Nanocellulose: Das neue, weltverändernde Supermaterial aus Algen

nanozellulose

Es gibt einen neuen Anwärter auf den Thron der Supermaterialien. Nanocellulose soll das superleichte, superwiderstandsfähige und Treibhausgase verschlingende Nanomaterial der Zukunft sein. Und das Beste daran? Es kann nun aus Algen gewonnen werden.

Letzte Woche stellten Wissenschaftler auf dem National Meeting der American Chemical Society, dem Treffen der weltgrößten Wissenschaftsgesellschaft, eine neue Produktionsmethode des Materials vor. R. Malcolm Brown, Jr., der seit 40 Jahren an der Entwicklung des Materials mitgearbeitet hat, ist von den jüngsten Fortschritten begeistert:

Wenn wir die noch letzten Schritte gehen können, bedeutet das eine der vielleicht wichtigsten landwirtschaftlichen Transformationen aller Zeiten. Wir werden dann Pflanzen geschaffen haben, die kostengünstig Massen an Nanocellulose produzieren. Nanocellulose kann der Rohstoff für die nachhaltige Produktion von Biokraftstoffen und vielen anderen Produkten werden. Während der Produktion von Nanocellulose nehmen die Algen Kohlendioxid auf – dem Treibhausgas, das den größten Einfluss auf die globale Erwärmung hat.

In seiner Makroform gibt es Cellulose im Überfluss. Baumrinde besteht daraus, genauso wie die Fasern in Weizen. Unterhalb des Nanometer-Levels könnte man mit den richtigen Feineinstellungen damit aber superleichte Panzerungen, Biotreibstoffe, dünnere Displays, unglaublich leichte Aerogele oder Ersatzorgane herstellen.

Bisher bestand das Problem, dass man für die Herstellung von Nanocellulose riesige Tanks mit Bakterien brauchte, die man dann auch ernähren musste. Neuere Entwicklungen ermöglichen aber die Nutzung genetisch veränderter, blaugrüner Algen, die sich im Gegensatz zu gewöhnlichen Bakterien durch das Sonnenlicht ernähren und dabei Treibhausgase verschlingen.

Bisher konnte man mithilfe der Algen Polymere oder langkettige Nanocellulose herstellen, jetzt will man kompletteres, kristallines Material hinbekommen. Die Versuche bewegen sich gerade vom Labor hin ins Freie und obwohl schon seit Jahrzehnten an dem Material gearbeitet wird, sieht Brown diesen Schritt als „einen der wichtigsten in der Pflanzenbiologie“. [Eureka Alert via The Verge]

Foto: Virunja/Shutterstock

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