Doppelt so breit wie ein Airbus 380: Die weltgrößte Windenergieanlage

windturbinen

Der erste kommerzielle Offshore-Windenergieanlage von Siemens vor 30 Jahren hatte 5 Meter lange Rotorblätter und produzierte armselige 30kW. Drei Jahrzehnte später baut das Unternehmen ein Offshore-Modell, das das größte weltweit ist.

Siemens’ Windenergieanlage wurde mit einem alphanumerischen Durcheinander (STW-6.0-154) getauft. Die Turbine produziert satte 6 Megawatt – -fast 200 Mal so viel wie die alte Siemens-Windmühle. Die Anlage kann an Offshore-Standorten 25 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. Dies ist genug, um 6000 Haushalte zu versorgen. Sie ist mit drei 75 Meter langen Rotorblättern ausgestattet. Der Durchmesser des zusammengebauten Rotors liegt bei 154 Metern – das entspricht fast dem doppeltem der Spannweite eines Airbus 380.

Siemens entwickelte die 6 Megawatt-Anlage ausschließlich für den Einsatz auf dem Meer. Der Austellort sorgt für eine Reihe von Problemen, die auf dem Land nicht vorkommen. Offshore-Anlagen müssen leichter, robuster und zuverlässiger sein, weil es extrem teuer ist, Mechaniker dorthin zu befördern. Deshalb hat Siemens zwei Drittel des traditionellen Antriebsstrangs ersetzt – die Hauptwelle, das Getriebe und der High-Speed-Generator wurde mit dem proprietären Direct-Drive-System ersetzt. Dabei kommt ein Generator zum Einsatz, der eine niedrige Drehzahl aufweist und mit einer langsamdrehenden Welle verbunden ist. Ein Getriebe gibt es nicht – frei nach dem Motto: was nicht vorhanden ist, kann nicht kaputt gehen. Der als hochpolige Synchronmaschine in Permanentmagnettechnik ausgeführte Generator soll besonders zuverlässig sein und dennoch einen hohen Wirkungsgrad aufweisen.

Das Direct Drive System sorgt auch dafür, dass in dem Turbinengehäuse viel Platz ist – unter anderem für einen kleinen Kran, mit dem schwere Teile des Generators befördert werden können – und so können auch Mechaniker zusteigen. Dieses System macht die STW-6.0-154 zur leichtesten Windenergieanlage ihrer Klasse. Die Gondel wiegt “nur” 200 Tonnen.

Ein Teil dieser Gewichtsersparnis kommt von der IntegralBlade-Technologie, die durch eine 20-prozentige Gewichtseinsparung gegenüber herkömmlichen Herstellungsverfahren aufweist. Dabei wird das Rotorblatt aus einem Guss und somit ohne Naht hergestellt. So können die Blätter Wind und Wetter mehr als 20 Jahre ohne Probleme widerstehen – auch auf dem Meer.
Die 6-Megawatt-Anlage kann entweder mit dem 154-Meter-Rotor für maximale Stromerzeugung oder einer etwas kürzeren, 120 Meter großen Rotor betrieben werden. Der ist für Aufstellorte in der Nähe von Flughäfen gedacht.

Die ersten 6-MW-Anlage mit dem 154-Meter-Rotor wurde kürzlich in Østerild in Dänemark in einem Testzentrum installiert. Vorausgegangen war dem eine Ankündigung vom Juli 2012, in der der dänische Energie-Riese DONG die Bestellung von 300 dieser Windkraftanlagen mitteilte, die in den kommenden Jahren entlang der britischen Küste installiert werden sollen. Das Vereinigte Königreich mehr schon mehr als 75 Milliarden Pfund in die Offshore-Entwicklung investiert. 2020 sollen 25 Prozent des gesamten Strombedarf Großbritanniens aus Windenergie gewonnen werden. [Andrew Tarantola / Andreas Donath]

[Via Siemens 1 , 2, NA Wind Power 1 , 2, New Scientist, DONG Energy]

Tags :
  1. Lieber Autor, bitte lesen Sie entweder die Quellen richtig oder setzten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein, denn der A380 hat tatsächlich nur eine Spannweite von ca. 80 Meter. 154 Meter müssten Ihnen doch auch etwas sehr groß vorkommen, oder? In einer der Quellen (New Scientist) steht sogar, dass das ungefähr der Roterblattlänge entspricht und NICHT dem Durchmesser des gesamten Rotors!
    Außerdem weiß ich nicht, wie Sie auf einen Faktor von 25000 beim Verhältnis von 6 MW (=6000 kW) zu 30 kW kommen…bei mir sind das 200 mal soviel!

    1. Erfindest Du denn jeden Tag das Rad neu? Die Redakteure können ja auch jeden Artikel tagelang selbst recherchieren (wenn Du ihnen das zahlen kannst)!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising