Google kauft Glasfasernetzwerk einer ganzen Stadt um $1,-

Google Personal Search

Als Google angekündigt hatte, das Glasfasernetzwerk der Stadt Provo in Utah (USA) zu übernehmen und zu betreiben, war unklar, warum die Wahl auf diese Stadt fiel. Jetzt weis man es: Google hat das gesamte Netzwerk der Stadt, dessen Errichtung 39 Millionen Dollar (knapp 30 Mio. Euro) gekostet hat, zum Preis von nur einem Dollar (76 Euro-Cent) gekauft.

Provo ist eine Stadt mit rund 115.000 Einwohnern im US-Bundesstaat Utah. Sie ist so langweilig, dass die deutsche Wikipedia-Seite als Highlight über diese Stadt nur berichten kann, dass David Hasselhoff dort mal bei einem Fest der örtlichen Uni zu Gast war. (Die englische Wiki-Seite liefert zwar deutlich mehr Infos, die aber alle noch langweiliger sind.)

Warum also startet Google sein Glasfaser-Pilot-Projekt genau dort? Ganz klar: Weil es (fast) nichts kostet. Provo schenkt Google nicht nur sein eigenes Netzwerk, sondern bezahlt auch weiterhin die Löhne und Gehälter des gesamten Netzwerk-Personals. Aber ab sofort hat Google das alleinige Recht zu bestimmen, was mit dem Netz in Zukunft weiter geschieht.

Die Stadtverwaltung muss sich um nichts mehr kümmern, und damit wird Provo auf einen Schlag alle mit dem Netz verbundenen Kosten los (mit Ausnahme der Personalkosten), die insgesamt höher als die Einnahmen waren. Das erklärt auch die Motivation der Stadtverwaltung diesen Deal einzugehen. Laut Stadtverwaltung ist das Netz selbst ganz in Ordnung, aber seine Infrastruktur ist veraltet, und es ist nun Googles Aufgabe, das alles zu erneuern.

Bis jetzt musste jeder Haushalt in Provo pro Monat 5,35 Dollar (ca. 4,10 €) für das Netz bezahlen, egal ob es benutzt wurde oder nicht. Jetzt kann man einmalig 30 Dollar (23 €) Einstiegsgebühr zahlen und bekommt dafür gratis das Basic Internet Packet von Google.

Auch interessant an diesem Deal: Google hat ein Rücktrittsrecht. Google kann der Stadt Provo das Netzwerk zurückgeben wenn Google nicht damit zufrieden ist, und Provo muss dann den vollen Kaufpreis (also 1 Dollar) rückerstatten.

[Associated Press via Gizmodo.com]

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  1. „Sie ist so langweilig, dass die deutsche Wikipedia-Seite [..]“

    Man sollte dann doch vielleicht die englische Seite zu Rate ziehen, die ist wesentlich umfangreicher. Und ganz so langweilig scheint der Standort nicht zu sein. So schreibt heise:

    Utah sei bereits Standort von hunderten Hightech-Unternehmen und -Startups, viele von ihnen seien in Provo angesiedelt. Provo befinde sich auf der Rangliste der Zuwächse an Patenten US-weit auf dem zweiten Platz. Google zeigt sich daher zuversichtlich, dass die Einwohner und Unternehmen der Stadt bereits gute Ideen hegten, was sie mit der Bandbreite von 1 GBit/s anstellen können.

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