Zu groß fürs Universum?

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Der Begriff „astronomisch groß“ wird gern verwendet, wenn man ausdrücken will, dass etwas so unvorstellbar groß ist, dass es mit Dingen des täglichen Lebens gar nicht mehr verglichen werden kann. Nun haben britische Forscher auf unserem nächtlichen Sternenhimmel aber ein Objekt entdeckt, dass so riesengroß ist, dass es sogar fundamentale Lehrmeinungen der Astronomie über den Haufen wirft.

Es fällt vielen von uns schon schwer, sich den Umfang der Erde (ziemlich genau 40.000 km) vorzustellen. Die Sonne ist von uns 3750-mal so weit entfernt (ca. 150 Millionen km). Das Licht der Sonne braucht 8 Minuten und 20 Sekunden um diese Entfernung zurückzulegen, dabei rast es mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als einer Milliarde km/h zu uns (ca. 1,08 Mrd. km/h).

Die Entfernung zum nächstgelegenen Stern, Proxima Centauri, beträgt rund 40 Billionen Kilometer, das Licht unserer Sonne erreicht ihn erst nach einer Reisezeit von 4 Jahren, 2 Monaten und 3 Wochen. Diese Entfernung ist also mehr als das 250.000-fache der Entfernung Sonne-Erde. Um den Durchmesser der Milchstraße (rund 110.000 Lichtjahre) zu erhalten ist das nochmal ungefähr mit dem Faktor 26.000 zu multiplizieren.

Unsere Milchstraße ist aber nur eine von unzählig vielen Galaxien, die ihrerseits meist in Galaxienhaufen lose aneinandergebunden sind. Mehrere Galaxienhaufen bilden wiederum sogenannte Superhaufen. Diese Gebilde haben schon Ausdehnungen von bis zu 100 Millionen Lichtjahren, sind also tausendmal so groß wie unsere Milchstraße.

Vor wenigen Tagen haben aber Astronomen von der University of Central Lancashire (UCLan) in Großbritannien gemeldet, dass sie eine sogenannte „Large Quasar Group“ (LQG) entdeckt haben, die vierzigmal größer als ein typischer Superhaufen ist. Diese Gruppe, die aus mehreren Quasaren besteht, ist unglaubliche vier Milliarden Lichtjahre lang. (Quasare sind extrem leuchtstarke Kerne von Galaxien, die ihre Energie daraus beziehen, dass gleichzeitig mehrere Sonnen in ein riesiges schwarzes Loch stürzen.)

Das Problem dabei: Laut einer allgemein anerkannten, aber noch nicht restlos bestätigten Lehrmeinung dürfte es so große Objekte gar nicht geben. Das „kosmologische Prinzip“ besagt nämlich, dass jeder Ausschnitt des Weltraums, egal wie groß man ihn wählt, ungefähr so aussieht wie jeder andere Ausschnitt. Anders formuliert: Der Weltraum ist in allen Größenordnungen annähernd gleichförmig, keine Region unterscheidet sich besonders auffallend vom Rest. Insbesondere sollte ein Bild vom gesamten sichtbaren Universum, das einen Durchmesser von rund 90 Milliarden Lichtjahren hat (siehe wikipedia) keine auffällige Struktur enthalten, die größer als ca. 1,2 Milliarden Lichtjahre ist. Die neuentdeckte Riesen-Quasargruppe ist aber um mehr als den Faktor 3 zu groß um noch im Einklang mit der Theorie zu stehen.

Das kosmologische Prinzip geht auf Ideen von Einstein zurück und hat in der Kosmologie einen sehr fundamentalen Charakter. Dass es offenbar falsch ist, wird den Astronomen und Kosmologen in den nächsten Jahren eine Menge Arbeit machen um wieder ein Modell der Welt zu finden, das mit den tatsächlichen Beobachtungen in Einklang steht.

[spiegel.de und scitechdaily.com]

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  1. ich frage mich welchen kamerasensor die benutzt haben.
    das iphone 5 hat doch die beste kamera auf dem markt. wette die haben ein objektiv für das iphone gekauft und das weltall beobachtet, vom berg aus.
    samsung ist ja nicht so gut in kamerasachen

    1. Natürlich verstehe ich die Notwendigkeiten von PR-Agenturen, aber sollten den die gefakten Einträge nicht zumindest ein wenig mit dem Thema zu tun haben?

    2. Schmunzel :-) … sehr netter Beitrag – mal was anderes als die ‘ich-glaub-ich-hab-auch-Ahnung’ Kommentare von den Pseudo-AstroPhysikern die sich auf solchen Seiten gerne wichtig machen….

    3. Hallo Katrin,
      im Kepler-Teleskop befindet sich nicht ein einzelner Kamerasensor, sondern da sind 42 Sensorchips (CCD-Sensoren) verbaut. Jeder von Ihnen hat eine Auflösung von 2200 × 1024 Pixel (also 2,25 Megapixel) und ist 2,8 × 3,0 cm groß. Zum Vergleich: Der Kamera-Chip des iPhone 5 liefert 3264 × 2448 Pixel (7,99 Megapixel) und ist nur ein paar Millimeter groß. Da im Teleskop aber 42 Chips verbaut sind, hat diese Weltraumkamera eine gesamte Auflösung von 94,6 Megapixel.
      Diese Kamera macht aber keine herkömlichen Bilder. Die Daten vieler benachbarter Pixel werden zu einem Helligkeitswert zusammengefasst, auf diese Weise ist das Gerät in der Lage extrem kleine Helligkeitsschwankungen im Beobachtungsgebiet zu erkennen. Der Photo-Chip des iPhones wäre dazu völlig ungeeignet, weil es wegen der Kleinheit der einzelnen Bildpunkte zu Ungenauigkeiten kommt, die auf jedem Foto vorhanden sind, die aber nur bei Bildern auffallen, die bei sehr schlechter Beleuchtung aufgenommen wurden. Nur: Der Weltraum ist extrem schlecht beleuchtet, da versagt jeder herkömliche Kamera-Chip.

