Zehnjähriges Mädchen erhält neue Venen aus eigenen Stammzellen

Vene

Ein Forscherteam der Universität Göteborg hat aus den Stammzellen eines zehnjährigen Mädchens neue Venen wachsen lassen und ihm diese erfolgreich implantiert.

Das Mädchen litt an einer blockierten Leberpfortader. Dieses Blutgefäß sorgt für den Blutfluss vom Darm zur Leber. Folgen einer solchen Erkrankung können innere Blutungen sein, der übliche Versuch zur Heilung ist es, die defekte mit einer gesunden Vene des Körpers zu ersetzen.

Die Forscher entschieden sich aber dafür, aus Stammzellen des Knochenmarks eine neue Vene heranzubilden. Sie nahmen dafür ein Stück einer Vene eines Spenders, lösten die Zellen heraus und badeten das übrig gebliebene Gerüst in den Stammzellen des Mädchens. Das Ergebnis: Ein etwa 10 Zentimeter langer Venenabschnitt.

Da die Leberpfortader ersetzt wurde, konnte sich das Mädchen äußerst schnell wieder erholen. Die Operation wurde vor über einem Jahr vorgenommen und das Mädchen ist seither um fast 8 Zentimeter gewachsen, hat 5 Kilogramm zugenommen und kann bereits längere Spaziergänge unternehmen sowie Sport treiben.

Den Vorteil sehen Ärzte vor allem darin, dass dem Mädchen das Trauma erspart wurde, Venen aus dem Nacken oder dem Bein verpflanzt zu bekommen. Hieraus resultieren häufig Erkrankungen der unteren Gliedmaßen, oft ist eine Transplantation der Leber oder mehrerer Organe nötig.

Da der Körper Blutgefäße von Spendern häufig abstößt, gibt es in solchen Fällen zwei Optionen: Invasive Eingriffe oder – wie in diesem Fall regenerative Medizin. Aus Patientensicht ist die zweite Option sicher die angenehmere, aber leider auch die kostspieligere. [The Lancet via The Guardian]
Foto: Spirit-Fire

[Oliver Schwab / Jamie Condliffe]

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