Der händetrocknende Wasserhahn von Dyson – Eine Innovation mit 692 km/h

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Dyson hat uns schon öfter mit Neuerungen überrascht: Zum Beispiel mit Staubsaugern ohne Beutel oder Ventilatoren ohne Rotorflügel. Doch jetzt haben sie mit dem Dyson Airblade Tap - dem händetrocknenden Wasserhahn - einen besonders coolen Wurf gelandet. Hände waschen und trocknen am selben Ort, ohne das Waschbecken verlassen zu müssen - das ist laut Dyson nicht nur eine Weltneuheit, sondern eine echte Innovation! Wir haben den Airblade Tab in London ausprobiert.

Gizmodo wurde nach London eingeladen, um bei der Vorstellung des Airblade Tap durch den Chefingenieur von Dyson live dabei zu sein. Am Vorabend präsentierte James Dyson die Weltneuheit persönlich in New York. Soviel vorab: Über 40 Millionen Britische Pfund wurden in die Entwicklung gesteckt, über 3.300 Prototypen gebaut und über 213 Millionen Mal haben sich Dyson Mitarbeiter die Hände gewaschen bis aus der Idee ein fertiges Produkt wurde. An dem digitalen Motor wurde am längsten getüftelt: Ohne ihn keine PS zum Händetrocknen. Kühle Luft strömt mit einer Geschwindigkeit von 692 km/h durch 0,8 Millimeter kleine Öffnungen und wischt das Wasser wie ein Scheibenwischer von den Händen.

Infrarot-Sensoren sorgen dafür, dass der Nutzer so viel Wasser und Luft erhält, wie er möchte. Ein Strahlregler mischt das Wasser und verteilt es auf den Händen, wodurch weniger Wasser verbraucht wird. Das alles nach dem “no touch” Prinzip, weder der Regler für den Wasserhahn muss anfasst werden noch ein Knopf für den Händetrockner gedrückt werden.

Herkömmliche Händetrockner haben nur ein Gebläse, mit dem die bakteriell verunreinigte Luft aus dem Waschraum genutzt wird, um das Wasser von den Händen zu blasen. Bei dem händetrocknenden Wasserhahn von Dyson wird die Luft dagegen vorher gefiltert.

Die „alten“ Lüftungstrockner dominierten 80 Jahre dem Markt. Hier drängt sich die Frage auf, warum man erst jetzt die grundlegende Funktion und das Design ändert. Dazu Dyson: “Weil das Offensichtliche meist gar nicht so offensichtlich ist. Simplifying ist eine große Kunst.”

Ein großes Ziel von Dyson ist es laut eingener Aussage, Design mit Innovation zu verbinden. Wie wir finden ist das mit dem Dyson Tab sehr gelungen. Damit das so bleibt, setzt sich James Dyson in England eine für bessere Ausbildung der Industrie Designer ein. Wer als Ingenieur bei Dyson arbeiten möchte, muss sich im Design-Assement Center bewähren. Dort mit Prototypen auf Aufgabenstellungen allein gelassen trennt sich die Spreu vom Weizen und nur die Besten werden genommen.

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Fazit zum Airblade Tab

Ist der Airblade Tab cool? Auf jeden Fall. Passt das Design und das Material? Unbedingt. Würde ich ihn mir kaufen? Als Architekt, Hotelkettenbesitzer, Designer oder Junggeselle mit einem schicken Loft: Ganz sicher ja. Doch man kann nicht leugnen, dass das gute Stück beim Händetrockenen ziemlich laut ist. Bei Interesse kann der Dyson Tab für etwas über 1.000 Euro ab sofort online bestellt werden.

Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich einen Produkttest über eine neue Staubsaugerdüse von Dyson geschrieben und unser Chefredakteur fragte, warum ich nicht die maximale Bewertung von 5 Sternen vergeben hätte, obwohl das Produkt ja offensichtlich hervorragend ist.

Meine Antwort darauf “Naja, sie haben einen tollen Staubsauger gebaut und eine tolle neue Turbodüse. Wenn mir das Gerät noch etwas bieten würde, was wirklich noch nicht da war – nebenbei Spiegeleier brät oder ähnliches – DANN hätte es 5 Gizmodo Sterne verdient.” Jetzt gibt es den Dyson Airblade Tap und meine 5 Sterne bekommt er. Aßerdem noch ein Sternchen, wenn er in der nächsten Auflage ein bisschen leiser wird.

