Warum der erste Laptop kein Kassenschlager war

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Die Technologie entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit stetig weiter. Die wahre Herausforderung für Hersteller ist es aber, dass die Kunden ein neues Produkt als Teil ihres Lebens akzeptieren müssen. Im Falle des Laptops mussten hier felsenfeste Vorurteile überwunden werden.

Der GRiD Compass kam im Jahr 1982 als erster Laptop für die damals horrende Summe von 8150 Dollar auf den Markt. Waren die Verkaufszahlen beim Militär äußerst zufriedenstellend, konnte das Produkt nicht wirklich unter Geschäftsleute gebracht werden. Hinderungsgrund vor einem Kauf war aber oft nicht der Preis, sondern die sozialen Implikationen des Maschinenschreibens. Jeff Hawkins, der Gründung von Palm und Handspring, über die psychologischen Ursachen für die Verkaufsprobleme des Laptops:

Wir hatten ein Produkt, das für Geschäftsleute entwickelt worden war. Und das größte Hindernis oder eines der größten Hindernisse in Bezug auf den Verkauf war die Tatsache, dass es eine Tastatur hatte. Ich arbeitete im Bereich Verkauf und Marketing und habe es aus erster Hand mitbekommen. Zu dieser Zeit, im Jahr 1982, hatten Geschäftsleute in ihren 40ern und 50ern in ihren Büros keine Computer oder Tastaturen. Das alles wurde als Teil des Sekretariats oder der Textverarbeitung angesehen. Wenn man mit so einem Ding ihr Büro betreten würde, würden sie sagen: „Weg damit.“. Es kam einer Degradierung gleich. Die Geschäftsleute fühlten sich wirklich nicht wohl damit. [The Atlantic]

Foto: Wikimedia Commons

[Oliver Schwab / Kyle Wagner]

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  1. Ja, ja das leidige Problem mit dem Endbenutzer.
    Es gab ja auch schon Tablets und Smartphones lange vor dem iPhone, iPad und Androids, aber die Akzeptanz schritt nur sehr sehr langsam voran.
    Es gibt aber viele Ursachen für solche Probleme. Schlechtes Marketing/Werbung und auch Probleme bei dem Thema Verwendung.
    z.B. Windows Mobile (meiner Meinung nach das Beste Handy-OS was es gab, besser als alle aktuellen, aber Microsoft verpasste einfachmal den Leuten zu zeigen was man damit kann.
    Suchte man Software für das Gerät musste man sich durch dutzende Webseiten oder gar Foren kämpfen um gute Software zu finden und es gab sie. Es war alles da, es fehlten lediglich Infos bzw. ein “AppStore” wo das Angebot gesammelt wurde.

    Das beste Beispiel für dafür was alleine eine aggressive Werbung bewirken kann ist eigentlich WhatsApp. Ein stupider Web-Messenger, der den Leuten zeigt, dass man doch statt SMS auch Messages verschicken könnte.
    Eigentlich kann WhatsApp nichts besser als die meisten Messenger, die es aber schon seit 15 Jahren und länger gibt. (ICQ, MSN, …)

    Auf Android bin ich z.B. mit dem imo-Messenger gleichzeitig bei ICQ, MSN, Skype und sogar bei Facebook erreichbar. (auf dem iPad mit im+)
    Und die Messenger sind im Gegensatz zu WhatsApp auch gleichzeitig vom PC nutzbar und sind sicherer als WhatsApp.
    Aber WhatsApp hat es mit seiner aggressiven Werbung, die genau genommen sogar gelogen war, alles richtig gemacht. (gelogen weil “kostenlose SMS” <– keine SMS und das benötigte Internet ist ja auch nicht kostenlos)

    Es zeigt wie wir Menschen ticken. Wir brauchen einfache und offensichtliche Strukturen und müssen manchmal auf die Möglichkeiten mit der Nase drauf gestupst werden.

    Viele wissen gar nicht was möglich wäre und wären begeistert wenn es ihnen jemand zeigen würde.

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