So macht ihr eure Mütter mit Technik glücklich

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Eure Mutter wird euch immer lieben und ihr umgekehrt ebenso. Aber wenn die Mütter Computer besitzen, dann wird so eine Mutter-Sohn/Tocher-Beziehung manchmal ganz schön stressig, nicht wahr? Wie man die Probleme löst, zeigt unser Bericht. 

Nicht nur zum Muttertag: Eure Mutter will mit euch chatten, eure Fotos sehen und neue Musik von euch haben. Eure Mutter möchte mit euch Videotelefonieren und euch am liebsten über den Rechner umarmen. Gut, letzteres mag übertrieben sein. Aber so ist es doch, oder? Der Rechner eurer Mutter, ihr Router und alle Technik dazwischen kann für viel Supportaufwand sorgen und auch für leichte Spannungen. Aber sie ist nunmal eure Mutter. So läuft das Ganze unserer Erfahrung relativ konfliktarm:

Technischer Support

Weil ihr der Sohn oder die Tochter seit, müsst ihr ewiglich als Techniker fungieren, wann immer sie will, und so lange bis das vermaledeite Gerät wieder läuft. Und ihr seid schuld, wenn sie etwas nicht sofort versteht. Das mindeste, was sie nach langer Schwangerschaft und Erziehung erwarten kann, ist ein Routerreset. Oder ähnliches. Kommt euch das bekannt vor? So überlebt ihr den Technikereinsatz.

Zunächst einmal: Vergesst das Telefon. Es ist schon schwer genug einen Rechner bzw. dessen Konfiguration zu reparieren, wenn man direkt davor sitzt. Aber am Telefon ist das für die meisten von uns kaum möglich. Schließlich könnt ihr nicht sehen, was auf dem Bildschirm abläuft und es dauert ewig, bis eure Mutter euch sagen kann, was dort wirklich passiert. Außerdem muss man das ganze dann auch noch verstehen und ihr sagen, was sie zu tun hat. Und zwar in einer Sprache, die sie auch versteht. Dieser Übersetzungsprozess kann nervtötend sein und ist nicht immer von Erfolg gekrönt.

Visuelle Hilfen sind in dieser Situation das beste. Wenn ihr nicht direkt anwesend seid, dann sind Screenshots vermutlich das sinnvollste.. Bittet sie einfach um ein paar Screenshots, damit sie zeigen kann, was ihrer Meinung nach nicht korrekt läuft. Dann verwendet ihr diese Bilder in einem Programm wie Sketch oder einer ähnlichen Bildbearbeitungssoftware und zeichnet ein, was zu tun ist. Diese Screens gehen dann per E-Mail zurück an sie. Das bedeutet: Ihr müsst ihr irgendwann einmal beibringen, wie man Screenshots macht und verschickt. Der Tipp ist natürlich wertlos, wenn der Rechner gar nicht mehr startet.

Facebook

Es mag zunächst vielleicht eine sehr krasse Vorstellung sein, seiner Mutter seine Facebook-Einträge offenzulegen, in dem man sie befreundet. Die Person, die euch 20 Jahre versucht hat groß zu ziehen, soll seitenweise peinliche Statusupdates und noch peinlichere Fotos von euch sehen?

Zunächst einmal solltet ihr den Freundes-Wunsch eurer Mutter entsprechen, denn sie weiß, dass Facebook eine Möglichkeit ist, sich euch anzunähern. Aber warum sollte man ihr das ermöglichen?

Ihr werdet nicht mehr um Bilder angebettelt. Im besten Fall findet sie alles was sie möchte auf Facebook. Ihr werdet nie mehr gefragt, was mit dem Freund oder der Freundin aus der Schulzeit passiert ist. Sie kann die Personen einfach auf eurer Wall ausfindig machen und selbst ausquetschen. Außerdem werdet ihr kaum noch Kettenbriefe per E-Mail weitergeleitet bekommen oder ähnlich nervtötendes Zeug, weil sie diesen Kram einfach auf eurer Wall abladen kann. Facebook spart  in dieser Hinsicht einfach Zeit. 

Und wenn es auf Facebook etwas geben sollte, was eure Mutter nicht sehen soll, dann macht euer Profil einfach Elternsicher. 

Welchen Rechner soll ich mir kaufen, mein Lieber?

