Geek-Spray: 10 überraschende Anwendungen für WD-40

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Wenn es ein Geek-Spray gibt, dann ist das WD-40. Diese blau-gelben Spraydosen stehen seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten in vielen Hobbykellern - und sind gegen quietschende Türen, Feuchtigkeit, Rost und zum Lösen festgebackener Verbindungen gut. Wir haben einige recht unbekannte Anwendungszwecke gefunden und auch fünf, bei denen WD-40 alles ruiniert.

Das Kriechöl WD-40 besteht laut Wikipedia größtenteils aus Petroleum – aber unser kleiner Versuch, diese Chemikalie als Ersatz zu verwenden, hat sich leider als böser Fehler herausgestellt – die unten beschriebenen Ergebnisse konnten nicht erzielt werden. Offenbar sind die Unterschiede zwischen WD40 und Petroleum doch recht groß. Schade eigentlich.

Interessante Anwendungen für WD-40:

 

1. Gartenschaufeln einsprühen

Mit etwas WD40 auf der Schaufel oder Forke rutscht das ausgehobene Erdreich leicht ab – das ist besonders bei lemigen oder tonigem Boden eine echte Erleichterung.

2. Porzellanoberflächen reinigen

Das Spray enfernt Mascara, Nagelpolitur sowie Farbreste von den Bodenfließen und von der Waschschüssel. Auch die Kachelfugen lassen sich damit gut reinigen. Die Reste spült man mit Seifenwasser weg. Vorsicht: Erst an einem Bereich probieren, das nicht sichtbar ist. Und keine Silikonfugen damit besprühen.

3. Flecken im Edelstahl-Spülbecken entfernen

Etwas von dem Spray auf einen Lappen sprühen und dann kräftig in Küchenspülbecken reiben. Damit lassen sich allerdings keine Kalkflecken beseitigen.

4. Festgetretene Kaugummis entfernen

Das WD-40 erlaubt es in vielen Fällen, im Teppich festgetretene Kaugummis zu entfernen. Sinnvoll ist auch Kältespray, das den Kaugummi erst vereist und dann bröckelig werden lässt. Bei Kaugummis, die im Haar kleben, soll WD40 auch helfen. Hat damit jemand Erfahrung?

5. Leder weicher machen

Wer mit einem alten, harten, gegerbten Lederstück zu tun hat – sei es ein Werkzeuggürtel, Handschuhe oder ähnlichen, der sollte etwas WD40 auf ein Tuch sprühen und es auf dem Leder verreiben. Auch hier gilt natürlich, das erst einmal auf einem unsichtbaren Bereich auszuprobieren. Auf Wildleder darf man das Verfahren nicht einsetzen – nur auf glattem Leder.

6. Legosteine auseinanderkriegen

Zumindest früher gab es durchaus Legosteine, die so klein und fest miteinander verbunden waren, dass man sie nur schwerlich auseinander bekam. Mit einem Tropfen WD40 lösen sie sich wieder.

7. Buntstiftreste entfernen

Wer mit den Überresten von Buntstiften an Möbeln, Spielzeug, Wänden, Postern, Türen und Fernsehern zu kämpfen hat, wischt sie einfach mit einem Lappen weg, der mit WD-40 benetzt ist.

8. Blumentöpfe befreien

Blumentöpfe haben die unangenehme Eigenschaft, miteinander zu verbacken, wenn man sie ineinandersteckt und draußen stehen lässt. WD-40 verhindert das.

9. Flugrost wegzaubern

Nachdem das WD-40 einen Moment lang eingewirkt hat, kann man Flugrost zum Beispiel auf Werkzeugen wie Sägen und Äxten mit kreisförmigen Bewegungen wegwischen. Auch teerverschmutztes Werkzeug lässt sich damit reingen.

10. Klebereste von Preisschildern entfernen

Viele Preisettiketten sorgen für hässliche Rückstände ,wenn man sie von glatten Oberflächen abzieht. Das gilt natürlich auch für Aufkleber. Mit dem Spray lassen sie sich oft entfernen, wobei man darauf achten muss, auf welchen Oberflächen sie kleben. Papierene Oberflächen mit einem ölhaltigen Spray einzusprühen ist selbstredend keine gute Idee.

