Gaswolken sollen Weltraumschrott wegfegen

Space Junk

Weltraummüll – verlassene Raketenhüllen, kaputte Satelliten und all die aus Kollisionen entstandenen Trümmer – werden langsam zur Plage des Weltraumzeitalters. Boeing hat darum ein Patent angemeldet, nach dem die Menschheit mit Gasausstößen einer suborbitalen Rakete vom Müll im All erlöst werden soll.

Nach über 50 Jahren Raumfahrt hat der Weltraummüll solche Ausmaße angenommen, dass einige Experten vorhersagen, ab der Mitte des Jahrhunderts könnten Probleme beim Flug durchs All entstehen .

Weltraummüll verbrennt normalerweise beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Darum sucht man nun nach einer Lösung, den Schrott aus der Umlaufbahn zu befördern. Die bisherigen Ideen wie das Aufspannen von Netzen an Satelliten oder Roboter mit Tentakeln müssten wiederum selbst mit einer Rakete ins All geschleudert werden – und würden hierbei selbst Müll hinterlassen.

Boeing schlägt darum vor, Gase wie Krypton oder Xenon in einen Tank zu packen und diesen auf eine Rakete zu schnallen. Diese Rakete soll bis zu 10 Tonnen des Gases mitten in einen Haufen Weltraummüll schleudern. Die dabei entstehende Gaswolke würde sich innerhalb von Sekunden auflösen, die kurz erreichte Dichte könnte den Schrott aber genügend abbremsen.

Ein Objekt, dass sich mit 7.8 Kilometern pro Sekunde fortbewegt, könnte diese Wolke um 0.2 Kilometer pro Sekunde verlangsamen. Dies wäre genug, um einen Absturz in die obere Atmosphäre einzuleiten. Die Raketen sollen unterhalb der Kármán-Linie agieren, die in einer Höhe von 100 Kilometern die Grenze zum All markiert. Von dort könnte das Gas in eine Höhe von bis zu 600 Kilometern gefeuert werden und die Rakete einfach wieder Richtung Erde stürzen. [US Patent Office]
Foto: ESA

[Oliver Schwab / Joana Carver]

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  1. Ich finde es immer wieder beeindruckend von was für Geschwindigkeiten man im Weltall ausgehen muss.
    Wenn man sich das so denkt, dass da Weltraumschrott rumtreibt, schwirren einem im Kopf vielleicht Geschwindigkeiten von 5-10Km/h rum und nicht 28.000 Km/h ;-)

    Was mich an dem Patent Fraglich stimmt ist, dass ich doch vermuten müsste, dass man hunderte von solchen Gas-Wolken erzeugen müsste um auch nur einen Bruchteil des Weltraumschrotts abzutragen. Aber ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren.

    1. Vielleicht ist Teil des Plans, dass durch das Abbremsen einzelner Schrottteile die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass bei der Masse an Müll sich ein Trümmerfeld bildet was dann durch erste Teile gebremst gemeinsam zur Erde runterrauscht.

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