Vorab-Test: Soundblaster-Serie Axx SBX dreht schreienden Kindern den Ton ab

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Nur wenige Innovationen, keine fulminanten Produktlaunches - in den letzten Jahren war es weitgehend still um Creative, den Hersteller von Soundkarten und Lautsprechern. Nun bringt sich der Multimedia-Spezialist mit der Soundblaster-Axx-Serie wieder ins Gespräch. Denn die drei neuen Lautsprecher haben nicht nur einen leistungsstarken Quad-Core-Prozessor unter der Haube, sondern auch ein ausgeklügeltes Mikrofon-Array. Was sich damit alles bewerkstelligen lässt, führten uns die Creative-Manager auf einer Pressekonferenz im österreichischen Schloss Fuschl vor.

Optisch kommen die drei Soundblaster-Axx-Modelle als schlicht designte Türme daher, die sich aufgrund ihrer schlanken Form als angenehm schreibtischtauglich erweisen. Im Inneren sind zwei horizontal angeordnete Lautsprechermembranen verbaut. Alle drei Standlautsprecher verfügen außerdem über ein Mikrofon – die beiden größeren Ausführungen, Axx SBX-20 und SBX-10, haben sogar gleich zwei davon im Gepäck. Angetrieben wird das Audiosystem von einem Quad-Core-Prozessor, der neben der Musikwiedergabe eine Reihe interessanter Freisprech-Funktionen ermöglicht.

Die Bedienung der Soundblaster-Axx-Geräte erfolgt über ein beleuchtetes Touch-Panel an der Oberseite der Lautsprecher. Bei den beiden größeren Modellen, dem SBX-10 und dem SBX-20, ist aber auch die drahtlose Steuerung über ein Bluetooth-fähiges Smartphone möglich. Der kleinste in der Runde, der SBX-08, ist hingegen auf eine Verbindung via USB angewiesen.
Die zugehörigen Apps für iOS und Android sollen pünktlich zum Verkaufsstart in den Stores landen. Eine für Windows Phones optimierte Anwendung wird möglicherweise Ende dieses Jahres folgen. Ein schönes Gimmick für iPhone-User ist außerdem die Möglichkeit, dem Soundblaster Befehle via Siri zukommen zu lassen. Wie wir uns überzeugen durften, werden dabei Sprachbefehle auch tadellos selbst aus größeren Distanzen verstanden.

Guter Klang trotz schwächelndem Bass

Was das Auge verwöhnt, beleidigt das Ohr: Notebooks, PCs und mobile Geräte klingen häufig so blechern, wie ihre hauchdünnen Metallkleider vermuten lassen. Der Soundblaster Axx soll hier Abhilfe schaffen – und macht bei der Musikwiedergabe durchaus eine gute Figur.

Zwar wuchten die Lautsprecher keine Basspegel von 100 Dezibel in den Raum, von anderen Soundsystemen ihrer Preisklasse brauchen sich die klingenden Türme aber trotzdem nicht ins Bockshorn jagen lassen. Vor allem in den oberen Frequenzbereichen präsentiert sich das Trio von seiner besten Seite, Mitten und Höhen füllen in gleichbleibend guter Klangqualität den Raum. Ebenfalls positiv: Die Demonstration beweist, dass die Lautsprecher auch größere Zimmer ordentlich mit Sound versorgen können.

Weniger aufgeräumt sieht es im Frequenzkeller aus. Da dem Bass das nötige Volumen für richtig satten Sound fehlt, kommt er etwas schwammig daher. Das macht sich vor allem bei den kleineren Modellen bemerkbar, bei denen Creative bewusst am Bass gespart hat.

Vollwertigen Surround-Sound kann man den Türmen natürlich ebenfalls nicht entlocken. Dank zweier versetzt angeordneter Lautsprecher ist aber dennoch ein Raumeffekt spürbar. Leider ist der gleichzeitige Einsatz mehrerer Soundblaster Axx nicht möglich – hier lässt Creative noch Luft für ein Upgrade. Ein schönes Extra haben die Soundblaster Ax aber bereits jetzt an Bord: Im Falle eines Zimmerwechsels lässt sich den Sound via Smartphone-Befehl mit geringer Zeitverzögerung von einem Lautsprecher zum nächsten übertragen.

