Schädelknochen-Implantat aus dem 3D-Drucker

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Dass es Autos aus dem 3D-Drucker gibt, ist ja schon eine aufregende Sache, aber nun gibt es auch einen lebenden Menschen, dessen Schädelknochen zu 75 % aus einem Implantat besteht, das in einem 3D-Drucker hergestellt wurde.

Der Schädelknochen eines Mannes, dessen Name geheim gehalten wird, musste aus medizinischen Gründen weiträumig entfernt werden. Das behandelnde Ärzteteam entschied sich dafür, das dadurch notwendig gewordene Implantat auf eine völlig neue Weise herzustellen.

Dafür wurde vor der Operation der gesamte Schädel in einem hochauflösenden 3D-Scanner (einem Tomographen) in einen Computer übertragen. An diesem digitalen Modell des Schädelknochens wurde mit digitalen Retusche-Werkzeugen einige medizinisch notwendige Korrekturen vorgenommen, dann wurde dieses Modell an einen 3D-Drucker übertragen und somit wieder in die „wirkliche“ Welt geschickt.

Die auffallendsten Veränderungen gegenüber dem Original-Knochen bestehen in regelmäßig angeordneten Löchern, die am Computermodell in den Schädelknochen „gebohrt“ wurden, damit das thermoelastische Polymer aus einem Polyetherketonketon (PEKK), hergestellt von der Firma „Oxford Performance Materials“ später besser mit dem Körper verwachsen kann. Ein Sprecher des Herstellers meinte, dass man dieses Produkt mit dem Markennamen „OXPEKK“ auch verwenden könnte, um beliebige anderen Knochen in einem lebenden Menschen zu ersetzen, sogar auch die Knochen von Gliedmaßen.

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[Oxford Performance Materials und news.com.au via Gizmodo.com]

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  1. Dürfte die Kosten für Prothesen aller Art revolutionieren.
    (Und weltweit viele Hunderttausende arbeitslos machen)
    Anderseits wird es Prothesen für Arme bzw. „dritte Welt“ erschwinglicher machen…

    Wann geht es auch mit Zahnbrücken, bzw. kompletten Zahnersatz ?
    (CNC gefräste auch einen Block gibt es schon seit Jahren)

    Sieht nach Technologiesprung in dieser Branche aus !

  2. Es gibt bereits einige Arztpraxen, die regelmäßig 3D-Drucker einsetzen. Damit lässt sich viel Zeit einsparen. Es bleibt spannend, wie sich das in zukunft entwickeln wird.

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