Mit elektronischen Augen wieder dreidimensional sehen können

Auge-Symbolbild-shutterstock

Unsere Tiefenwahrnehmung funktioniert bekanntlich nur mit zwei gesunden Augen. Dennoch leiden etwa 285 Millionen Menschen weltweit an irgendeiner Form von visueller Beeinträchtigung in wenigstens einem Auge. Der Verlust der Sehkraft in einem Auge bedeutet auch den Verlust der Fähigkeit, kurze Entfernungen einschätzen und dreidimensional sehen zu können. Deswegen hat ein Team von Wissenschaftlern jetzt eine geniale Lösung vorgestellt, wie man das beidäugige Sehen wiederherstellen kann.

Beim natürlicher binokularen Sehen erfassen unsere Augen Objekte aus leicht unterschiedlichen Winkeln, um so ein Paar bestimmter Perspektiven zu erhalten, die unser Hirn zu einem einzigen dreidimensionalen Bild zusammenfügt. Das Mono-Glass-System, entwickelt von einem Team der Universität von Yamanashi, repliziert diesen Prozess mit Hilfe kommerziell verfügbarer Komponenten als Ersatz für die nicht funktionierenden biologischen Teile.

Die momentane Design-Version des Mono-Glass basiert auf der Wrap 920AR Augmented-Reality-Brille, die normalerweise bei der Arbeit in Autodesk 3DS Max verwendet wird. Diese Brille agiert sozusagen als künstliches Augenpaar, das die Bilder mit integrierten Kameras erzeugt. Die spezielle Software des Wissenschaftsteams verarbeitet diese Informationen dann und erzeugt ein Einzelbild aus diesen Daten. Dieses Bild wird dann vor dem gesunden Auge des Patienten angezeigt, mit nahen Objekten im Fokus, während andere Gegenstände mit zunehmender Entfernung immer verschwommener werden.

momo-glass-funktionsweise

Dummerweise ist das Mono-Glass-Projekt gerade erst aus seiner Konzeptphase raus und sieht sich noch einer Vielzahl technischer Hürden gegenüber, bevor es irgendwann in Serie gehen kann. Das Team muss eine portablere Lösung finden, die den Quad-Core-PC ersetzt, der momentan die Bildverarbeitung übernimmt. Sie hoffen auch, eines Tages die stereoskopische Kamera durch einen persönlichen Entfernungsmesser im Stile eines tragbaren Kinects ersetzen zu können, um die visuelle Genauigkeit des Systems weiter zu verbessern. Na dann: Ein Hoch auf die Wissenschaft. [Extreme Tech, via Gizmodo.com]

Bild oben: mik photographer / shutterstock

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