Die teuerste Festplatte aller Zeiten hatte ganze 22,7 GB [Video]

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22 Gigabytes klingen ja jetzt nicht gerade nach viel, gemessen an heutigen Standards. Aber in den ersten Tagen der vernetzten Computer, als Speicherkapazitäten im Megabytebereich noch als extrem viel galten, bot IBMs ultimatives DASD-Design unerhörten Platz.

Während der späten Achtziger und frühen Neunziger waren Magnetbänder das Maß der Dinge, wenn es um die langfristige Speicherung großer Datenmengen ging. Rotierende Magnetscheiben als Festplatten, wie die bekannten 3.5″- und 5.25″-Varianten, kannte man schon, boten aber bestenfalls einige MB an Platz. So wurden die Direct Access Storage Devices (DASD) designed, um diese Lücke zu schließen.

Anders als Bandlaufwerke, die nur den sequentiellen Zugriff auf Daten erlaubten, konnten dieses plattenbasierte Laufwerks-Design genau wie moderne Festplatten zu den benötigten Informationen springen. Die größte ihrer Art war die IBM 3390, vorgestellt 1989. Sie hatte eine Gesamtkapazität von unglaublichen 22,7 Gigabyte, kein anderes DASD konnte so viel Platz bieten.

Die 3390 bestand aus sechs der 38,5 Kilo schweren, bei 3000 U/min laufenden Elf-Zoll-Platten und konnte zwischen ihnen bis zu 4,2 MB pro Sekunde übertragen. Das mag nicht gerade schnell wirken, aber die 3390 war so 40 Prozent schneller als ihre Mitbewerber und bot die dreifache Datendichte ihrer Vorgänger. Dazu kam seine extrem hohe Zuverlässigkeit, unter anderem dank der versiegelten Halogen-basierten Schutzatmosphäre.

Diese Zuverlässigkeit hatte aber auch einen stolzen Preis: Die 3390 wurde seinerzeit zwischen 90000 und 275000 US-Dollar gehandelt. Die meisten Systeme benötigten zudem mindestens drei DASDs, so dass man schon ein paar Taler pro Gigabyte in die Hand nehmen musste. [via Gizmodo.com]
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  1. Ich glaube die IBM 350 war noch teurer. Ein Vergleich ist jedoch schwierig, weil diese 5MB(!)-Festplatten – die über eine Tonne wogen – nicht verkauft, sondern 1956 nur im Set mit Drucker, Lochkarteneinheit und Netzteil vermietet wurden. Und zwar für damals 3.200$ was inflationsbereinigt heute mehr als 26.000$ wären. PRO MONAT!

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