Astronauten-Sch… als Schutzschild beim Flug zum Mars?

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Zwei Probleme: 1) Auch Astronauten müssen mal, es gibt in einem Raumschiff aber sehr wenig Platz um das Zeug zu lagern. 2) Radioaktive Strahlung aus dem All bedroht das Leben der Raumfahrer. Für beide Probleme gibt es aber offenbar eine sehr simple Lösung: Ein Schutzschild aus Sch...

Zum Mars zu reisen ist gefährlich. Muskelatrophie, sozialer Stress durch die Enge in der Raumkapsel und wegen der Isolation von der Erde, die Gefahr dem Vakuum des Weltraums ausgesetzt zu sein und viele andere Risikofaktoren begleiten diese lange Reise. Eine der größten Gefahren ist aber die Strahlung, die die Raumfahrer nur hinter einem geeigneten Schutzschild überleben können. Und möglicherweise werden die Astronauten diesen Schild selbst während der Reise aus ihren eigenen Exkrementen herstellen.

Auf der Erde sind wir durch das riesige Magnetfeld der Erde und durch eine ca. 10 km dicke Lufthülle von der Strahlung des Weltraums geschützt. Raumfahrer verlassen diese beiden Schutzsysteme aber und haben dann nur das dünne Blech der Raumkapsel als Schutz, und das ist für lange Reisen unzureichend.

Private Investoren bereiten einen Marsflug bereits für das Jahr 2018 vor. Wenn das Team rund um Dennis Tito das wirklich schaffen will, brauchen sie eine Lösung für das Strahlungsproblem. Taber MacCallum, ein Mitglied dieses Teams, ließ vor wenigen Tagen in der Zeitschrift New Scientist mit einer ungewöhnlichen Lösung aufhorchen:

Es klingt vielleicht ein wenig ekelig, aber wir haben ohnehin keinen vernünftigen Platz an Bord um die Exkremente der Raumfahrer zu entsorgen. Aber als Strahlungs-Schild ist dieses Material hervorragend geeignet.

Der Plan ist so einfach wie er klingt: Erschaffe eine zusätzliche äußere Hülle rund um das Raumschiff und fülle sie mit Fäkalien. Aber nicht nur das was den Körper verlässt eignet sich gut, sondern auch das, was in den Körper hinein muss: Nahrung. Lebensmittel halten die Strahlung auch gut ab, ohne dabei selbst radioaktiv zu werden. Das bedeutet, dass man auch die Nahrung in diesem äußeren Schutzschild verstauen könnte, natürlich getrennt vom Abfall. Aber auch Wasser eignet sich hervorragend als Schutz gegen die Raumstrahlung. Trinkwasser ebenso wie flüssige Abfälle.

Die Details sind noch nicht ausgearbeitet, und der Trip, falls er überhaupt stattfindet, ist noch ein paar Jahre entfernt. Aber menschliche Ausscheidungen als Strahlungsschild sind eine ernstzunehmende Idee und lösen gleichzeitig das Abfallproblem einer so langen Reise.

[newScientist via Gizmodo.com]

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  1. können „die“es sich denn überhaupt leisten den „müll“ so ungenutzt zu lassen. wie auch immer…

    jetzt ist es ein fliegendes scheisshaus. die marsmission so was von in die hose gehen.

  2. Liebes Gizmodo-Team,

    hier mal ein paar Ratschläge.

    1. „Scheisse“ darf man auch ausschreiben. Klingt natürlich nicht schön, weshalb wir sofort zum nächsten Punkt überspringen.
    2. Wenn „Scheisse“ zu fies klingt, darf man alternativ auch „Kot“ oder sogar „Fäkalien“ schreiben.
    3. Wer sich dennoch nicht traut so etwas zu schreiben, kichert auch wenn jemand „Penis“ sagt.

    Im originalen Artikel steht übrigens „poo“. Das ist eher umgangssprachlich, vielleicht sogar vulgär, verglichen mit der Selbstzensur aber völlig in Ordnung.

    1. Das englische „poo“ kann man nicht so einfach ins Deutsche übersetzen. „A-A“ klingt zu kindlich, „Kacke“ etwas hart, und auch sonst will nicht viel in einen seriösen Artikel passen. Das Problem ist nämlich, dass sehr viele deutsche Schimpfwörter mit unseren analen Ausscheidungen zu tun haben, während die meistgenutzten englischen Schimpfwörter dem Themenbereich der Kopulation zuzurechnen sind.
      Das macht es schwierig, in deutscher Sprache einen Artikel über die Ausscheidungsmasse „Scheiße“ zu schreiben, ohne damit das Schimpfwort „Scheiße“ mitklingen zu lassen. Die Begriffe „Exkremente“, „Fäkalien“, „Ausscheidung“ und „das, was den Körper verlässt“ habe ich ja ohnehin verwendet, und es ist ein Zeichen schlechten Stils, selten genutzte Wörter wiederholt zu verwenden.
      Hätte ich „Scheiße“ ausgeschrieben, wäre vermutlich mit einem Kommentar über die Verrohung der Sprache zu rechnen gewesen, und dass sich ein Gizmodo-Autor doch gefälligst anderer Synonyme befleißigen sollte. Nur: So viele „saubere“ Synonyme gibt es leider nicht. Die Schreibweise „Sch…“ habe ich daher als Kompromiss gewählt. Jeder weiß was gemeint ist, ohne dass es gesagt wird.
      Ich kann deine Kritik nachvollziehen, aber ich stehe trotzdem zu meiner Sch…

      1. Hi again,

        erst mal vielen Dank für die umfangreiche Antwort. Ich bin ein wenig überrascht, dass ich auf meine – zugegebener Maßen zu kritische – Meldung eine Rückmeldung erhalte. Sie hätten den Kommentar auch einfach ignorieren können. Ich möchte auch keine weitere Diskussion anfangen denn ich finde ehrlich gut, dass Sie dahinter stehen und wünsche Ihnen als Journalist weiterhin viel Erfolg.

        Eine Stichelei kann ich mir aber nicht sparen: Kot haben Sie nämlich nicht im Text verwendet. Das wäre noch ein Synonym, das jeder aufgrund der Eindeutigkeit versteht und nicht zu obszön ist. :-)

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