Gehirn-Verbindung via Internet

rats

Telepathie gibt’s nicht wirklich. Mit dem Instrumentarium, das einem Mutter Natur mitgegeben hat, kann man die Gedanken eines anderen nicht lesen. Aber mit ein paar Kabeln sieht die Sache schon anders aus. Wissenschaftler gelang es nämlich, die Gedanken zweier Ratten miteinander zu synchronisieren.

In dem Experiment, das in der aktuellen Ausgabe von Science Reports dokumentiert ist, wurden zwei Ratten-Gehirne miteinander verkabelt. Das Team der Duke Universität implantierte haar-feine Elektroden in die motorischen Zentren von zwei Ratten. Der einen, dem „Sender“ brachte man bei einen Schalter zu drücke wenn ein Lämpchen aufleuchtete. Der Gedanke „drücke den Knopf“ wurde dann von den Elektroden registriert und ins Gehirn der anderen Ratte, dem „Empfänger“ gesendet.

Während die Sender-Ratte auf 96% der Licht-Signale reagierte, reagierte die Empfänger-Ratte in durchschnittlich 64% aller Fälle, obwohl sie das Licht-Signal nicht sehen konnte. Der Spitzenwert einer Versuchsreihe lag sogar bei 72%, der schlechteste Wert noch immer bei 60%. Das ist signifikant mehr als die 50%, die bei rein zufälligem Tastendruck zu erwarten wären.

Nachdem der Trick im Labor so gut funktioniert hat, machten sich die Forscher daran, das Experiment ein wenig abzuwandeln. Zuerst ersetzten sie die Sender-Ratte durch ein computergeneriertes Signal, das ins Gehirn der Empfänger-Ratte geschickt wurde. In einer zweiten Variation saß die Empfänger-Ratte nach wie vor im Labor der Duke-Universität in Durham in den USA, aber die Sender-Ratte befand sich in Natal in Brasilien. Die Signale wurden dabei durchs Internet übertragen. In beiden Fällen reagierte die Empfänger-Ratte mit ungefähr denselben Prozentwert.

Auch wenn das bereits ein allererster Schritt zu echter Gedankenübertragung ist, gibt es noch sehr viel zu tun. Andrew Schwartz, der Professor für Neurobiologie der Uni Pitsburg, erklärte in einem Interview, dass in diesem Experiment nur ein ja/nein-Signal, also ein einzelnes Bit übertragen wurde, und auch der 72%-Spitzenwert ist noch weit weg von zuverlässigen 100%. Aber immerhin: Der Datentransfer von Gehirn zu Gehirn ist seit diesem Experiment Realität. Wer weiß, vielleicht brauchen wir in ein paar Jahren gar keine Kameras und kein Facebook mehr, sondern können unsere Eindrücke auf direktem Weg mit unseren Freunden teilen.

[nature.com und discovery.com via Gizmodo.com]

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  1. Irgendwie muss ich jetzt an “Demolition man” denken. Virtueller sex wird vermutlich die erste kommerzielle Anwendung sein. Naja die Pronoindustrie hat ja auch massiv zur verbreitung von Breitbandanschlüssen in Privathaushalten beigetragen. Nur weis ich nicht ob ich diese ENtwicklung gut heiße. Irgendwann laufen wir alle mit Brillen ala Google Glasses rum die uns eine eigene VR vorgaukeln. Wenn mir die Stadt zu trostlos ist ersetzte ich alle Lampen und Litfasssäulen durch Bäume. Und wenn ich keine Chinesen, Schwarze (ja politisch korrekt Maximalpimentierte, finde den Begriff aber diskrimierender) , oder sonst was nicht mag blende ich das aus oder lass das von der VR umdeuten. Ich finde das gruselig. Wenn man mit der Bahn fährt oder Abends durch die Stadt geht sieht man jetzts chon viele “Technozombies”. Iphone, große Kopfhörer und Wollmütze. Die bekommen kaum was mit und schleichen über den Gehweg. Schöne neue Welt? Wenn jetzt auch noch Gedanken übertragen werden können muss man ja gar nicht mehr aus dem Haus. Amazon udn ebay liefern alles. EVrsteht mich nicht falsch. Ich bin als Informatikstudent der Letzte der Technik ablehnt, aber ich finde die Entwicklung langsam wirklich gruselig. Ist nur noch eine Frage der Zeit bis zum Gehirnhacking. In diesem Sinne passt auf euch auf das ihr eure Menschlichkeit nicht verliert.

  2. Doch, es gibt echte Telpathie. Ich habe es selbst eindrucksvoll und wiederholt erlebt. Nur sind solche Ereignisse etwas besodneres (z.B. in Norfällen) und nicht einfach reproduzierbar.

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