Windrad gewinnt Wasser und Strom aus der Luft

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Millionen von Menschen in Entwicklungsländern benötigen neben Strom vor allem Wasser. Eine neue Windturbine soll beides zur Verfügung stellen. Sie erzeugt im Strom auch Wasser, ohne dass damit eine Pumpe angetrieben geschweige denn eine Quelle vorhanden sein muss.

Die Windturbine WMS 1000 wurde von Marc Parent entwickelt und von der französischen Startup Eole Water gebaut. Auf dem 24 m hohen Masten sitzt der 30-kW-Generator, der von einem 13 m großen Propeller angetrieben wird. Die Lebensdauer des Apparates wird vom Hersteller mit 30 Jahren veranschlagt. Zu den späteren Kosten des Serienprodukts äußerte man sich nicht, da die Entwicklung noch nicht über das Prototypenstadium hinaus gekommen ist.

Die Windturbine unterscheidet sich von ihren Artverwandten durch einen entscheidenden Vorteil. Sie kann neben Strom auch direkt Frischwasser gewinnen. Dabei wird nicht etwa eine Pumpe angetrieben, die das Wasser aus einer Quelle holt. Vielmehr entzieht die Konstruktion der Luft die Feuchtigkeit direkt. Nachdem der Wind an den Rotorblättern entlangwehte, mit der über mehrere Einlässe in das Innere der Turbine gelenkt. Hier wird er durch einen Kompressor und dann in einen Kondenser geführt. Darin schlägt sich das Wasser nieder und rinnt in einer Röhre, die sich im Inneren des Masten befindet in Richtung Boden, während die trockene heiße Luft, die ein Nebenprodukt des Kondensers ist, die Turbine oben wieder verlässt.

Die neuartige Windturbinen wird als Prototyp bereits in Abu Dhabi getestet, wo sie täglich 500 bis 800 Liter Trinkwasser gewinnt. Sie ist bereits seit Oktober 2011 in Betrieb. Dort beträgt die Luftfeuchtigkeit gerade einmal 20 Prozent. Sollte der Durchmesser des Propellers auf 25 m erhöht werden, sollen dennoch bis zu 1000 Liter pro Tag gewonnen werden können, schätzt der Entwickler. In Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit und mit stärkeren Winden ließe sich natürlich noch mehr Strom erzeugen und Wasser erwirtschaften.

Die Entwicklung von Eole hat bereits das Interesse einiger Großunternehmen geweckt. Dazu gehören unter anderem Siemens und Emerson, die die Entwicklung vorantreiben wollen.

Wasserarmut ist ein echtes Problem: Derzeit haben rund 1,1 Milliarden Leuten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 15.000 sterben jeden Tag aufgrund von verschmutztem Wasser. Die Situation wird sich in Zukunft vermutlich sogar noch verschlimmern, wenn sich zum Beispiel Wüstengebiete weiter ausweiten, die Bevölkerungsdichte zunimmt und der Klimawandel für Veränderungen des Grundwasserspiegels sorgen sollte. [Andrew Tarantola / Andreas Donath]

[Via Tree Hugger, Recharge News, Eole Water, Bilder: Eole Water]

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  1. Diese Turbine erzeugt sicher kein Trinkwasser, sondern “nur” destilliertes Wasser, denn in der Luftfeuchtigkeit sind die für den menschlichen Stoffwechsel wichtigen Mineralien und Salze nicht enthalten. Zwar handelt es sich um eine gute Erfindung für windreiche und gleichzeitig wasserarme Gebiete, allerdings muss das erzeugte Wasser erst zusätzlich mit Mineralien versetzt werden, um vollwertiges Trinkwasser zu erzeugen.

      1. Stimmt, besser nicht trinken. Enthält das Wasser keine Mineralstoffe und man trinkt dieses Wasser, dann vergrößern sich die Körpereigenen Zellen so lange bis diese dann platzen. Zellen hören auf zu wachsen bis sie eine gewissen Anzahl an Mineralien haben. Somit wäre dann das Wasser im Körper gespeichert. Im anderen Fall verdurstet man trotz Flüssigkeitszufuhr.
        Das hat irgendwas mit dem osmotischen Gleichgewicht zu tun…

  2. Das ist doch ein Mythos, dass man kein destilliertes Wasser trinken kann.
    Man nimmt doch Unmengen Salze mit der Nahrung auf, wenn man auf Nummer sicher gehen will einfach was Dreck essen.

  3. Wieso soll das nicht gehn? Man nimmt einfach das destillierte Wasser und filtert es eben noch durch Sand und einige kleine Steine somit erhält es wieder Mineralien und je öfter man es filtert ums so mehr Mineralien nimmt das Wasser auf. Also von der Seite wird das wohl das geringste Problem sein.

  4. Das ist doch ein Mythos, dass man kein destilliertes Wasser trinken kann.
    Man nimmt doch Unmengen Salze mit der Nahrung auf, wenn man auf Nummer sicher gehen will einfach was Dreck essen.

  5. Das mit den zerplatzenden Zellen passiert meines Wissens nach nur wenn man Wasser ins Blut gibt, also eine Infusion z.B.

    Bei ausgeglichener Ernährung (ob die Menschen in armen Ländern haben ist hier die Frage), kann man destilliertem Wasser trinken ohne das eine “Wasservergiftung” <- ja, nennt man tatsächlich so eintritt.

  6. Das die Entwicklung die Großindustrie magisch anzieht ist ja vorprogrammiert. Aber das Siemens die Entwicklung vorantreiben will halte ich für einen Vorwand. Die Entwickler von Eole Water sind die Entwickler wie man lesen kann. Die benötigen die verbeamteten Ingenieure der schwerreichen Megakapitalgesellschaft gar nicht, eher schon deren Anschubkapital. Die sogenannten Entwickler von Siemens kriegen ja nicht mal die Klimaanlage im ICE hin. Die bauen stattdessen Züge, die unter Null und über 30°C einsatzunfähig sind. Die wollen bloß Know how abfassen, die eigentlichen Ideeninhaber preisgünstig abspeisen und selber vermarkten.

    Wie viele gute Ideen zur Energiegewinnung zeigen, die letztlich aufgekauft in den Schubladen der Energieriesen verschwinden.

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