Was Obamas Sieg für die Tech-Welt bedeutet

original

Obamas Sieg hat weit reichende soziale und militärische Konsequenzen. Aber was bedeutet der Wahlsieg für den Technikbereich? Was bringen weitere 4 Jahre Obama? Wie sich herausstellt, eine ganze Menge.

Ein freies Internet

Die Netzneutralität wäre bei einer Präsidentschaft Romneys erheblich gefährdet gewesen. Obama ist mittlerweile überzeugter Verteidiger der Netzneutralität. Es war nicht ganz oben auf seiner Prioritätenliste, aber das offene Internet dürfte zunächst einmal gerettet sein.

Schnelleres Internet

Obama versprach, fast wie Merkel, einen Breitbandanschluss für jede Gemeinde in den USA. Er ist dabei weitergekommen, als man meinen könnte. Nach einer Umfrage von Politifact haben etwa 95 % der US Haushalte die Möglichkeit einen Breitbandzugang zu nutzen. Allerdings nutzen diese Möglichkeit nur 67 %. Obama war auch bei der Liberalisierung der Funkfrequenzen aktiv, die bis 2020 eine erhebliche Ausweitung der Breitbandzugänge ermöglichen sollen.

Es mag vielen Deutschen ähnlich gehen: ein Breitbandzugang ist auch im ländlichen Raum sehr wichtig. Man mag darüber streiten ob ein Breitband-Internet ein Privileg oder ein Recht ist, aber er sollte zumindest eine Option sein.

Drohnen

Um es ganz klar zu sagen: das Plakat, in dem ein personalisierter Onkel Sam auf potentielle Freiwillige zielt, geht heute absolut an der Realität vorbei. Das US-Militär hat sich voll dem Drohnen Krieg verschrieben. Das mag man gut oder schlecht finden, aber die Zukunft gilt den unbemannten und bewaffneten Flugobjekten.

Militarisierter Code

könnt ihr euch noch an StuxNet oder Flame erinnern? In Obamas erster Legislaturperiode hat Amerika dieselbe Cyber-Kriegsführung, die man bislang nur aus schlechten Agentenfilmen kannte, in die Tat umgesetzt. Und auch wenn die USA praktisch in flagranti erwischt wurden, ist nicht davon auszugehen dass sie die elektronische Spionage oder gar elektronische Angriffe in Zukunft wieder einstellen werden. Und die USA können auch damit rechnen, dass sie ebenfalls solchen Angriffen ausgesetzt werden.

Weltraumfahrt (nur ein Scherz)

Tut uns leid, aber in den nächsten 4 Jahren werden keine großartigen Raumfahrtprojekte in Richtung Mars oder Mond unternommen werden. Obama will 2030 zwar Menschen auf den Mars bringen, aber der scharfsinnige Beobachter wird erkennen, dass er dann in keinster Weise mehr etwas zu sagen haben wird. Das beste was er tun kann ist die NASA trotz der schwierigen Haushaltslage weiter zu fördern.

Mehr saubere Energie

Ein großer Teil der erneuerbaren Energien, die Obama in den USA einführen wollte, sind bereits Realität. Die USA haben den Anteil an der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie seit Obamas Antritt fast verdoppelt. Es gibt aber noch ein langfristiges Ziel, das heißt, dass alle Neubauten bis 2030 klimaneutral sein sollen. Das lässt aber noch auf sich warten und natürlich ist die Angabe eines so weit entfernten Jahres nichts anderes als die Aussage, das dies ein Problem von jemand anderen sein wird.

Digitalisierte Patientenakten

Ähnlich wie in Deutschland, gibt es auch in den USA die Entwicklung, im Gesundheitswesen eine erheblich stärkere Digitalisierung durchzusetzen. 20 Milliarden USDollar gingen bereits während der ersten Amtsperiode Obamas in Richtung medizinischer Informationstechnologie. Eigentlich sollten es 30 Milliarden Dollar werden, doch der US-Kongress machte Obama einen Strich durch die Rechnung. Es sieht auch diesmal nicht so aus, als ob Obama sich im neuen Kongress durchsetzen können wird. Aber die Obama-Regierung hat bereits das Amt des Nationalen Koordinators für Medizin-IT geschaffen und stellt Mittel zur Verfügung, analoge Akten zu digitalisieren. Und wer weiß, vielleicht überrundet uns die USA in diesem Punkt sogar noch. [Brian Barrett / Andreas Donath]

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising