Mio Alpha: Ein riesiger Schritt für Pulsmesser

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Die Brustgurt-Pulsmesser nerven - sie funktionieren, aber sie engen beim Sport ein. Deshalb wurde die Mio Alpha entwickelt - eine Armbanduhr die euren Puls genau misst. Wir haben sie uns angesehen.

Die Uhr Mio Alpha misst euren Puls und zeigt ihn an. Damit ist sie für Läufer und Radfahrer besonders interessant, aber auch bei anderen Sportarten ist sie natürlich gut einsetzbar. Im Gegensatz zu anderen Pulsuhren beherrscht sie Bluetooth 4.0 und kann mit dem Smartphone zusammenarbeiten.

Design

Von Vorne sieht die Mio Alpha wie eine preiswerte Plastik-LCD-Uhr mit einem recht dicken Armband aus. Es gibt auf jeder Seite der Uhr nur einen Knopf. Wenn man die Uhr aber auf den Rücken dreht, dann sieht man ihr wahres Geheimnis: Zwei grüne LEDs, die die Haut beim Tragen beleuchten sollen sowie eine Fotozelle, die das Licht und seine kleinen Veränderungen erkennt, sind dort zu sehen. Änderungen im Blutstrom, die dadurch erkannt werden, ermöglichen deshalb eine Aussage über den Puls.

Im Betrieb

Die Mio Alpha muss recht fest ans Handgelenk geschnallt werden, weil sie sonst den Puls nicht messen kann. Den rechten Knopf hält man dann 10 Sekunden gedrückt, um den Messvorgang auszulösen. Drückt man den Knopf noch einmal, wird eine Stoppuhr gestartet. Ihr erhaltet ein Warnsignal, wenn euer Puls über die Ziel-Pulsrate (die man zuvor setzen kann) rutscht. Dazu piept die Uhr fies und ein LED beginnt zu blinken. Nach dem Sport könnt ihr euch Statistiken ansehen – die durchschnittliche Herzfrequenz und wieviel Zeit ihr in der „optimalen Zone“ verbracht habt. Die Uhr besitzt ein Bluetooth 4.0 Modul und kann die Livedaten an eure Lieblingsapps auf dem iPhone 4S 5 oder (angeblich) auch zu Android-Geräten schicken. Eine ANT+ Version, die für Radfahrer interessant ist, weil viele höherwertige Tachos diese Funksignale empfangen und auswerten können, soll bald kommen. Derzeit gibt es nur einen Prototypen.

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Positiv

Die Uhr ist etwas, was die Leute im Gegensatz zu Pulsmessern, die als Brustgurt angeboten werden, tatsächlich nutzen werden. Außerdem fällt das lästige Pairing zwischen Pulsuhr und Brustgurt weg. Man kann die Uhr zwar mit dem Smartphone verbinden, aber das ist nur optional und nicht zwingend erforderlich.

Negativ

Die Uhr fühlt sich noch wie ein Prototyp an, auch wenn sie das nicht ist. Eine Menge Basisfunktionen fehlen einfach. Es gibt keine rundenbasierte Stoppuhr und keinen Countdown und keinen Wecker. Leider ist das Display auch nicht beleuchtet.

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Dank Bluetooth 4.0 funktioniert die Uhr gut mit den aktuellen iPhones, aber aus irgendeinem Grund nicht mit Android-Smartphones, die dieses Protokoll beherrschen. Wir haben es mit 5 Apps und 5 sehr neuen Android-Geräten getestet und wir haben es außer mit dem Galaxa S III und der App nRF von Nordic nicht zum Laufen bekommen. Leider ist nRF nur eine Demo-Anwendung, die die Funktion von Bluetooth 4.0 demonstrieren soll. Irgendwie müssen es die App-Entwickler noch hinbekommen, diese Uhr zu unterstützen, oder Google muss beim nächsten Android-Update noch einmal ran.

Testnotizen

Die Uhr wird über USB aufgeladen. Eine Ladung hält ungefähr für 10 Stunden Pulsmessung aus – das dürfte auch dem anspruchsvollsten Sportler reichen. Als reine Uhr hält sie damit viele Wochen aus.

Die Alpha arbeitet generell sehr genau. Wir haben sie mit einem Brustgurt verglichen und kamen auf praktisch die gleichen Ergebnisse – die Differenz betrug nur wenige Schläge pro Minute. Manchmal treten jedoch Anomalien auf – in den Verlaufsprotokollen sieht man manchmal extreme Ausreißer. Manchmal verliert die Uhr ganz den Kontakt beim Laufen und man muss stillstehen, damit sie sich wieder einmessen kann. Das sorgt für Frust.
Mio hat die Uhr fürs Schwimmen freigegeben. Schön zu wissen, aber dabei funktioniert die Pulsmessung leider nicht korrekt. Aber zumindest muss man sie unter der Dusche nicht ausziehen – auch nicht schlecht.

Fazit

Die Mio Alpha ist die beste Pulsmesseruhr, die es derzeit gibt – das liegt aber auch daran, dass die anderen so schlecht sind. In den meisten Fällen funktioniert die Alpha ziemlich gut. Wem das reicht und wer Brustgurte wie die Pest hasst, der wird sicherlich Interesse haben. Die Uhr kostet allerdings 200 US-Dollar. Wir schätzen aber, dass ein eventueller Nachfolger besser funktionieren wird

Mio Alpha Spezifikationen

• Bluetooth 4.0
• Messmethode: Elektro-optischer Sensor
• Beleuchtung: Nein
• Wasserdicht: Ja
• Preis: 200 US-Dollar
• Giz Rank: 2,5 Sterne

[Via gizmodo.com]

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  1. Die meisten Fitnessgeräte mit Cardio- Programmen empfangen die Puls-Impulse auf niedrigen kHz Frequenzen.
    Dadurch wären solche Uhren mit 2,4 GHz Bluetooth Frequenzen nicht kompatibel !

  2. Trotz ein paart negativen Punkten, überzeigt die MIO Alpha Pulsuhr ohne Brustgurt. Daumen hoch, auch wenn der Preis noch weiter sinkt wird. 135,00 Euro wären für die Leistung ein fairer Preis.“First mover“ zahlen aber auch bei anderen Produkten höhere Preise ;-)

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