Chaos Computer Club tritt gegen Militär-Software auf

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Gestern, einen Tag vor Silvester, endete der viertägige Kongress des Chaos Computer Clubs. Darin sprach sich die größte europäische Hacker-Vereinigung ganz klar gegen staatliche Überwachungstechnik, Zensur und Internet-Regulierung aus. Im Jahr 2013 will der CCC ganz besonders gegen Militärtechnik für Drohnen und andere automatisierte Systeme eintreten.

Frank Rieger, der Sprecher des schon seit 31 Jahren existierenden CCC, rief am Samstag Software-Ingenieure und Entwickler in aller Welt dazu auf, sich einer militärischen Nutzung ihrer Fähigkeiten zu widersetzen. Als Negativ-Beispiel verwies er auf den Raketen-Pionier Wernher von Braun, der zwar ein großes technisches Talent gewesen sein, aber seine Fähigkeiten dem Militär zur Verfügung gestellt hat.

Ganz besonders prangerte Rieger den Spruch „not my department“ („Nicht mein Fachgebiet“) an, mit dem viele Techniker die Verantwortung ihrer Handlungen von sich weisen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa meinte Rieger: „Wir sagen: Arbeitet nicht für diese Leute, überlegt Euch, für wen Ihr Eure Fähigkeiten einsetzt.“

Im Rückblick auf 2012 bekräftigte der CCC zum wiederholten Male seine Ablehnung gegen den „Staatstrojaner“ und andere staatliche Überwachungssoftware und gegen die Vorratsdatenspeicherung. Der CCC sprach sich aber auch gegen Strafen bei Urheberrechts-Verletzungen aus.

Der Zulauf zu diesem Kongress sprengte alle bisherigen Rekorde. Mehr als 6000 Teilnehmer erschienen zu der Veranstaltung des Vereins, der nach einer Welle von Neuaufnahmen nun auf mehr als 4000 eingetragene Mitglieder verweisen kann. Die Mitglieder sehen sich selbst als Hacker und definieren den Begriff damit anders als er z. B. in den USA verwendet wird, wo mit „Hacker“ hauptsächlich kriminelle Cracker gemeint sind, während sich die Mitglieder der CCC als versierte IT-Spezialisten verstehen.

[futurzone.at]

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