Volkswagen Jetta Hybrid ist der weltweit schnellste Hybrid

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Von einem VW Jetta vermutet man eigentlich keine Rekorde - doch Volkswagen hat uns eines besseren belehrt. Ein leicht aufgemotzter VW Jetta Hybrid hat auf dem amerikanischen Salzsee Bonneville Salt Flats eine Geschwindigkeit von 298 Kilometern pro Stunde erreicht - Weltrekord für ein Hybridfahrzeug.

Der Motorsportjournalist Carlos Lago fuhr mit einem getunten VW Jetta Hybrid auf den Bonneville Salt Flats in Nevada eine Spitzengeschwindigkeit von 298 km/h. Damit hat VW einen Rekord aufgestellt – ausgerechnet ein Jetta ist nun das schnellste Hybridfahrzeug der Welt. Der Rekord wurde zur Speed Week der Southern California Timing Association ( SCTA) aufgestellt.

Lago fuhr einen modifizierten Jetta Hybrid – das Serienfahrzeug dürfte diese Geschwindigkeit kaum erreichen. Alles was überflüssig ist für eine Hochgeschwindigkeitsfahrt auf der 8,05 Kilometer langen Strecke wurde entnommen – das Auto wurde praktisch entkernt. Mit der Fahrt wurde der bisherige Rekordhalter, ein Porsche Cayenne Hybrid vom Thron gestoßen. Er schaffte “nur” 268,76 Kilometern pro Stunde.

Der 1,4-Liter-Turbo mit Direkteinspritzung ist ein Vierzylinder-TSI -Benzinmotor mit serienmäßig 150 PS und einem Siebengang-DSG-Doppelkupplungsgetriebe. Dazu gesellt sich ein Elektromotor, der eine zusätzliche 27 PS liefert. Der Antriebsstrang wurde von der Volkswagen R & D in Wolfsburg für die Rekordfahrt allerdings abgeändert und der Motor-Ladedruck erhöht. So dürfte eine erheblich höhere PS-Zahl herausgekommen sein.

“Wir sind sehr stolz, dass unser neuer Jetta Hybrid die weltweit schnellste Hybrid ist”, sagte Marc Trahan, Executive Vice President, Group Quality. “Es war eine echte Herausforderung, die komplexen Hybrid-Elemente zu integrieren und die nötige Leistung zu erzeugen, um diese Geschwindigkeiten zu erreichen.”.

Das Fahrzeug ist ein Voll-Hybrid und kann bis zu einer Geschwindigkeit von rund 70 Kilometern pro Stunde rein elektrisch fahren. Der Akku ist mit 1,1 Kilowattstunden allerdings recht klein und dürfte so nur für rund zwei Kilometer rein elektrische Fahrt reichen. Der ELektromotor kann im normalen Fahrbetrieb dazu geschaltet werden.

Der VW Jetta Hybrid kommt erst im Dezember 2012 in den USA auf den Markt und soll nur 5,23 Liter Benzin pro 100 Kilometer verbrauchen. Hierzulande kommt er erst 2013 auf den Markt. [Via Volkswagen Group of America]

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  1. Es wäre wünschenswert, wenn sich die deutschen Hersteller nicht um Geschwindigkeitsrekorde kümmern würden, sondern um alltagstaugliche Elektrofahrzeuge.
    Irgendwie haben die deutschen Hersteller scheinbar immernoch nicht kapiert, dass es sinnvoll ist, Fahrzeuge zu bauen, mit denen sich Großteil der Mobilität abdecken läßt – und das sind im Personenverkehr nunmal die kurzen Stadtfahrten. Inzwischen verkaufen sich Pedelecs wie geschnitten Brot, weil sie genau diese Form von Mobilität gewährleisten.
    Zumal es immernoch dumm ist, die Batterie fest einzubauen, statt ein Mietsystem für Batterien zu installieren. Ist die Batterie leer, fährt man eine ‘Tankstelle’ wo die Batterie gegen eine voll geladene ausgetauscht wird und man so in wenigen Minuten wieder eine volle Batterie hat und weiterfahren kann – geht so schnell wie Tanken. Gleichzeitig senkt das den Kaufpreis und gewinnt damit deutlich an Attraktivität für Käufer.
    Aber die deutschen Hersteller hängen ja an der alten Verbrennungstechnik… Wenn sich die Benzinpreise weiter so entwickeln und die Deutschen keine Alternativen haben, wirds wohl eng. Zumal man sich in Deutschland ohnehin wie eh und je auf teure spritfressende Dickschiffe konzentriert.