Hier sollte man keinesfalls WD-40 aufsprühen:

 

1. Türscharniere

Klar – WD-40 sorgt erst einmal dafür, dass das Quietschen aufhört. Leider zieht der Ölfilm aber Staub und Schmutz an und nach einiger Zeit sieht man hässliche schwarze Schlieren auf den Türscharnieren. Also – besser Graphit verwenden.

2. Fahrrad- und Motorradketten

Da WD-40 Staub und Dreck haften lässt, wird eure Kette dadurch nicht etwa leichtgängiger sondern schmutziger und ruiniert damit die Zahnräder noch schneller. Mit speziellen Kettensprays kommt man weiter. Sie enthalten häufig Teflon, was die Reibung verringert.

3. Paintball-Kanonen

Ein etwas sehr spezieller Warnhinweis: Paintball- bzw. Gotcha-Waffen sollte man nicht mit WD40 einsprühen. Dadurch zersetzen sich die Farbkugeln und die Farbe läuft aus.

4. Schlösser

Das Spray kann ein Schloss ruinieren, da es wie gesagt Staub und Dreck anzieht, der dann in der Folge die feinen Schlossmechanismen blockieren kann. Besser ist Graphitpuder.

5. iPods und iPads

Auch wenn der Home-Button manchmal schwergängig wird – WD-40 kann das Problem nicht beseitigen. Es zersetzt den Kunststoff, kriecht unter das Display, zerstört andere Plastikteile im Inneren und dann geht gar nichts mehr. [Brett Martin / Andreas Donath]

So – und nun seid ihr dran – wofür lässt sich WD-40 noch einsetzen – und wo auf gar keinen Fall? Und ist das Spray Caramba eine Alternative zu WD-40 oder etwas ganz anderes?

[Bilder: Flickr-Nutzer rvettese, Martin Labar und M Rey Alonso /Creative Commons]

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  1. Bei Punkt 5 “Leder” heißt wahrscheinlich so richtig:
    “Auf Wildleder darf man das Verfahren nicht einsetzen – nur auf glattem Leder.”

  2. Danke für die Hinweise, grade auch was man nicht damit machen sollte. Probier auch mal Ballistol Universalspray aus! Das ist nicht so ein ganz feines Kriechöl sondern legt wirklich eine Schmierung hin und ist so universell, dass man es quasi überall, sogar bei medizinischen Anwendungen bei Tieren, nutzen kann.

  3. Weiss jemand wie das bei holz ist? Ich hab nen stuhl in dem ein metallblech sehr knapp bemessen ist und es lässt sich nichtmehr komplett in die vorgesehene holznut schieben…greift wd40 das holz wohl an?

    1. Das öl wird das holz nicht angreifen. Evtl. Den Lack, sofern es denn lackiert ist. Es kann aber sein dass das holz aufquillt weil es das öl aufsaugt und die Nut dadurch noch schmäler wird. Vesuche lieber das metallstück mit seife inzureiben, das rutscht auch. Oder du Nimmst eni stück Schmirgelpapier, spannst es über ein lineal o.Ä. und weitest damit die Nut.

      1. sorry für die Grammatik! Hier nochmal etwas besser:

        Das Öl wird das Holz nicht angreifen. Evtl. den Lack, sofern es denn lackiert ist. Es kann aber sein, dass das Holz aufquillt weil es das Öl aufsaugt und die Nut dadurch noch schmäler wird. Vesuche lieber das Metallstück mit Seife einzureiben, das rutscht auch. Oder Du nimmst ein Stück Schmirgelpapier, spannst es über ein Lineal o.Ä. und weitest damit die Nut.

    2. Habs grad im Garten probiert an einem Stück unbeschichteten (kein Lack oder Beize) Holz versucht. Das gibt leider Flecken. Wenn man damit leben kann ok, aber angegriffen wird das Holz nicht.

  4. Motorradketten schon, sofern es O-Ring-lose Ketten sind (werden z.B. im Trial-Sport eingesetzt). Trialer verwenden im übrigen WD40 als universelles Putz- und Pflegemittel ihrer Moppeds. Pflegt insbesondere Kusntstoff und Gummi und hält’s geschmeidig.

  5. Diese blau-gelben Spraydosen (…) sind gegen quietschende Türen (…) gut. Wenn ihr schon weiter unten erwähnt, dass das eher negative Konsequenzen hat, würde ich DEN Fakt wenigstens raus lassen ;)

  6. Ich finde es nicht sinnvoll Gartengeräte damit zu besprühen. Das ist Umweltverschmutzung.
    Und ihr stiftet auch noch dazu an!
    Für sowas nimmt man ein natürliches öl. z.B. Kamelienöl.

