Wissenschaftler entwickeln Methode zur Fernsteuerung von Schaben

Bozkurt-Roach-1-615

Ein langgehegtes Ziel der Wissenschaft wurde nun erreicht: Forscher der North Carolina State University haben Schaben erfolgreich ferngesteuert. Was sowohl beeindruckend als auch ein wenig abstoßend ist, könnte eines Tages unsere Leben retten.

Iper Bozkurt, einer der Forscher, erklärt das Ziel des Projektes:

Wir wollten feststellen, ob wir eine kabellose biologische Schnittstelle mit Schaben herstellen können, die robust sind und auch in kleine Räume eindringen können. Letztendlich glauben wir, hierdurch, ein mobiles Netz von intelligenten Sensoren erzeugen zu können, das Schaben zur Sammlung und Übermittlung von Informationen nutzt – wie beispielsweise bei der Suche nach Überlebenden in einem von einem Erdbeben zerstörten Gebäude.

Man entschied sich für Schaben, da es sehr aufwändig wäre, Roboter in dieser Größe zu entwickeln und Schaben ohnehin optimal für solche Einsätze geeignet sind. Die Wissenschaftler entwickelten hierfür einen elektronischen Rucksack mit handelsüblichem Mikrocontroller, Empfänger und Transmitter. Die Rucksäcke wurden an Madagaskar-Fauchschaben angebracht und die Steuereinheit an die Fühler und Cerci (Hinterleibs-Anhänge) der Insekten angeschlossen.

Die Schaben nutzen die Cerci, um Bewegungen in der Luft erkennen zu können, also als ein Warnsystem vor ihren natürlichen Feinden. Wenn die hieran angeschlossene Elektrode aktiviert wird, bewegen sich die Schaben vorwärts. Die an die Fühler angebrachten Sensoren erfüllen einen ähnlichen Zweck. Indem den Schaben durch eine kleine, ins Nervengewebe geschickte elektrische Ladung vorgegaukelt wird, die Antennen würden ein physisches Hindernis berühren, können die Forscher die gewünschte Laufrichtung vorgeben. [IBionicS Laboratory via North Carolina State University]

[Oliver Schwab / Jesus Diaz]

YouTube Preview Image
Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising