergebnisse an. Die Bildserie erlaubt euch später, schlechte Bilder auszusortieren und erhöht eure Chancen, überhaupt ein verwertbares Bild zu erhalten.

Keine Videos

In aller Regel sehen Videos von Konzerten katastrophal schlecht aus. Wenn man unbedingt eines aufnehmen will, sollte es kurz sein. Vielleicht ein einzelner Song, aber bitte nicht das gesamte Konzert.

Keine Tweeds

Eure Follower benötigen keine Echtzeitberichterstattung eures Konzertbesuchs. Ihr seid da, um die Musik und die Atomsphäre zu genießen und nicht, um über die Musik zu berichten. Später kann man das problemlos nachholen.

Keine Anrufe

Ruft bitte nicht eure Freunde während eines Konzerts an, um das Konzert als Telefonat zu übertragen. Die Tonqualität ist äußerst mies und ihr tut niemanden einen Gefallen damit, das Handy die ganze Zeit in die Luft zuhalten.

Kein iPad

Solange nicht euer Leben oder das eurer Familie bedroht ist, sollte das iPad oder jedes andere Tablet zu Hause bleiben. Der leuchtende Bildschirm nervt jeden in eurer Umgebung und es gibt auch keinen vernünftigen Grund dafür, ein Tablet mitzubringen.

Und nun seid Ihr dran: Welches sind eure besten Smartphone-Erlebnisse auf Konzerten und Festivals? Hier ist meines: In der Berliner Philharmonie saß eine Reihe vor mir eine ältere Dame, die ein mit Strasssteinen besetzes iPhone zückte, um die Aufnahme-App zu starten. Beim Hochrecken des Smartphones muss sie aus Versehen auf die Wiedergabe- und nicht auf die Aufnahmefunktion geraten sein. In voller Lautstärke ertönte so Wolfgang Petrys „Wahnsinn“ mit dem Refrain „So ein Wahnsinn warum schickst du mich in die Hölle?“ inmitten von Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“. [Sam Biddle / Andreas Donath]

Foto: jgoge

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  1. Ich versteh bis heute nicht was in solch leuten vorgeht wenn sie mit ihrem handy ein konzert filmen, was erhoffen sie sich davon? – ich hab noch nie ein handykonzertvideo in passabler qualität gesehen, das ist auch nicht möglich…

  2. wollt ihr mir ernsthaft erklären, wie ich mich auf einem konzert zu verhalten habe!?
    behinderter gehts ja wohl nicht mehr!!! und wenn ich mir auf’m konzert einen 55er led auf den rücken schnalle auf dem japanische blitz-comics laufen, hat das die redaktion weder zu interessieren, noch zu bewerten! ich glaub es hackt!!!

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    1. Versuch das in meiner nähe und Dein Gerät liegt schneller im Staub als Du kucken kannst.
      Ich habe schon einige aus unserem Sall geworfen, weil sie glaubten, sie hätten das recht,
      mit ihren minifunzeln die ganze Zeit rumzuläuchten.
      Aufnahmen sind übrigenz bei „jedem“ Konzert verboten.

      1. verboten ist auf konzerten vieles! von deinem justin biber erlebnis will ich auch auch nichts wissen, bei motörhead oder slipknot gehts schon ganz gut ab, auch mit cam… anfänger!!! ich rauche, ich filme und typen wie du stehn NIE hinter mir!

      2. pussi, prüfe deine rechtschreibung bevor du etwas öffentlich machst…
        wo soll das nur hin führen, überall nur honks!

  3. Viele konzentrieren sich darau, das Konzert für die Nachwelt aufzuzeichnen, statt das Konzert zu genießen. Der Ton ist grundsätzlich übersteuert, da die Elektronik hier hoffnungslos überfordert ist. Ausserdem besteht die Gefahr, durch einen Rempler sein Smartphone zu beschädigen.

  4. Erinert mich irgendwie an manche asiatische Touristen. Da denkt man auch manchmal das die nur hier sind um Fotos zu machen, nicht um was zu erleben.

  5. Der Artikel gefällt mir! Wenn ich das so lese fällt mir ein Youtube Video ein wo Fußball Fans rhythmisch ihre Arme von vorne nach hinten bewegen und einem der gerade mit seinem Handy filmt es aus den Händen schlagen :D Viel Spass beim wiederfinden („wie man sein handy verliert“)

  6. Eine kleine Ergänzung zu den Tipps:
    Wenn man die Helligkeit des Displays manuell auf niedrigsten Wert stellt, kann man in der dunklen Umgebung immernoch genug für eine erste Sichtung erkennen und belästigt andere weit weniger.

  7. Was hat denn der Titel mit dem Inhalt zu tun?
    Der einzige Beitrag der erklärt wie man nicht auf Konzerten nervt ist in den Komments zu lesen „Wenn man die Helligkeit des Displays manuell auf niedrigsten Wert stellt, kann man in der dunklen Umgebung immernoch genug für eine erste Sichtung erkennen und belästigt andere weit weniger.“

  8. Ich bin mehr oder weniger regelmäßig mit meinen Kameras auf Konzerten oder Festivals unterwegs und überlege immer wieder, warum man sich das mitm Handy antut. Ein schnelles Erinnerungsfoto mitm Handy, wenn der Sänger 2m von einem entfernt steht kann ich verstehen und hab ich auch gemacht. Aber wenn ich aus dem Graben die Blitze von 500 Kompaktkameras aufblitzen sehe, dann frag ich mich immer, ob davon auch nur ein Foto brauchbar geworden ist.
    5D und 7D, 2,8er Zooms oder noch schnellere Festbrennweiten, Iso Zahlen jenseits von 1600 sind keine Seltenheit und ich muss teilweise immer noch aufhellen. Nachbearbeitung ist sowieso Pflicht. Wenn ich mir dann die Ergebnisse angucke, dann habe ich schon einen großen Teil aussortiert.
    Und das wichtigste beim fotografieren: Nerv die Leute nicht. Wenn ich mit 2 Kameras vollbepackt vor der Bühne rumhampel nimmt mich kaum einer der Besucher war. Vor allem weiß keiner, wann ich auf den Auslöser drücke oder nicht, weil kein helles Licht aufleuchtet ;)

    1. Klar, nur wer kommt auf die Bühne als normaler Konzertbesucher? :) Ich habe bei Theaterprobeaufführungen das Vergnügen gehabt, auf der Bühne zu stehen um zu Fotografieren. Das ist dermaßen aufwändig und selbst bei vergleichsweise gutem Licht arbeitet man jenseits von ISO 3.200. Letztlich egal, denn es geht darum, die Bewegungen einzufrieren und scharfe Fotos zu machen und das bisschen Rauschen ist dann nebensächlich.

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