    1. Die Batterie des Opel Ampera wiegt ~200 kg, sitzt im Fahrzeugboden und ist flüssiggekühlt. Da will ich gern mal sehen, wie das Ding mal schnell in wenigen Minuten an der “Tankstelle” getauscht wird…
      Und wenn ich mir die Autos auf den deutschen Straßen mal anschau, ist der Sprit den meisten wohl immer noch nicht teuer genug. Die Hersteller bedienen die Anfrage der Kunden, und da ist wohl noch kein Bedarf da… (Ampera: noch nie auf der Straße begegnet. Audi A2 TDI 3L, Lupo 3L TDI: Geschichte)

      1. Es gibt schon automatisierte Lösungen dafür. Man fährt auf ne Rampe, Halteklammern werden gelöst, akku aus dem Fahrzeugboden gesenkt, weggefahren, neuer kommt an, wird in den Fahrzeugboden gehoben, Halteklammern fixieren ihn.

        Wenn VW ein solches System umsetzen wolle, lösen sie das Problem auch.

  2. “Der Akku ist mit 1,1 kW allerdings recht klein…”

    Es muss kWh heißen, da kW nur eine Leistung ist, die Kapazität/Größe jedoch eine absolute Energiemenge also Leistung*Zeit ist.

  3. Im Stadtverkehr bedient das Pedelec den Markt. In der Stadt Auto fahren ist doch eigene Blödheit. Da wo man auf Autos nunmal nicht verzichten kann (Land) steigt doch keiner in ein Fahrzeug das weniger als 100 km/h schafft. Solche Fahrzeuge sind Verkehrshindernisse, einzig sinnvoll für alte Menschen als Entschuldigung nicht vernünftig zu fahren (Der kann halt nicht schneller).

    Zusätzlich ist das Auto ein Gegenstand mit dem man sich in der Öffentlichkeit zeigt. Diese Kleinwagen sind optisch eine Zumutung. Und sie sind langsam! Der neue Polo eco, 40 PS Diesel. Enorm wie gering der Verbrauch ist, wundere mich jedesmal wieder wenn ich so einen tanke und bin immer ein bischen neidisch. Aber das fahren ist schlicht furchtbar. Die Karren kommen nicht vom Fleck. Jedesmal wenn ich umsteige auf meinen Wagen ist der erste Gedanke “Gott sei dank”. An den Spritverbrauch denke ich dann nicht mehr.

    Es ist ganz einfach, noch bevor ich auf solche furchtbar kriechenden und schlecht aussehenden Kisten umsteige werde ich zuerst alle anderen Ausgaben reduzieren. Erstmal weniger Kino, nicht mehr ausgehen zum essen, weniger Geld für PC-Software, keine mehr für Musik, Freizeitaktivitäten reduzieren. Zu jeder Aktivität benötigt man ein Auto, und wenn das schon mit Stress anfängt wenn man sich in den Wagen setzt spart man sich das lieber ganz. Preiselastizität nennt sich das, und die ist bei einem großen Teil der Bevölkerung so gegen null strebend. Da helfen keine Preiserhöhungen. Da helfen nur Substitutionsgüter.

    1. Den meisten Öko Auto Diktatoren unterstelle ich sowieso das sie in Wirklichkeit in einer Stadt wohnen mit Bus und Bahn vorwärts kommen und gar kein Auto haben.

  4. Mich wundert an diesem Hybrid eigentlich nur der Hohe Verbrauch. 5,23L/100km? Das schaffen doch heute schon andere Autos ohne Hybrid locker.

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