Erstes Computermodell einer Zelle erschaffen

Zellmodell

Trotz ihrer verschwindet geringen Größe war es bisher noch niemandem gelungen, die komplexen inneren Vorgänge einer Zelle am Computer nachzubilden. Ein Forscherteam der Uni Stanford feierte nun mit der künstlichen Nachbildung der Vorgänge im Bakterium Mycoplasma genitalium Premiere.

Für das Vorhaben wurden die Erkenntnisse aus 900 wissenschaftlichen Aufsätzen zusammengetragen. Hierdurch konnte jeder einzelne molekulare Vorgang im Inneren des kleinsten Bakteriums der Welt nachempfunden werden. Nachdem diese Kenntnisse erlangt waren, konnte eine Software entwickelt werden, die sich genau wie die Zelle reproduziert.

Mit solchen künstlichen Zellen wurde ein lange gehegter Wunsch der Biologen erfüllt. Zum einen können so auf völlig neue Wege die Vorgänge in Zellen beobachtet werden, zum anderen können die Erkenntnisse computerunterstütztes Design in der Biotechnik oder der Medizin ermöglichen.

James M. Anderson, dem Leiter des National Institutes of Health Division of Program Coordination, Planning and Strategic Initiatives zufolge können diese Computermodelle “unser Wissen über Zellvorgänge stark voranbringen und uns neue Ansätze der Diagnose und Behandlung von Krankheiten aufzeigen.“

Natürlich steht dieses Gebiet erst ganz am Anfang. Die Nachbildung exakt dieses Bakteriums war möglich, da es mit nur 525 Genen das kleinste Genom aller freilebenden Organismen hat. Zum Vergleich und zur Darstellung der Hürden, die es noch zu bewältigen gilt: Escherichia Coli hat 4288 Gene. [Cell via Stanford]

Foto: andersphoto/Shutterstock und sgame/Shutterstock

[Oliver Schwab / Jamie Condliffe]

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  1. …können die Erkenntnisse computerunterstütztes Design in der Biotechnik oder der Medizin ermöglichen…

    „hm,… komisch, das sollte es nicht machen… und das auch nicht… am pc ist die testperson auch nicht dran gestorben…“

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