Computerprogramm lernt Strategiespiele in zwei Minuten

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Wenn ihr denkt, dass ihr ein Strategiespiel gut beherrscht, habt ihr vermutlich jetzt euren Meister gefunden. Ein Algorithmus für maschinelles Lernen kann durch die Beobachtung der Spieler das Spiel erlernen.

Łukasz Kaiser von der Universität Paris Diderot hat ein Programm für maschinelles Lernen entwickelt, das mit einer Bilderkennung arbeitet, die Videos analysiert, in denen Menschen Strategiespiele spielen und dabei gewinnen, verlieren oder ein Unentschieden erzielen. Spielsteine und Spielbretter erkennt das Programm von allein. Ein Algorithmus ermöglicht dem System dann, alle möglichen Züge einer bestimmten Spielsituation auszurechnen und den besten auszuwählen.

Bislang hat der Rechner Spiele wie Connect 4 (4 gewinnt), Gomoku (Fünf in eine Reihe) und Breakthrough gelernt und jeden Gegenspieler weggeputzt. Die Software läuft nicht etwa auf einem Supercomputer sondern auf einem Notebook mit 4 GByte RAM und einem Single-Core-Prozessor. Das System setzt nicht mehr wie bislang üblich auf induktive Logik sondern versucht, die Beziehungen zwischen Reihen, Spalten und Diagonalen eines Brettspiels zu erkennen.

Connect 4 oder „Vier gewinnt“ ist natürlich nicht gerade eine große Herausforderung. Deshalb sollen künftig auch aufwändigere Spiele analysiert werden. Leider sagte Kaiser noch nicht, welche Spiele das sein werden. [Jamie Condliffe / Andreas Donath]

[Via Łukasz Kaiser, Wired, Bild: DQmountaingirl/Creative Commons]

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  1. @Sammy: Naja, Computer spielen Schach ja auch ziemlich gut. Die ganze Geschichte hier teilt sich so wie ich das sehe in drei separate Probleme auf: 1. Bilderkennung, 2. anhand der gesehenen Spielzüge die Regeln ableiten und 3. eine eigene Strategie entwickeln. Im Falle von Schach hieße das, dass er viel mehr Spiele sehen muss, um die Regeln zu lernen, weil beispielsweise die Rochaderegeln recht komplex sind und selten angewendet werden. In diesem Fall hier geht es um sehr einfache Regeln. Und Vier Gewinnt ist eh vollständig berechnet, derjenige der anfängt, gewinnt bei perfektem Spiel immer. Mit ausreichend Rechenpower kommt auch ein „dummer“ Algorithmus zu der Erkenntnis. Insgesamt ist das Projekt vor allem deshalb beeindruckend, weil es vorhandene Techniken recht geschickt kombiniert.

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