  2. Zitat Gizmodo:
    Das „kosmologische Prinzip“ besagt nämlich, dass jeder Ausschnitt des Weltraums, [b] egal wie groß man ihn wählt [/b] , ungefähr so aussieht wie jeder andere Ausschnitt.

    Zitat Spiegel. de:
    “Es besagt, dass der Weltraum – wenn man ihn in einem ausreichend großen Maßstab betrachtet – immer gleich aussieht, egal wo der Betrachter sich befindet und in welche Richtung er blickt.”
    bzw. die Originalquelle:
    the Cosmological Principle: the assumption that the universe, when viewed at a sufficiently large scale, looks the same no matter where you are observing it from.

    Ok, man kann mal falsch abschreiben, aber ein kosmologisches Prinzip, das aussagt, dass alle 50qm des Universums so aussehen wie das eigene Wohnzimmer.. da sollte man auch als Journalist stutzig werden.

  3. Lass mich ein wenig Pseudo Astrophysiker sein…

    Ein weiterer Grund das gängige Modell des Universums nicht zu dogmatisch zu sehen und nicht weiter so zu tun als sei der Big Bang die einzig logische Theory, ä, ie.

  4. Nein, lass es mich erklären:
    Das war ein Beitrag von einem fetten, pickligen Teenager der in den nächsten 25 Jahren nur gegen Geld zum Stich kommen wird, der auf diese Weise versucht lustig zu sein, damit ihm wenigstens ein paar virtuelle Speichellecker das Getriebe ölen.

    1. Liebert Marc, als ich deinen Kommentar las, musste ich laut lachen!
      Fett? Ich bringe 93 Kilo auf die Waage, Das kann ich also gerade noch so gelten lassen.
      Pickelig? Nö, und das war ich auch nie.
      Teenager? Mein lieber Freund, ich bin 47 Jahre alt. (Gib mal meinen Namen bei Google ein) Für so jung hat mich schon lange niemand mehr gehalten. Ich nehm das mal als Kompliment. *schmunzel*
      Was in den nächsten 25 Jahren sein wird weiß niemand, aber ich bin schon lange glücklich verheiratet und brauche niemanden, der irgendwas bei mir ölt.

      Ich habe übrigens in den 1980er-Jahren zuerst Chemie und dann Physik studiert, und bin mit 41 Jahren nochmal auf eine Hochschule gegangen um Informatik zu studieren. Den Bachelor habe ich 2009 mit Auszeichnung gemacht, an der Masterarbeit schreibe ich gerade.
      Ich betreibe seit 10 Jahren eine eigene ganz gut besuchte Website (die “Datenbank des nutzlosen Wissens”; seit 2010 auch auf Facebook) und habe vor 2 Jahren eine eigene Software-Firma gegründet. In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Mathematik, Pysik und Astronomie. Dafür habe ich aber wirklich Null Ahnung von Fußball und von Musik die nach 1990 erschienen ist.
      Achja: Seit Weihnachten 2012 darf ich für Gizmodo schreiben, meine Artikel erscheinen immer montags. Ich lese alle Kommentare zu meinen Artikeln und freue mich über jede Rückmeldung.

      1. Jungspund^^

        Ich denke mal, dass sich Marc wohl eher auf den Post von Katrin bezog, als auf deinen Artikel? Hoffe ich zumindest.

      2. Interessant dass sie alle Kommentare lesen und auf den in dem festgestellt wird (und sogar das “Original” zitiert wird) dass etwas faktisch falsch ist einfach komplett ignorieren…

      3. Lieber Justin,
        Ich habe bei der Erklärung des kosmologischen Prinzips nichts abgeschrieben, sondern habe das wiedergegeben, was von meinem Physik-Studium hängen geblieben ist. Leider habe ich es etwas unsauber formuliert, den Grundgedanken habe ich aber, wie ich glaube, dennoch einigermaßen richtig wiedergegeben.
        Der Kommentar von “der bremer” liefert eine andere, bessere Beschreibung. (Diese Beschreibung war nun ja auch richtig abgeschrieben). Die bessere Beschreibung ist ja nun für jeden deutlich zu lesen, warum soll ich da noch meinen Senf dazu geben?
        p.S.: Ich bin kein Journalist. und würde mir auch nie anmaßen einer zu sein. Von Beruf bin ich Softwareentwickler und ich arbeite seit kurzem nebenbei auch noch als Autor für Gizmodo.

  5. Also ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich viel davon verstehe,
    ich finde es aber immer wieder wahnsinnig interessant und deswegen Gizmodo – mehr davon!
    Zum Glück gibt es WIRKLICHE Experten, die sich mit solchen Dingen beschäftigen.
    Und ist doch egal, wenn hier ein Pseude-Astrophysiker seine Meinung loswerden will.
    Das regt zumindest bei mir ein wenig zum Nachdenken an. :P

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