Leuchtende Fingerabdrücke – die Zukunft der Forensik?

Fingerabdruck

Obwohl unsere Finger überall ihre Spuren hinterlassen, sind die Abdrücke selbst nur schwer sichtbar. Forscher haben nun eine neue Methode der Sichtbarmachung entwickelt: Ein Electrochemilumineszenz genannter Prozess soll Fingerabdrücke zum Leuchten bringen.

Bei diesem Prozess wird ein Abdruck auf ein mit Indium-Zinn-Oxid beschichtetes Glasplättchen oder ein Plättchen aus rostfreiem Stahl übertragen, das als Elektrode dient. Anschließend wird auf den Abdruck eine Mischung aus einem Rutheniumkomplex und Tripropylamin aufgetragen. Wird das Plättchen unter Strom gesetzt, werden Elektronen von der Mischung auf die Elektrode übertragen. Das Ausgangsprodukt ist ein helles Leuchten.

Die fetthaltigen Spuren des Fingerabdruckes bilden dabei einen Puffer zwischen der Elektrode und der chemischen Mischung. An diesen Stellen wird eine Reaktion verhindert und man erhält ein leuchtendes Negativ eines Fingerabdruckes, das mit einer CCD-Kamera aufgezeichnet werden kann.

Ebenso ist es möglich, ein Positivbild des Fingerabdruckes zu erzeugen. Hierfür wird eine Mischung aufgetragen, die sich an die Spuren des Fingerabdruckes bindet, wodurch nur diese leuchten. Die Fingerabdrücke sollen so gut aufgelöst sein, dass es möglich ist, selbst kleinste Merkmale wie die Verteilung der Poren in den Rillen zu erkennen. [PhysOrg]
Foto: Johan Swanepoel/Shutterstock

[Oliver Schwab / Eric Limer]

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising