Google sieht zunehmende Tendenz politischer Löschersuchen

Löschersuchen, via Google Transparenzbericht

Seit drei Jahren veröffentlicht Google Daten über Löschersuchen von Inhalten in der Suchmaschine. Der Internetriese fürchtet um eine Zunahme politischer Zensur. Nie häufiger als im zweiten Halbjahr 2012 hatten beispielsweise Behörden die Löschung von Regierungskritik beantragt.

2.285 Mal wurde Google in der zweiten Jahreshälfte ersucht, insgesamt 24.179 Inhalte zu löschen – rund ein Fünftel mehr als im ersten Halbjahr. In dem jährlichen Transparenzbericht hält der Konzern Anzahl und Gründe von Anträgen fest, deren Löschung oder Prüfung ersucht wurde. Der Großteil dieser Einträge behandelt Persönlichkeitsrechtsverletzungen mit 39 Prozent, dahinter „Datenschutz und Sicherheit“ mit 18 Prozent. An dritter und vierter Stelle stehen Wahlgesetz (fünf Prozent) und Regierungskritik (drei Prozent).

Auffällig waren vor allem die drastisch gestiegenen Löschersuchen aus Brasilien. Waren es im ersten Halbjahr 2012 noch weniger als 200, stiegen sie innerhalb weniger Monate auf fast 700 an. Knapp die Hälfte davon behandelten 756 Verleumdungen und verbale Angriffe von Politikern zur Kommunalwahl im Land. Google wies die Mehrheit der Ersuchen mit Hinweis auf das Recht der freien Meinungsäußerung zurück. Auch in Russland war ein signifikanter Anstieg festzustellen.

Besonderes Augenmerk lag auf Aufforderungen aus 20 Nationen, YouTube-Videos zu entfernen, die Ausschnitte aus dem Film „Innocence of Muslims“ zeigten. Obwohl sie nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstießen hat Google die Videos wegen in den Ländern geltenden Gesetzte blockiert.

[via heise.de; google-Transparenzbericht]

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  1. lächerlich -.-
    was bringt es regierungen eigentlich, kritik löschen zu lassen, wenn das volk es eh schon nicht mag? das verhindert doch nicht die verbreitung von anti staats nachrichten!

  2. Google sollte einfach mal deutlich bei gelöschten Suchergebnissen schreiben: „Google hat auf Anfrage der Regierung aus der Suche x Anfragen wegen Regierungskritik gelöscht.“ ;-)

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