Kauft eurer Mutter ein iPad wenn ihr es euch leisten könnt. Es ist das am einfachsten zu bedienende und eleganteste Tablet, das man derzeit kaufen kann. Den Kindle Fire gibt es ja bislang leider in Deutschland nicht, sonst wäre der auch eine Empfehlung. Wenn sie nicht gerade Grafikdesigner ist, benötigt eure Mutter keinen Laptop. Eine Bluetooth-Tastatur dazu und das Tippen macht auch Spaß. Ihr werdet sehen, die Supporteinsätze reduzieren sich gewaltig. Und wenn es ein Notebook sein soll, dann empfehle ich ein Apple-Gerät mit Mac OS X. Aus irgend einem Grund scheint dieses Betriebssystem Müttern weniger Probleme zu machen und vor allem weniger wartungsintensiv zu sein. Aber das ist nur eine persönliche Erfahrung. 

Welches Smartphone und welche Kamera?

Das Nokia Lumia 900 oder das HTC Titan ist für eure Mutter vermutlich gut geeignet, vor allem wenn sie schon etwas älter sein sollte. Die großen Bildschirme sind gut ablesbar und bestens geeignet für Fotos. Die eingebauten Kameras reichen nicht nur für gelegentliche Schnappschüsse sondern ermöglichen es ihr auch, die Bilder gleich an Freunde und Bekannte weiterzureichen. Außerdem ist Windows Phone extrem einfach zu bedienen und der Mangel an Apps spielt für den normalen Nutzer keine große Rolle. 

Sorry Mutter, aber der Anrufbeantworter ist tot

Auch wenn eure Mütter noch so schlau sind, die meisten haben es noch nicht kapiert: Der AB ist tot, und niemand will darauf am Abend lange und komplizierte schlechte Nachrichten hören. Sie wird Nachrichten hinterlassen, die ihr euch nicht anhört und sehnsüchtig warten, dass ihr ihren AB ebenfalls besprecht, wenn sie nicht erreichbar sein sollte. Aber das wird immer seltener passieren, glaubt mir. 

Sagt ihr einfach, dass die AB-Benutzung unzeitgemäß ist. Ihr hört ihre Stimme gerne und sie eure auch, aber die Zeiten ändern sich. Als Kompromiss bieten sich SMS an. Textet sie zu. Schreibt SMS solange, bis sie aufgibt und die Technik ebenfalls verwendet, wenn sie es nicht schon tut. Schickt ihr MMS von den Orten, an denen ihr seid, und was ihr dort macht. Kleine Videos sind auch nicht schlecht. 

Aber unabhängig davon: Ruft sie an

Dafür gibt es keine Entschuldigung. Es muss ja nicht ständig sein oder lange dauern. Aber ruft sie einfach ab und zu an. Dafür wird es auch in absehbarer Zeit keinen Technik-Ersatz geben. Ruft. Sie. Einfach. An.

Und nun seid ihr dran. Wie habt ihr das Problemfeld “Mütter und Computer” gelöst? Habt ihr schöne Anekdoten zu erzählen? Gibt es weitere Tipps und Tricks oder an dem, was wir empfehlen, etwas auszusetzen? Und wie sieht es eigentlich mit Vätern aus? Schreibt es einfach in die Kommentare.

[Sam Biddle / Andreas Donath; Foto: Andreas Donath]

Tags :
  1. “Visuelle Hilfen sind in dieser Situation das beste. Wenn ihr nicht direkt anwesend seid, dann sind Screenshots vermutlich das sinnvollste..”

    Wie sagt man? Von hinten durch die Brust ins Auge…? Benutzt doch einfach TeamViewer. Wobei ich auch schon erlebt habe, dass meine Mutter den nicht starten konnte, bis sich nach einer Viertelstunde am Telefon herausstellte, dass sie das Internet gekappt hatte… :)

    1. Tja, so was wie “ich will aber nicht, dass du aufm meinen Rechner kucken kannst”. Da half auch nicht der Hinweis, dass das nur nach ausdrücklicher Genehmigung möglich ist.

  2. Hmpf… Bisher war eigentlich ICH (die Mutter) der Technik-Support meiner Kinder… Ich muss gestehen, sie sind manchmal genervt, was meine Präsenz im Internet angeht ;-) Vor StudiVZ hab ich denn auch halt gemacht, schweren Herzens – aber ein bißchen Privatsphäre sollte Muttern den Kids doch gönnen! MEINER Mutter jedoch habe ich als sie die 80 überschritt Teamviewer installiert und die Verknüpfung auf dem Desktop “erste Hife” genannt :-)

    PS: Muttertag habe ich meinen Kindern als “Omatag” beigebracht ;-)

  3. Ein guter Telefon/SMS Ersatz ist auch noch Skype. Und wenn es einem dann genug ist, aber Mama noch taaaausend Sachen zu erzählen hat, sagt man einfach, die Verbindung ist zu schlecht und ihr könnt sie nicht mehr verstehen. Dann noch schnell verabschieden und fertig! ;)

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