Wie man man mit seinem Smartphone bessere Fotos macht

Es gibt zahlreiche Fotografen die Bilder, die mit Smartphone-Kameras gemacht wurden, sofort als schlecht einstufen. Der Aufschrei: "besorg dir eine echte Kamera" lässt sich auf vielen Fotowebsites deutlich vernehmen. Wir sagen nicht, dass das falsch ist, aber ein gutes Foto ist ein gutes Foto - egal mit was es aufgenommen wurde.

Kameras in Smartphones haben einige Stärken und Schwächen, deren man sich bewusst sein muss, um technisch gute Bilder hinzukriegen. Hier sind einige Tipps, die man beherzigen sollte, bevor man mit seinem iPhone, Droid, Lumia und was auch immer loslegt.

Nah heran

Die meisten Smartphone-Kameras machen aus kurzer Distanz die besten Bilder. Der kleine Sensor sorgt für eine relativ große Schärfentiefe, so dass man relativ viel vom Bild scharf abbilden kann. Größere Kameras mit längeren Objektiven und größeren Sensoren haben es in diesem Bereich schwerer.
Außerdem hat man bei kurzen Motivabständen meist mehr Möglichkeiten, die Beleuchtung des Motivs zu beeinflussen. Gibt es helle Bereiche im Hintergrund, die die Belichtungsmessung verwirren könnten? Wenn man näher heran geht, kann man zahlreiche Störfaktoren ausblenden, weil sie schlicht vom Motiv verdeckt werden.

Bild: Ein Diabolo eines Luftgewehrs, das sich durch den Aufprall auf eine Metallplatte verformt hat. Mit etwas Licht von der Seite fotografiert kann man erkennen, wie gut die Kamera kleinste Details hervorzaubern kann.

Ausschneiden und nicht zoomen

Einige Smartphones sind mit einem Digitalzoom ausgerüstet, aber es ist praktisch immer besser, wenn man diese Funktion nicht einsetzt. Sogar bei der Livebild-Vorschau kann man schon erkennen, dass das Bild durch die Vergrößerung viel pixeliger wird. Die Kameraelektronik kann schließlich auch nichts dazu erfinden, was nicht vom Kamerasensor geliefert wird. Wenn man hingegen aus einem ungezoomten Bild einen Bereich ausschneidet, ändert sich an der Bildqualität dieses Ausschnitts nichts. Bei 8 Megapixeln oder mehr macht es auch nichts, wenn die Auflösung des Bildes durch den Beschnitt absinkt. Für die Onlinepräsentation von Fotos spielt das keine Rolle.


Bild: Dieses Bild eines Berges in der Nähe von Vancouver (Kanada) wurde ausgeschnitten – ursprünglich war es doppelt so groß. Hätte man es gezoomt, wären viele Details in den Bäumen verloren gegangen.

Bearbeiten und nicht filtern

Wer einzigartige Bilder haben will, der sollte nicht die Filter darauf anwenden, die auch Millionen andere Nutzer zur Verfügung stehen. Wir haben nichts gegen Instagram. Die Funktionen zum Teilen von Aufnahmen sind fantastisch, aber die Retro-Filter sind nun mittlerweile wirklich ausgelutscht.
Eine richtige Bildbearbeitung wie SnapSeed, Photoshop Express oder iPhoto leistet bessere Dienste. Damit lassen sich Fehlbelichtungen korrigieren, Kontraste angeben und die Schärfe nachträglich leicht justieren. Auch die Bearbeitung von Smartphone-Bildern in Lightroom oder einem anderen PC-/Mac/Linux-Bildbearbeitungsprogramm ist manchmal sinnvoll.

Bild: Ein Screenshot der iOS-/Android-App SnapSeed. Damit ist eine echte Bildbearbeitung möglich, wobei auch bei diesem Programm sehr seltsame Retrofilter zu finden sind.

Eine bessere Kamera-App wirkt Wunder

Nicht zu verwechseln mit einer Bildbearbeitung ist unser Tipp für iPhone-Nutzer, sich eine bessere Kamera-App zu besorgen, die eine bessere Aufnahmekontrolle ermöglicht. Es gibt mehrere Apps, die diesen Zweck sehr gut erfüllen. Camera Awesome (von SmugMug) gehört dazu, weil damit eine Serienaufnahme möglich ist und der Autofokusbereich von der Belichtungsmessung getrennt wird. Außerdem kostet die App nichts. Apps wie Camera+ haben ähnliche Optionen für eine genauere Aufnahmekontrolle.

Welche App man auch immer wählt – es braucht etwas Zeit, bis man mit den neuen Möglichkeiten zurechtkommt. Es mag blödsinnig erscheinen, mit dem Handy und der Kamera-App Testfotos zu schießen, aber es lohnt sich.

Bild: Camera Awesome App.

Objektiv sauber halten

Eure Taschen dürften nicht gerade ein Reinraum sein – und das was sich darin befindet, kommt auch irgendwann auf die Kameralinse. Dadurch kann nicht nur die Optik verkratzen. Eure Bilder sehen dadurch schnell neblig oder verschmiert aus – egal wie viele Filter ihr dann noch darauf werft.
Es schadet nichts, gelegentlich kurz über die Linse mit dem T-Shirt, einem Tuch oder gar einem Mikrofasertuch zu wischen. Die Oberflächen sind mittlerweile sehr unempfindlich geworden, aber man sollte natürlich nicht in Putzwut verfallen.

Bild: Taschen sind nicht die einzige Ursache für verschmutze Objektive.

Weitere Tipps für gute Smartphone-Fotos gibt es bei PopPhoto.com.

[Stan Horaczek – PopPhoto.com / Andreas Donath]

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  1. Hab noch einen Tip! Eine App nehmen, die wie oben erwähnt Fokus- und Belichtungsmessung voneinander trennt. (zB camera+). Nun kann man während der Belichtungsmessung den Finger vor die Linse halten, so dass die Kamera die weit möglichst geöffnete Blende einstellt. Jetzt kann man super freistellen!

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