  7. Das Spray eignet sich auch noch für für einen ganz anderen Zweck! Wir haben einem Kumpel der für sein Leben gerne an Autos und Mopeds rumbastelt ein wenig WD-40 geschenkt. Jedoch nicht in der normalen Sprühdose sondern abgefüllt in eine Parfümflasche mit verstäuber oben drauf. Als Etikett haben wir das originale WD-40 Logo genommen und darunter in passender Schrift und Farbe “pure homme” geschrieben. Er hat sich riesig gefreut und benutzen kann man es natürlich auch noch. Egal ob als Parfüm oder Schmiermittel :P

  8. Schlösser – wie z.B. ein Bügelschloss vom Fahrrad – “öle” ich ebenfalls mit Teflon- bzw. Mineralölspray für Fahrradketten.

  9. Geek Spray, wie? Die Chemie und Biologie Kenntnisse der Anwesenden hier liegen z.T. noch weit unter Sendung mit der Maus Niveau. WD 40 ist ein sehr unsauberes Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Kurz gesagt: es ist gifitig. Die Verwendung in ordentlich gelüfteten und gegen Wasser- und Bodenbelastung gesicherten Werkstätten ist sicher in Ordnung, die Verwendung an Gartengeräten – geschweige denn an irgend etwas das direkt mit Menschen und Tieren in Kontakt kommt ist hahnebüchen. Die Idee diesen Lösungsmittelcocktail als Parfüm zu verschenken ist jenseits der Grenze zum Kretinismus. “Geek” hat aber etwas mit Intelligenz zu tun. Mit Wissen. Mit sich-informieren. Das beginnt im Zweifelsfalle damit, sich mal durchzulesen, was auf diesen hübschen blaugelben Fläschchen aufgedruckt ist:

    Wiederholter Kontakt kann zu sprüder oder rissiger Haut führen.
    Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen (alle unter 18 raus hier!)
    Dampf und Aerosol nicht einatmen!
    Nur in gut gelüfteten Bereichen verwenden!
    Kontakt mit der Haut vermeiden!
    Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat inholen!
    Dieses Produkt und seinen Behälter der Problemabfallentsorgung zuführen!

    Also: Euer “Geek Spray” ist giftiger Sondermüll. Eine Mischung aus aufbereiteten Rückständen aus der Benzinproduktion. Grundsätzlich ist das petrochemischer Abfall der normalerweise teuer entsorgt werden müßte, für den man aber stattdessen eine Hochpreis Marktlücke ge- (oder er) -funden hat. Wie nennt man jemanden, der so etwas in Parfümflaschen füllt und seinen Freunden schenkt? Oder jemanden, der damit seine Gartenschaufel besprüht und den Mist hinterher auf dem Umweg über Kartoffeln und Möhren an seine Kinder verfüttert? Einen Geek? Na?

    1. “Wie nennt man jemanden, der so etwas in Parfümflaschen füllt und […] an seine Kinder verfüttert? Einen Geek? Na?”
      ..die richtige Antwort lautet in dem Falle natürlich: “dork” C-;

  10. Oh meine Güte, ein Treehugger. Verhaftet mich, ich habe eine mit WD40 eingeriebene Schaufel in die Erde gesteckt… Holt die Ökobullen! Ich hab kein WD40, ich putze meine AK 47 grundsätzlich nur mit altem Motorenöl, oder was mir eben grad in die Finger kommt lol

  11. Mit wd40 kann man auch kleine Kratzer im Lack vom Auto verschwinden lassen. Wenn man es mit einem Lappen ein bisschen verreibt, sieht man die Kratzer nicht mehr und alles glänzt schön. Kurzfristig tut das dem Lack nichts, wie sich das langfristig verhält weiß ich nicht.

  12. Das Zeugs soll auch wunderbar gegen Plagegeister namens Wespen helfen. Nachdem ich in den vergangenen Jahren (seit ca. 2008) das Problem habe, dass Wespen und ähnliches Getier immer wieder versucht haben, sich unter den Kupferblechen meines Balkons einzunisten, habe ich die Bleche mit WD-40 eingesprüht. Es scheint zu wirken, die Viecher scheinen nun das Gebiet weiträumig zu umfliegen.

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