Die neue Referenz für fotografische Aufnahmen der Erde

Erde

Anders als die Fotos der Blue Marble Serie der NASA – einem Zusammenschnitt mehrerer Fotos – ist dieses Portrait der Erde mit nur einer einzigen Aufnahme geschossen worden. Es ist mit 121 Megapixeln das hochauflösendste Bild unseres Heimatplaneten.

Das Bild wurde vom russischen Wettersatelliten Electro-L aufgenommen. Der Satellit umkreist die Erde auf einem Orbit 36000 Kilometer über dem Äquator und sendet alle 30 Minuten ein Foto der Erde zur Bodenstation.

Die Bilder und das Video der nördlichen Hemisphäre kombinieren drei sichtbare und eine infrarote Wellenlänge des Lichts. Das Orange auf diesem Bild stellt die Vegetation dar.

Robert Simmon, einem Wissenschaftler des Goddard Space Flight Center zufolge, sind die Bilder der NASA nicht schlechter oder besser als dieses Foto, sie basieren nur auf anderen Datensätzen und sind damit andere Visualisierungen der Realität.

YouTube Preview ImageDer Elektro-L Satellit ist den GOES Satelliten der NASA sehr ähnlich. Die USA hat ebenfalls zwei geostationäre Satelliten über Ost- und Westküste, die EUMETSAT hat einen über Europa und einen über dem Indischen Ozean, Japan hat einen über dem westlichen Pazifik. Anders als alle diese Satelliten könne der Elektro-L zusätzlich Aufnahmen im Nahinfrarotbereich machen.

Dennis Chesters erläutert dies im Detail:

Die drei Sonnenlichtbänder können ein konventionelles rot-grün-blau Bild erzeugen. Der Nahinfrarotkanal ist ein Vegetationsindikator, da Pflanzen auch Nahinfrarot reflektieren. Mehr über die Eigenschaften der Multichannel Scanning Unit (MSU) gibt es hier.

Das Bild kann man hier herunterladen (Achtung, es ist mit 105 Megabytes sehr groß!) [Planet Earth]

[Oliver Schwab / Jesus Diaz]

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  1. 1) Er umkreist die Erde nicht, sondern ist offenbar auf einem geostationären Orbit (also fix stehend) in 36000 Kilometer Höhe ,..
    2) Über dem Äquator ist er sichtlich auch nicht, sondern über den indischen Ozean südlich des Äquators.

    ;-)

  2. natürlich kreist er um die Erdachse. Und zwar in der selben Geschwindigkeit, in der die Erde sich um sich selbst dreht. Daher kommt der Eindruck, das das der Satelit Steht (was physikalisch glaube ich auch nicht möglich ist, da dort oben ja keine Schwerelosigkeit herrscht, der Satelit “fällt” um die Erde).

    1. Pardon, natürlich ist er schneller, er hat nur die selbe Winkelgeschwindigkeit, dreht sich also wie die Erde an einem Tag komplett um die Erdachse

  3. @ Redfrog: Das hängt schlampig gesagt von (Beobachtungs-)Standpunkt ab.

    … oft nimmt man die Erde als Bezugssystem bei der Beschreibung erdgebundener Satelliten.
    Also sagt man, bei geostationären Satelliten, dass sie über einem Punkt auf der Erde “stehen”, obwohl sie, wie Du richtig sagst, die Erddrehung mitmachen, wodurch sie dann in 36.000 km Höhe durch die Aufhebung von Erdanziehung und Zentrifugalkraft stabil bleibt. Manche sagen dann, er kreist _mit_ der Erde und nicht _um_ die Erde. Richtig geostationär versteht man auch meinst als genau über dem Äquator. Wenn man nördlich oder südlich relativ fix über einem Punkt der Erde bleibt, sagt man geosynchron.

    Wenn Du die Sonne als Bezugssystem nimmst, dann gibt es (wenn man ein 3-Körpersystem mit Sonne, Erde, Satellit betrachtet) 5 sogenannte “Lagrange”-Punkte, in dem ein Satellit kräftefrei ist und bezüglich der anderen beiden Körper (Sonne, Erde) immer denselben Ort einnimmt. Nur zwei dieser Lagrange-Punkte sind in der Nähe der Erde (Nähe ;-) … in 1,5 Mio km Entferntung). Da diese beiden Punkte labile Gleichgewichtspunkte sind, brauchen Satelliten dort noch Steuerdüsen, um ihre Position wenn notwendig zu korrigieren.

    Wenn der Satellit im All stehen würde, dann flöge die Erde, die Sonne und unsere Galaxis an ihm vorbei (dabei ist aber interessant zu besprechen, was man als Bezugssystem nimmt)… ;-)

      1. Für mich ist das keine große Frage des Standpunkts: ein parkendes Auto dreht sich nach deiner Betrachtung auch um die Erdachse – dennoch steht es. Wenn sich etwas für mich nicht bewegt, dann steht es. Ich verfasse hier keine physikalische Dissertation, sondern gebe einen Kommentar ab. Der steht auch und dreht sich nicht um die Erdachse…

        Dennoch: nettes Bild. Was ich mich aber Frage (ohne jetzt den Quell-Link verfolgt zu haben): alle 30 Minuten wird ein solches Bild übertragen? Was für eine Datenmenge? Wie? Das ist doch kein Kommunikationssatellit, der auf hohe Datenraten getrimmt ist. Hat heutzutage jeder x-beliebige Satellit eine dicke Backbone, um nach Hause zu telefonieren? Ich aufm Land muss mich mit sonstwas begnügen und der Russe sendet das ganze Zeug Gigabyte-weise durchs All.

        Jetzt muss ich erstmal was trinken…

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