Holzforschung: Pilz ermöglicht Nachbau von Stradivari-Geigen

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Die wenigen verbliebenen Instrumente von Stradivari sind Millionen wert - aber leider lässt sich ihr legendärer Klang mit den heutigen Holzsorten bisher nicht nachbilden. Doch Hilfe naht - in Form eines Pilzes.

Einem Schweizer Holz-Forscher ist es gelungen, die Eigenschaften des Holzes der Geigen, das Stradivari nutzte, nachzubilden. Dazu wurde ein Pilz eingesetzt.

Stradivari arbeitete im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert an seinen Streichinstrumenten. Er hatte Zugang zu einer speziellen Art von Holz, das zwischen 1645 und 1715 wuchs. Damals waren die Temperaturen extrem niedrig, so dass die Bäume sehr langsam wuchsen. Dadurch entstand besonders dichtes Holz mit hohen elastischen Eigenschaften. Leider gibt es das heute nicht mehr. Professor Francis Schwarze, ein Holz-Forscher an der Eidgenössischen Materialprüfungs-und Forschungsanstalt, hat dennoch einen Weg gefunden, dieses Holz künstlich zu erschaffen.

Es stellt sich heraus, dass zwei Arten von Pilzen – Physisporinus vitreus und Xylaria longipes bei der norwegischen Fichte und bei Platanen die Dichte des Holzes erhöhen und dennoch die Fähigkeit zu schwingen nicht verloren geht. Holz, das mit Pilzen behandelt wird, wird als Mycowood bezeichnet. Zusammen mnit den Geigenbauern Martin Schleske und Michael Rhonheimer schuf Schwarze eine Geige aus diesem Material und ließ sie gegen eine Stradivari aus dem Jahr 1711 antreten . Überraschenderweise konnte in einem Blindtest eine Fachjury die gefälschte Stradivarius von der echten nicht unterscheiden.

Die Technik ist natürlich nicht zum Fälschen der Originalgeigen gedacht. Aber sie könnte es eines Tages möglich machen, dass viele Geiger, die sich keine echte Stradivari leisten können, dennoch in den Genuß des Klangs kommen könnten. [Andrew Liszewski / Andreas Donath]

[Via ScienceDaily, Geekosystem]

[Bild: Ralf Nolte, CC BY-SA 2.0]

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  1. Bin jetzt zu faul zum Suchen, aber irgendwo gab es einen Bericht über einen Blindtest zu Geigen und das Ergebnis war, das Stradivari-Geigen faktisch nicht besser klingen als moderne Geigen.

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