SHC Wavedancer: Neuartiger Katamaran könnte die Arbeit auf See erträglicher machen

shc wavedancer concept

In Zeiten von Off-Shore-Windparks und anderen Bauarbeiten auf See hat man bislang das massive Problem, dass für Arbeiten an den Windrädern oder auch an Pipelines immer möglichst ruhige See benötigt wird, damit das Schiff möglichst ruhig im Wasser liegt, während beispielsweise Techniker auf einer ausfahrbaren Plattform in luftigen Höhen arbeiten. Teils müssen Schiffe also ewig und drei Tage auf besseres Wetter für ihre Arbeit warten und kosten so teils mehrere hunderttausend Euro am Tag, ohne was zu tun. Daher hat ein Team um den britischen Offshore-Energie-Consultant Dennis Knox nun ein revolutionär neues Schiff entworfen, das selbst bei miesem Wetter wie ein Fels in der Brandung liegt – die SHC Wavedancer.

Das Schiff ist als Katamaran, also mit zwei Rümpfen ausgelegt, wie es schon länger beispielsweise für schnelle Fähren gemacht wird. Das soll es ermöglichen, bei ruhigerer See mit Geschwindigkeiten von bis zu 47 Knoten (ca. 87 km/h) durch das Wasser zu pflügen und so schnell zum Einsatzort zu kommen. Dort offenbart sich die SHC Wavedancer dann als regelrechter Transformer – Das Schiff fährt sich auf seinen Rümpfen nach oben, so dass es am Ende auf zwei Auftriebskörpern steht, die vollständig unter Wasser stehen. So reduziert das Schiff die Angriffsfläche für Wellen auf ein Minimum und es steht auch bei rauer See stabil auf dem Wasser, selbst bei Wellengang von immerhin bis zu fünf Metern.

Dieses Prinzip an sich ist nicht neu, es wird bereits 1946 unter dem Namen SWATH (Small Waterplane Area Twin Hull)in Großbritannien patentiert. Neu ist aber die Transformationsfähigkeit des Schiffs, die die große Stabilität von SWATH mit den Vorteilen des Katamaranprinzips kombiniert. Leider kann man dieses Schiff, das laut den Vorstellungen von Knox als mobile Arbeitsplattform, aber auch militärisch – beispielsweise als Waffenplattform oder Hubschrauberträger – eingesetzt werden könnte, noch nicht im Hafen bestaunen – dazu fehlt das Geld. Daher sucht Knox derzeit nach finanzieller Unterstützung, einerseits über Indiegogo und andererseits in Form von mutigen Investoren. Ob ihr ein möglicherweise militärisch einsetzbares Projekt unterstützen wollt, müsst also ihr wissen, technisch interessant bleibt es aber allemal. [SHC Wavedancer, via Wired]

SHC Wavedancer stern

Bilder: SHC Wavedancer/OSSeas Ltd.

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  1. Naja ganz so neu und revolutionär ist das Konzept nicht. Für mich ist das nur eine Weiterentwicklung der SWATH Technik von Abeking und Rasmussen. Die wird schon länger eingesetzt, z.B .das Lotsenstationsschiff „Elbe” und einige moderne Lotsenversetzboote sind so gebaut, nur die “Höhenverstellung” gibt es hier nicht.

  2. Das doch völliger Schwachsinn. Das ganze hoch und runter Geschiebe kann man sich sparen. Einfach große Röhren nehmen und dann mit Ballastwasser voll. Wenn man es nicht braucht einfach rauspumpen. Die Ganze Hydraulik die die Plattform hoch bzw. runterheben soll, macht das Schiff doppelt so teuer. Wenn man die Röhren hydrodynamisch optimiert hat man auch beim fahren kaum Wellenwiderstand.

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