Der Kakerlake auf der Spur: Roboter DASH lernt Manöver von Insekten

Dash

Wissenschaftler der University of California haben beobachtet, wie sich Kakerlaken blitzschnell um Kanten schwingen können. Dieser wendige Trick der Insekten soll nun auch in der Robotik zum Einsatz kommen.

Beim ersten Ekelschrei des Menschen ist die Kakerlake meist auch schon verschwunden. Denn die kleinen Schaben sind wie viele Insekten wahre Naturtalente im Verschwinden – besonders wenn sich die Tierchen gerade an einer herausragenden Kante befinden. Ist Gefahr in Verzug schwingt sich die Kakerlake nämlich im Bruchteil einer Sekunde unter den Vorsprung. Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera haben Forscher herausgefunden, wie die Schabe ihren blitzschnellen Rückzug bewerkstelligt. Dabei krallen sich die Tiere mit ihren Hinterbeinen am Rand fest und schwingen sich wie ein Pendel an die Unterseite. Diese akrobatische Technik soll nun auch in Robotern zum Einsatz kommen.

Den Anfang machte der sechsbeinige Roboter Dash (Dynamic Autonomous Sprawled Hexapod). Entwickelt wurde der zehn Zentimeter lange und 16 Gramm schwere Roboter in Berkeley am Biomimetic Millisystems Lab der Universität Kalifornien. Damit der Roboter die clevere Bewegungstechnik adaptieren kann, wurde er mit Haftstreifen-ähnlichen Strukturen an den Hinterbeinen ausgestattet. Zusätzlich programmierten die Wissenschaftler die Bewegungsabläufe.

In den ersten Versuchen ist es dem Roboter bereits gelungen, das Verhalten der Insekten nachzuahmen – wenn auch um einiges langsamer als seine tierischen Vorbilder. Derzeit arbeiten die Forscher noch an einer Verbesserung der Haftmöglichkeiten. Anstelle der Klettstreifen-artigen Beine sollen Krallen nach natürlichen Vorbildern geschaffen werden. Langfristig ist ein Einsatz von Kletterrobotern als Such- und Rettungsroboter beispielsweise bei Bergkatastrophen in Planung.

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