Festplatten-Farming: Wie die Flut eine Firma in Elektronikmärkte zwang

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Bei der verheerenden Flut in Thailand wurden zahlreiche Werke von Festplattenherstellern überschwemmt. In der Folge wurden Festplatten knapp und teuer. Das Unternehmen Backblaze, das Cloudspeicherplatz anbietet, musste einen Plan aushecken, trotzdem an Nachschub zu kommen. Sie kauften 5,5 Petabyte Speicherkapazität in Elektronikmärkten.

Vor ungefähr einem Jahr steigt der Preis der 3 TByte-Festplatten, die Blackblaze einsetzte, von 130 auf 360 US-Dollar. Das konnte das Unternehmen, dass unlimitierten Cloud-Speicherplatz für 5 US-Dollar pro Monat anbietet, nicht bezahlen. Also versuchte man es mit externen Festplatten.

Die externen Festplatten wurden geknackt und ihr Innenleben – also die Festplatte selbst in die 135-TByte-Racks gesteckt, die das Unternehmen einsetzt. Die Elektronik-Ketten Best Buy und Costco boten die gewünschten Festplatten an – und die Angestellten von Blackblaze machten sich auf, die Teile zu besorgen. Teilweise kauften sie 50 Stück auf einmal. Dummerweise ging dann alles schief.

Überall tauchten Mitte November 2011 dann Schilder in allen Läden auf. “Maximal 2 Platten für jeden Käufer” hieß es. Leider mussten die Mitarbeiter in vielen Fällen einsehen, dass das kein Witz war. Also wurden sie zu Festplattenjägern. 2 Festplatten pro Tag pro Laden, 3 Läden am Tag und fünf Personen, die diese Jagd durchzogen, sieben Tage in der Woche und schwupps, solllten 210 Platten im Kofferraum landen. Leider wurden die Platten nun auch noch knapp, so dass die Ausbeute viel geringer war als gehofft.

Irgendwann begab sich einer der Angestellten aus Verzweiflung dann auf eine über 340 Kilometer lange Fahrt, auf der er 10 Läden abfuhr und nur 46 Platten erbeutete. Ab einem gewissen Zeitpunkt kapierten die Elektronik-Ketten, was abging und erteilten den Backblaze-Leuten sogar Hausverbot. Sie baten daraufhin Freunde und Familienmitglieder, Festplatten zu besorgen. 1.900 Festplatten später war die Krise langsam vorbei und die Verkaufslimits wurden aufgehoben. [Kyle Wagner / Andreas Donath]

[Via Backblaze, GigaOm]

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  1. witziger artikel.

    aber externe festplatten müssen nicht “geknackt” werden. acht schrauben und zwei kabel später hat man die platte in der hand.

    1. Ich würde fast meinen, dass der Autor genau das damit meinte, es bloß nicht so langweilig ausdrücken wollte.

      Wie du schon sagtest, “witziger Artikel”. :D

  2. Festplatten knacken haha.. Festplatten sind ja auch die besten Tresore gegen Diebe – Knallhart und Bombensicher ;)!! Lässt sich nur in 5 Min + Schraubendreher öffnen und wieder zuschrauben :->..
    Aber ich sags euch, die Dinger sind BOMBENFEST! Da beissen sich selbst die Panzerknacker die Zähne dran aus *ironie off*

    1. Also ich hab mal Praktikum gemacht bei nem Computershop und durfte mehrmals “Festplatten knacken” , das warn so 40€ Teile, die hatten eigendlich alle Schrauben.. Bisher noch keine gesehen die ohne Schrauben waren, es sei dessen evlt diese Chinateile wo in wirklichkeit nen Usbstick drinsteckt im Case XD..

      1. Dann schau dir mal die MyBooks von WD an, die muss man wirklich knacken! Scheissdinger, sind auch noch an die Platine gebunden. D.h. wenn du sie ausbaust und an den Rechner anschließt erscheinen sie RAW

  3. ich hatte es im november 2011 auch so gemacht. 6 externe 3 TB-platten à 109€ statt HDD einzeln für ca. 170€. CnMemory airy – gehäuse ohne schrauben. woche später kosteten sie 159€. hätte best buy oder wer das im artikel auch immer war doch auch einfach machen können…

  4. externe Gehäuse, gerade die günstigen werden fast nur verklebt, Schrauben? viel zu teuer, vor allem dann vermutlich noch eine Maschine die das Gehäuse zusammen schraubt :) ja da hilft nur “knacken”

    Ich finde die Firma geil, ich meine das hätte doch jeder von uns gemacht.. wenn man die Teile fürs Business braucht, warum nicht ;)

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