Wie man mit einem Android Smartphone ein Flugzeug hacken könnte

Flugzeug

Auf der diesjährigen Hack In The Box Sicherheitskonferenz in Amsterdam wurde wohl ein neues Argument für Fluggesellschaften geliefert, ihren Passagieren die Nutzung von Smartphones zu untersagen. Der Sicherheitsberater Hugo Teso zeigte, wie ein Flugzeug von einem einzelnen Android Smartphone gehackt werden könnte.

Teso, ehemaliger Pilot und nun bei der deutschen Firma n.runs AG, entwickelte den Code SIMON und die App PlaneSploit, mit denen er an Simulationssystemen testete, ob und wie ein Passagier bequem vom Fensterplatz aus die Flight Management Systeme attackieren und Kontrolle über ein Flugzeug erhalten könnte.

Besonders die Systeme Automatic Dependent Surveillance-Broadcast (ADS-B) und das Aircraft Communications Addressing and Reporting System (ACARS) wurden als anfällig eingestuft. Das ADS-B sendet Informationen wie aktuelle Position und Flughöhe an Fluglotsen und ermöglicht es gleichzeitig, Informationen über andere Flugzeuge zu erhalten. Mit ACARS werden Nachrichten zwischen Flugzeug und Fluglotsen per Radio oder Satellit ausgetauscht.

Indem man Schwachstellen ausnutzt und SIMON in diese Systeme einschleust, könnte man Zugriff auf den Bordcomputer erhalten. Bei einem Flugzeug im Autopilot sei es in den Simulationen möglich gewesen, beispielsweise das Flugziel abzuändern, die Innenraumbeleuchtung zu deaktivieren oder einen Zusammenstoß mit einem anderen Flugzeug herbeizuführen. Teso wird sich nun mit der amerikanischen und der europäischen Luftfahrtbehörde zusammensetzen, um Flugzeuge gegen solche Angriffe zu sichern und die Lücken zu beheben. [Net Security]

Foto: StudioSmart/Shutterstock

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  1. Die Sendeleistung von ADS-B ist stärker als die von Smartphone, der zusätzlich durch Fliegerrumpf abgeschirmt ist.
    Der Empfang ist sensibler, was sich aber mit horizontal empfangenden Antennen minimieren ließe.
    Daher ist diese fiktive „Gefahr“ praktisch unwahrscheinlich.
    .
    Ggf. könnten mit Metalldampf oder feinen Draht-Gitter beschichtete (HF-bedämpfte) Flieger- Fenstern, das Restrisiko weiter minimieren.

  2. Naja, um mit ACARS und ADS-B herumzufrickeln, muss man ja nicht an Bord des Fliegers sein. Wenn man da die Hände an entsprechendes Sendeequipment bekommt, wird es interessant. ADS-B-Receiver für den „Heimgebrauch“ gibt es schon, Flight Tracker wie zum Beispiel flightradar24.com setzen da drauf. Was ACARS angeht, weiß ich’s nicht…

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