Auch das noch: Echter Aimbot für echte Gewehre

Alle Pazifisten sollten jetzt lieber schnell weiterklicken, denn was von einer Firma namens Tracking Point auf der CES dieses Jahr vorgestellt wurde, ist nichts für Tierfreunde oder friedliebende Menschen: Der Aimbot ist aus den Online-Games ins Real-Life übergesprungen.

Auch wenn es mir etwas schwer fällt, Jagdgewehre als „Consumer Electronics“ anzusehen, so steckt immerhin eine ganze Menge Computertechnik in dieser Waffe: Das Zielfernrohr hat einen eingebetteten Linux-Rechner und ein Display, auf dem ganz Augmented Reality-artig ein Haufen Informationen eingeblendet werden, etwa Windgeschwindigkeit, Distanz zum Ziel und andere wichtige Infos, um das Ziel zu treffen.

Das Ganze funktioniert so: Sobald man sein Ziel ausgewählt hat, drückt man eine kleine Taste beim Abzug, um es zu markieren. Der eingebaute Laser des Visiers verfolgt daraufhin dieses Ziel und wenn man dann feuern will, zieht man am Abzug. Daraufhin passiert allerdings erstmal nichts, denn nun muss man das Fadenkreuz auf den errechneten Vorhaltepunkt bewegen. Wenn man diesen erreicht hat, feuert das Gewehr automatisch. So wird eine hundertprozentige Genauigkeit auf über 800 Metern erreichen – zum Vergleich: Ein baugleiches Gewehr mit herkömmlichen Zielfernrohr trifft nur auf etwa 274 Meter genau, was aber auch mit an der zu verwendenden Spezialmunition liegt.

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Ich finde das sehr, sagen wir mal, befremdlich: Wir alle hassen Cheater mit Aimbots in Online-Games, aber jetzt soll das auch im Real Life gehen? Ja, hackt’s denn? Die bittere Ironie ist ja auch obendrein noch die Verwendung von Linux als Betriebssystem des Zielcomputers, das für mich bisher immer ein Symbol für Frieden und Freiheit war. Als einziger Trost bleibt nur zu sagen, dass der Preis von 17.000 US-Dollar für dieses Gewehr es zumindest nicht für jeden zweiten Hillbilly erschwinglich macht. [ExtremeTech, via FeFe]

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  1. Ich finde eher den Artikel sehr befremdlich. Der Autor (Praktikant?) hat offensichtlich was gegen Waffen. Das ist ja durchaus auch eine legitime Ansicht. Nun wird aber nicht gegen Waffen selbst argumentiert, sondern auf dieser Basis gegen etwas, das hilft mit Waffen besser zu treffen. Hierauf wird dann noch zusätzlich der Hass auf Computerspiel-Cheater gerichtet. Da ist dem guten Herren sämtlicher Kausalzusammenhang flux aus den Fingern in die Kloschüssel gerutscht. Fakt ist: Wird ein derartiges System zur Jagd verwendet, kann hierdurch ein Leiden der Tiere durch Fehlschüsse der Jäger vermieden werden. Das ist, solang man nicht sadistische Neigungen gegenüber Tieren hegt, als durchaus positiv zu bewerten (egal, ob man nun pro oder contra Jagd ist). Sicherlich kann das System auch negativ verstärkend beim illegalen Einsatz von Schusswaffen wirken, jedoch ist der Missbrauch von Waffen mit geringerem Ausmaß hier doch eher an der Tagesordnung.
    Hochgradig unreflektiert.

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