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  1. Naja diese dyson airblades kann man eigentlich schon länger an Flughäfen bewundern. Nur dass man beim alten Modell noch einen Automaten hatte, zu dem man hingeht und die Hände hinein hält.
    Wenn das hier vorgestellte Modell ebenso gut ist wie der Vorgänger, dann funktioniert es im Vergleich zum herkömmlichen Handtrockner aufgrund der Luftstromstärke ziemlich gut. Das ganze direkt überm Waschbecken am Hahn anzubringen, ist die logische Konsequenz. Ich wünschte nur, dass die ‘Gestensteuerung’ an Hahn und trockner wirklich funktionieren würde.

    1. Nein !
      Dyson streift das Wasser mit „Druckluft“ ab.
      Dagegen konventionelle Hände- Trockner arbeiten nur nach Heissluft- Fön- Prinzip.

  2. Bei so einfachen aber logischen Erfindungen denk ich mir immer warum ist erst jetzt jemand auf so ein Idee gekommen, und warum bin das nicht ich ? :D

  3. Pfiffige Entwicklung.
    Erinnert etwas an Trocknungsprinzip in einer Autowaschanlage.
    Genau betrachtet, müsste dieser „Händetrockner“, als ein „Druckluft Wasserabstreifer“ bezeichnet werden.
    Spart Betriebskosten für Handtücherwechel und Reinigung, was sich in der Nutzungsdauer rechnen kann.
    Gefällt mir.

    Trotzdem wäre zu berücksichtigen:
    1. Wie viele Sekunden dauert die vollständige „Trocknung“ der Hände ?
    2. Folgebetriebskosten für den HEPA- Luft- Filter ?
    3. Diebstahlgefahr z.B. in Hotels oder Clubs… (bei 1000 € Stückpreis) lol

    Optimierung:
    1. Dyson könnte auch einen Flüssigseifenspender integrieren.
    2. Eine weitere Anwendung wäre in HiTec- WC-Sitzen, die eine integrierte Bidet- Funktion haben. (in Japan sehr verbreiteter multimillionen Markt)
    3. Wenn Dyson mir so ein Testteil zu Verfügng stellt, könnte mir noch mehr einfallen…

  4. Und wann gibt es so einen „Druckluft Wasserabstreifer“ für Duschkabinen, zum „Trocknen“ von Haut und Haaren ?
    Könnte wie ein Ring, von Oben nach Unten, in der der Duschkabine, um den Menschenkörper abgesenkt werden…

    1. Dürfte ein Motor gemeint sein, bei dem die Drehzahl durch Frequenz der Versorgungsspannung gesteuert wird…
      (Vorteil: starkes Drehmoment bei praktisch jeder Drehzahl)

    1. @Marc
      Zwischen guten Ideen und erfolgreichen Vermarktung von neuen Produkten liegt sehr viel dazwischen.
      U.a. Marktforschung, Prototypenherstellung, Patentanmeldungen, Beachtung der Normen und Gesetze, Optimierung bis zu Serienreife, Aufbau der Produktion oder Finden eines Lohnfertiger, Werbung, Markteinführung, Aufbau des Vertriebes, und noch vieles Anderes.
      Das kostet schnell viele Millionen, viel Arbeit und Stress !
      Und nach dem ganzen Aufwand, Vorfinanzierung, Stress, kommt die Rendite nur bei Erfolg, oder auch nicht.

      Nicht jeder hat Lust auf so etwas.
      Besonders dann wenn man nicht mehr nötig hat zu arbeiten.
      (Nur hungrige haben es nötig zu jagen !)

      Alternative ist gute Ideen zu patentieren, Lizenznehmer zu finden, und nur Lizenzgebühren zu kassieren,
      oder als Unternehmensberater mit brauchbaren Tagessatz (so ab 1400 €) doch noch etwas gelegentlich zu arbeiten.
      Manche tun es nur als Beschäftigungstherapie bzw. zum Training / Erhaltung der grauen Zellen…

  5. Hab das Teil bei einem Kunden gesehen, und getestet!

    Verdammt, warum hat man selbst keine solch genialen Ideen.

    Absolut Geil das Teil

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