Chinesische Wissenschaftler erzeugen neue Hirnzellen aus Urin

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Man kann Strom daraus erzeugen, es zum Heizen nutzen und sogar Videospiele damit spielen. Urin ist doch ein recht vielseitiger Stoff - und jetzt machen Wissenschaftler daraus auch noch Hirnzellen.

Sekunde mal, bitte was? Es klingt ziemlich schwer zu glauben, aber Wissenschaftler behaupten, dass sie einige der Zellen, die so aus dem Körper ausgeschieden werden, unter den richtigen Bedingungen zu Neuronen umbauen können. Die Forschungsergebnisse wurden in Nature Methods veröffentlicht.

Dazu werden im Urin vorhandene Nieren-Epithelzellen in pluripotente Stammzellen gewandelt, woraus innerhalb von 12 Tagen jedes beliebige Gewebe hergestellt werden kann – die halbe Zeit, die sonst normalerweise mit Blut- und Gewebeproben benötigt wird.

Die Wissenschaftler hatten schon zuvor ähnliche Ergebnisse erzielt, doch die so gewonnenen Stammzellen waren instabil, also nicht vorhersehbar. Das Team um Duanqing Pei des Guangzhou Instituts für Biomedizin und Gesundheit in China hat diese Probleme jedoch nicht. Sie konnten, ganz im Gegenteil, in nur 4 Wochen stabile, voll funktionsfähige Neuronen züchten. Sie scheinen sogar sicher zu sein: Wenn man sie in Rattenhirne einsetzt, verhalten sie sich wie erwartet und bilden keine Tumore.

Für regenerative Medizin könnte das ein gewaltiger Schritt sein. Ohne die kontrovers diskutierten embryonalen Stammzellen und ohne invasive Maßnahmen am Patienten können so einfach und schnell Stammzellen für die regenerative Medizin gewonnen werden. Und so können riesige Fortschritte für das Gesundheitswesen quasi aus der Leiste geschüttelt werden. [Nature, via Gizmodo.com]
Bild: Francisco Antunes unter Creative Commons-Lizenz

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