Audience – Der Weltmarktführer den keiner kennt

Audience

Letzten Donnerstag war der Weltmarktführer für Stimm- und Tonbearbeitung in Smartphones und Tablets bei uns in der Redaktion zu Besuch. Ihr werdet ihn wahrscheinlich nicht kennen, aber Audience ist einer der bedeutendsten Zulieferer für mobile Geräte. Die Entwicklung und Produktion von Chips zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen gehört zu ihren Spezialitäten. In vielen High-End-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S III oder Apple iPhone 4S sind die Chips von Audience verbaut.

Das Unternehmen aus Mountainview, Kalifornien verbaut seine Chips in circa 140 mobile Geräte. Aktuell beginnen sie auch auf dem Tablet- und Notebookmarkt zu expandieren, wie etwa beim neuen Google Nexus 10.

Extra aus den USA angereist, durften wir Robert H. Schoenfeld, den Vice President von Audience und zwei seiner Kollegen bei uns als Gäste empfangen und über zwei Stunden mit ihnen über ihre Produkte und Zukunftsideen reden. Robert gab uns zuerst einen kurzen Einblick in die Firmengeschichte: Obwohl schon im Jahr 2000 gegründet, war das Unternehmen bis 2008, als es begann die ersten Mikrochips zu verschiffen, noch vollkommen unbekannt.audience-stock Mit der Integration ihrer Prozessoren in Smartphones wurden sie wichtig für den Smartphonemarkt, was der 143,9 Millionen Euro schwere Jahresumsatz von 2012 unter Beweis stellt. Noch im selben Jahr gingen sie an die Börse.

Auf die Frage ob solche Chips denn nun wirklich relevant für den Verkauf sind antwortete Robert klar und deutlich: „It starts to be!“

Jesus Aragon, der Director of Business Developement, demonstrierte uns eindrucksvoll die Funktionen der Audience-Chips im neuen Samsung Galaxy S III und dem Google Nexus 10. Als erstes verließen wir alle den Raum und ließen Jesus alleine im Konferenzraum zurück. Er schaltete eine Stereoanlage mit Straßengeräuschen an, stellte sich direkt mit dem Smartphone neben die Boxen und rief Robert an. Der befand sich mit uns in der Redaktionsküche und stellte das S III auf laut, damit wir alle mithören konnten. Im ersten Moment hörten wir nur das Brummen von Lastkraftwagen und das penetrante Rauschen des vorbeiziehenden Verkehrs. Irgendwo im Hintergrund vernahmen wir ein verzweifeltes Brüllen von Jesus. Dann, von einem Moment auf den anderen, war es vollkommen ruhig und der Director of Business Developement sprach klar und deutlich zu uns, als ob er gerade bei sich zu Hause auf dem Sofa säße. Der aktuelle ESC 305 Chip filterte die störenden Umgebungsgeräusche heraus.

Im Anschluss packte Diane Vanasse, die Senior PR Managerin, ein kleines Döschen mit (ehemals mehreren) winzigen Chips heraus und gab uns einen davon auf die Fingerspitze. Mit einem Schmunzeln meinte sie, dass die Box zu Beginn ihrer Reise noch voller gewesen wäre, aber sie jetzt Foto nur noch zwei der Chips besäßen. Sie wären einfach zu winzig. Wir waren sehr beeindruckt von dem wirklich kleinen Chip und dessen großer Wirkung.

Robert verschaffte uns noch einen kurzen Einblick in die aktuelle Sprachsteuerung von Android Jellybean. Wir sollten uns vorstellen, wir säßen im Auto und würden nebenbei Radio hören und fahren … aber bitte nur vorstellen, nicht machen … und dabei sollten wir dem Tablet per Sprachsteuerung ein paar Fragen stellen. Robert schaltete das Klimpern einer gewohnten Radiomelodie und die typischen Autogeräusche an. Ohne den aktuellen ESC 305 Chip zur Unterdrückung der Umgebungslautstärke war das Sprechen mit Voice-Control fast unmöglich. Als der ESC dann aktiviert wurde funktionierte die Sprachsteuerung deutlich besser.

Dann wollten wir aber endlich wissen, was so ein Chip denn eigentlich kostet. Robert wies auf die vertraglich geregelte Schweigepflicht zu den Unternehmen hin, verriet aber:

„One Chip costs less than a cup of Coffee…but of course not a Starbucks Coffee, because they are pretty expensive!“

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Wir durften außerdem schon am Donnerstag erfahren, dass heute der earSmart eS325 Advanced Voice Processor auf den Markt kommt. Dieser soll drei Mikrofone zur Umgebungsgeräusch-Unterdrückung nutzen können und nochmals 30 bis 55 Prozent besser sein als sein Vorgänger. Zudem führte uns Jesus noch eine kurze Demonstration des „Audio Zoom“ vor, durch dessen Hilfe Smartphones und Tablets in der Lage sein werden komplette Sprachmemos und Videos ohne störende Geräusche aufzuzeichnen. Dieser Versuch lief überzeugend – wir waren von der Umgebungsgeräusch-Unterdrückung sehr beeindruckt.

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Audience führte uns vor Augen, dass eine gute Soundqualität beim Telefonieren und Umgebungsgeräusch-Unterdrückung in naher Zukunft wichtiger werden wird. Sie hat das Potenzial bald ein weiteres Verkaufskriterium im hart umkämpften Smartphone-Markt zu werden.

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