„Shut-up-Technologie“: Freisprecher mit Klangoptimierungen in Echtzeit

Zu der angenehmen Musikwiedergabe der Lautsprecher gesellt sich eine ausgezeichnete Sprachverständlichkeit. Die ist vor allem bei Telefonaten und Skype-Calls wichtig. Hier laufen die Soundblaster-Axx-Modelle SBX-20 und SBX-10 denn auch zu ihrer vollen Größe auf.

Dank der eingebauten Dual-Mikrofone und dem hauseigenen Vierkern-Sprach- und Audioprozessor, SB-Axx1, der Klangoptimierungen in Echtzeit liefert, kann der User bei Gesprächen aus einem üppigen Portfolio an nützlichen Features schöpfen.

Störende Umweltgeräusche wie schreiende Babys oder staubsaugende Lebenspartner können beispielsweise dank der Crystal-Voice-Technologie einfach ausgeblendet werden. Wie uns die Demonstration zeigt, fällt selbst der Lärm eines Föhns der Geräuschunterdrückung zum Opfer. Hand in Hand damit geht die Voice-Focus-Funktion, mit der sich ein eingeschränkter Akustikbereich festlegen lässt. Wer direkt vor dem Soundblaster Stellung bezieht, kann seinen Gesprächspartner damit vor den Geräuschen seiner Umwelt abschirmen.

Für Bewegungsfreudige hat das Gadget außerdem das Feature Smart-Volume am Start. Das hält die Stimmlautstärke auf einem konstanten Niveau, während sich der Sprecher frei im Raum bewegt. Bei der Vorführung haben wir uns davon überzeugen können, dass die Funktion zumindest bei einem Abstand von zwei Metern tadellos funktioniert – ob der Soundblaster Axx auch größere Distanzen ausgleichen kann, können wir nach der Präsentation leider noch nicht sagen.

Da der Creative Soundblaster Axx SBX-08 lediglich mit einem Mono-Mikrofon ausgerüstet ist, fallen die Funktionen der Crystal-Voice-Technologie für die Mini-Variante leider flach.

Konfiguration, Lebensenergie und Kosten:

Laut Hersteller lassen sich die Soundblaster individuell konfigurieren. Für Notebook-Anwender soll eine entsprechende Software rechtzeitig zum Download zur Verfügung stehen. Über die können die Geräte eingerichtet und nach Belieben miteinander verknüpft werden. Zusätzlich spendiert Creative PC-Usern eine Toolbox als Gratisbeigabe. Diese umfasst Anwendungen wie ein „What-you-hear“-Plugin, das es unter anderem ermöglicht, einen Karaoke-Track von sich selbst aufzunehmen.

Saft beziehen die Soundblaster via USB. Alternativ ist auch eine Stromversorgung über externe Akkus möglich. Diese sind allerdings nicht im Lieferumfang enthalten – je nach Qualität werden für den mobilen Einsatz also noch einmal 20 bis 100 Euro fällig.
Die beiden kleineren Modelle, Soundblaster Axx SBX-8 und SBX-10, sollen ab Juni die Händlerregale zieren. Kostenpunkt: 100 beziehungsweise 150 Euro. Die High-End-Variante zu rund 200 Euro wird im August folgen.

Erster Eindruck:

Ein finales Urteil über Qualität und Funktion der verschiedenen Soundblaster Axx-Modelle können wir uns selbstverständlich erst nach einem ausführlichen Test bilden. Auf den ersten Blick scheinen die Multifunktions-Lautsprecher im Audiobereich aber auf jeden Fall mit ihren Konkurrenten mithalten zu können. Darüber hinaus haben die Soundblaster ein pralles Päckchen innovativer Freisprech-Features im Gepäck. Einzig die Mini-Version kommt mit Mono-Lautsprecher, abgespecktem Bass und ohne Bluetooth etwas mager daher. Hier sollte der Endkunde vielleicht überdenken, ob die 50 Euro Kosteneinsparung gegenüber dem SBX-10 wirklich Not tut.


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