Führte die Megaupload-Schließung tatsächlich zu einem Rückgang der Kinoumsätze? [Update]

Eine Studie von Oktober kommt zu dem Schluss, die Schließung von Megaupload hätte einen „negativen, wenn auch insignifikanten“ Effekt auf die Umsätze der Kinobetreiber in 49 Ländern gehabt. Eine populäre Interpretation besteht darin, illegalen Downloads Werbungseffekte durch Mundpropaganda zuzusprechen, von denen vor allem Spartenfilme profitierten sollen.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen veröffentlichte gestern eine Pressemitteilung, in der diese Interpretation in Frage gestellt wurde. Darin heißt es: „Die für Deutschland erhältlichen Zahlen widersprechen der These eindeutig.“ Es könne im ersten Halbjahr 2012 kein Rückgang bei den Kinobesucherzahlen festgestellt werden, für Nischenfilme wurden laut der Pressesprecherin der GVU sogar mehr Besucher als in den beiden Vorjahren gezählt. Schließlich müsse man nicht die Umsätze der Kinos, sondern die Besucherzahlen der Filme als Messgröße zugrundelegen, wenn man Werbeeffekte von illegalen Downloads auf Kinobesuche nachweisen wolle.

Gegenüber golem.de zeigten sich die Urheber der Studie Christian Peukert und Jörg Claussen vom großen Medienecho überrascht. Sie wollen gegen Mitte der Woche in die Diskussion einsteigen. Die Auswirkungen illegaler Downloads auf die Unterhaltungsindustrie werden dadurch sicherlich nicht geklärt, aber möglicherweise wird ein neuer Blickwinkel auf das Thema eröffnet.

[via golem.de]

[Update] Mittlerweile hat die Süddeutsche ein sehr interessantes Interview mit den Urhebern der Studie geführt. Darin verdeutlichen diese ihren Standpunkt: Die Schließung von Megaupload habe zumindest „keinen positiven Effekt für die Filmindustrie“ gehabt.

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  1. Aber es wird auch kein signifikanter ANSTIEG für Kino „Blockbuster“ ermittelt! Genau das wird doch von der Medien-Industrie behauptet.
    Denn wenn die behaupten, dass die Besucherzahlen WEGEN Megaupload sänken, so müsste die Abschaltung der Plattform ja wieder einen Anstieg der Besucher aufweisen.
    Laut obigen Angaben ist das mal so nicht erkenntlich. Ich bin gespannt auf Weiteres :D

    1. Coole Logik, dann fange ich morgen mit exzessivem Rauchen an, außerdem werde ich mal mit 300 km/h über die Landstraße brettern. Die sind ja alle Falsch die Statistiken

  2. @MistedM,

    das hat die Industrie noch nicht gerafft bzw. will sie dem Gesetzgeber erklären, das sie Milliarden Schäden durch Filesharing hätten, die aber NUR statistisch anzusehen sind… mehr nicht.

    Ist dasselbe wie unsere Staatsverschuldung, „jeder“ Bundesbürger hat 25000€ Schulden, die der Staat jedem statistisch, aber dennoch real anrechnet, aber nur 10% der Bürger haben doppelt soviel Vermögen wie unser Staat schulden hat, somit hätte auch „jeder“ Bürger ca. 60000€ Vermögen, aber die sind NUR statistisch….. ;)

    Wer das verstanden hat, weiß wie die Industrie rum jammert und wild mit Zahlen hantiert, die sie sowieso NIE erwirtschaftet hätten ^^

    1. Tobias
      10.Dez. 2012 21:13

      Hallo egal,
      Ich find die Zahlen sehr interessant, hab das ganze auch schonmal in irgendnem vortrag gehört, Aber hab noch nichts gefunden, das die richtigkeit deiner Zahlen belegt.
      Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mir mit ein paar Links weiterhelfen könntest.

      Danke schon mal im vorraus
      es Grüßt sie freundlich
      Tobias

      Der doppel post tut mir leid, aber ich hatte es das erste mal leider nicht als Antwort auf seinen Post geschrieben

  3. Hallo egal,
    Ich find die Zahlen sehr interessant, hab das ganze auch schonmal in irgendnem vortrag gehört, Aber hab noch nichts gefunden, das die richtigkeit deiner Zahlen belegt.
    Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mir mit ein paar Links weiterhelfen könntest.

    Danke schon mal im vorraus
    es Grüßt sie freundlich
    Tobias

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