Noch mehr erdähnliche Planeten

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Vor rund 20 Jahren waren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems noch reine Spekulation und nur in Science-Fiction-Geschichten zu finden. 1992 wurden die ersten drei Planten, die einen anderen Stern als die Sonne umkreisen, offiziell bestätigt, etwas später wurde auch rückwirkend eine Entdeckung aus dem Jahr 1989 anerkannt. Heute, Anfang 2013, liegen bestätige Meldungen von knapp 900 extrasolare Planeten vor, darunter auch einige erdähnliche, und deren Zahl könnte weit höher sein als bisher angenommen.

Direkte Beobachtungen extrasolarer Planeten sind selten und umstritten. Daher beruhen fast alle Entdeckungen auf indirekten Methoden. Entweder zieht der Planet von der Erde aus gesehen auf seiner Umlaufbahn genau vor seinem Zentralstern vorbei und verdunkelt ihn dabei in regelmäßigen Intervallen, oder er ist so schwer und so nahe an seiner Sonne dran, dass er bei ihr eine erkennbare Wackel-Bewegung auslöst, die synchron zu seinem Umlauf ist.

In beiden Fällen kann man nur sehr große Planeten entdecken, vergleichbar mit unserem Jupiter, der ein Gas-Riese mit der 318-fachen Erdmasse ist. Kleine Gesteinsplanten wie Merkur, Venus, Mars und natürlich die Erde, erfordern schon sehr genaue Beobachtungsmethoden. Aber genau das kann das Weltraumteleskops Kepler der NASA leisten, das seit 2009 unsere Erde umkreist und Ausschau nach fremden Erden hält.

Kepler hat bisher fast 3000 Kandidaten für Planeten entdeckt, wovon aber die meisten noch auf eine Bestätigung durch andere Forschergruppen warten. Forscher der University of California in Berkeley und der University of Hawaii unter der Leitung von Erik Petigura haben nun nicht nur die übermittelten Daten, sondern auch den methodischen Ansatz, der hinter der Konstruktion dieses Spezial-Teleskops steckt, genauer untersucht und sind zu einem überraschendem Schluss gekommen.

Nach Meinung von Petigura übersieht das Teleskop Kepler rund 25 Prozent aller vorhandenen erdähnlichen Planeten. Das heißt: In einem Ausschnitt des Weltraums, in dem Kepler 30 Super-Erden sieht, sind in Wirklichkeit vermutlich rund 40 Stück. (Als „Super-Erde“ wird ein Gesteins-Planet bezeichnet, der so groß wie die Erde oder größer ist.)

Aus den bisherigen Beobachtungsdaten zieht die Gruppe rund um Petigura den Schluss, dass in unserer Milchstraße ungefähr jeder zweite Stern mindestens einen Planeten hat, der der Erde ähnlich ist. Davon haben ungefähr 17 Prozent einen so kleinen Abstand zu ihrer Sonne, dass ihre Oberfläche für die Entstehung von Leben viel zu heiß ist. Aber bei allen anderen Planeten besteht die Chance, dass sich wenigstens ein paar von ihnen im genau richtigen Abstand vom Zentralstern befinden, der für die Entstehung von Leben – so wie wir es kennen – notwendig ist.

[scinexx.de]

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  1. „[…]der für die Entstehung von Leben – so wie wir es kennen – notwendig ist.“

    Wichtiger Zusatz! Wir gehen immer davon aus, dass Lebensformen nur zu unseren Bedingungen existieren können. Wer weiß was es da draußen sonst noch gibt =)

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