Flugzeug, heile dich selbst

sky, clouds, earth and ocean

Die US-amerikanische F-35 Lightning und die F-22 Raptor sind Jagdflugzeuge der 5. Generation und gerade einmal aus der Testphase heraus. Dennoch arbeitet die Luftfahrtindustrie längst an der Nachfolge. Die sechste Generation soll weiter und schneller fliegen und vielleicht sogar mit einer selbstheilenden Außenhülle versehen sein.

Die US-Navy braucht Nachfolger für die F/A-18E/F Super Hornets und die E/ A-18G Growlers, die ihre 9.000-Stunden-Flugstundenzeit bald erreicht haben sollten. Das wird ungefähr 2025 der Fall sein. Zwar ist die F-35 ein idealer Ersatz für die F/A-18 Hornet, aber der große Bruder F/A-18E/F Super Hornet ist bislang ohne Nachfolger.

Die US-Marine hat deshalb Luftfahrtunternehmen gebeten, Konzepte zu entwickeln und einzureichen, wie ein Flugzeug der nächsten Generation aussehen könnte. Die Vorgabe: Es soll von nuklear angetriebenen Flugzeugträgern aus starten und auch wieder dort landen und die Rolle als Abfangjäger, Aufklärer und Bomber einnehmen können.

Zudem soll das Flugzeug auch von Flugzeugträgern der Nimitz- und Ford-Klasse aus operieren können und sowohl mit als auch ohne Pilot fliegen können. Uff.

Boeing und Lockheed Martin haben Designs eingereicht, die ein Flugzeug der nächsten Generation beschreiben. Während Lockheed auf ein Design setzt, bei dem das Flugzeug schneller und weiter fliegt und ein bessere Stealthfähigkeit mitbringt als bisher, ist vor allem ein Detail interessant. Die Außenhaut soll selbstheilend sein. Wenn das F/A-XX einen Treffer abbekommt, dann soll ein Zweitkomponenten-Epoxykleber automatisch an der Stelle austreten und die Löcher verschließen.

Total neu ist das Konzept nicht. Schon im zweiten Weltkrieg gab es selbstabdichtende Treibstofftanks in Flugzeugen. Die Wikipedia schreibt dazu: „Dabei handelte es sich um eine zweilagige Gummibeschichtung im Inneren des Tanks. Die innere Schicht aus vulkanisiertem Gummi war für den Kraftstoff undurchlässig, während die zweite Schicht nicht vulkanisiert war. Wurde die undurchlässige Schicht zerstört, kam das nicht vulkanisierte Gummi mit dem Kraftstoff in Kontakt, quoll dadurch auf und verschloss die beschädigte Stelle“

Bei Lockheeds Verfahren wird vermutlich auf das Konzept gesetzt, das die Uni Illinois entwickelt hat. Dabei blutet eine Flüssigkeit in die zerstörte Oberfläche hinein. Bei einem ähnlichen Konzept der Uni Bristol aus England zerbrechen hingegen mit einem Mehrkomponentengemisch gefüllte, sehr kleine Glaskörper, deren Material dann aushärtet.

Bei Boeings Konzept, das im Bild zu sehen ist, wird auf ein Flügeldesign gesetzt, dass mit Canards arbeitet. Man bezeichnet diese Flugzeuge auch als Entenflügler. Dabei wird die Höhensteuerung alleine mit dem vorne liegenden Höhenleitwerk bewerkstelligt. Das soll die Radarsignatur deutlich verkleinern.

Das Problem: Die Navy muss erst einmal die geschätzten 40 Milliarden US-Dollar zusammen bekommen, die für das Programm benötigt werden.

[Via Flight GlobalAir & SpaceAirforce TechnologyAviation WeekOffice of Naval Research, gizmodo.com]

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