Atom – Das Fahrrad-Ladegerät für eure Gadgets

1e2895fbbfb6c1a799ba61994633011d_large

Jetzt ist wieder die Zeit für ausgedehnte Radtouren gekommen und nicht wenige von euch werden sich auf Navigationsgeräte verlassen, die per GPS die Route anzeigen. Bei langen Touren geht den Geräten, vor allem wenn es Smartphones sind, schneller der Saft aus, als gewünscht. Da soll nun das Fahrradladegerät Siva Cycle Atom helfen.

Atom ist ein Kickstarter-Projekt, das die Entwicklung eines kleinen Geräts verfolgt, das man an sein Fahrrad anschließt. Damit soll mechanische Energie in elektrische umgewandelt werden, um eure Gadgets unterwegs mit Muskelkraft aufzuladen. Letztlich ist das Gerät ein Dynamo, der aber die erforderlichen Anschlüsse und die Ladelektronik bereit hält, die für USB-Geräte erforderlich ist. In der Praxis soll die Akkuladung eines iPhones pro gefahrener zwei Minuten um ein Prozent steigen.

Das sollte ausreichen, wenigstens den Akkustand zu halten, während man das Naviprogramm offen hält.

Man kann seine Geräte direkt über ein USB-Kabel aufladen oder erst einmal den abnehmbaren, 1.300 mAh-Akku aufladen, der am Atom befestigt ist. Dann kann man diesen Akku einfach als Notakku für seine Gadgets verwenden.

Atom ist ziemlich klein, soll einfach zu installieren und angeblich auch zuverlässig sein. Das Gerät ist witterungsbeständig und wiegt rund 300 Gramm. Es liefert 5 Volt bei 500 mAh und kann damit so ziemlich alles aufladen, was ein USB-Ladekabel besitzt.

b0efd83bffa4a3d52e703ba0f7da43bb

Bei der Installation glänzt Shivas Atom wirklich. Es wird einfach auf die Radachse gesteckt, der Schnellverschluss wieder geschlossen und fertig. Genau so einfach soll es sich auch entnehmen lassen. Dazu muss 20 mm Platz zwischen dem hinteren Ausfallende und den Nabenflansch (dort wo die Speichen befestigt sind) sein. Und der Nabenflansch darf nicht mehr als 7,62 cm Durchmesser aufweisen. Die Entwickler haben den Atom mit traditionellen Rädern, Tourenrädern und Rennrädern ausprobiert und sogar mit Packtaschen – bei fast allen klappte es. Wer eine Scheiben- oder Rücktrittbremse besitzt, kann das Gerät allerdings nicht installieren. Bei Scheibenbremsen sucht der Hersteller nach einer Lösung, um den Dynamo auf der anderen Seite installieren zu können.

Der Hersteller schreibt von einer Effizienz von 80 Prozent – d.h. von 20 Prozent Verlustleistung. Die Zahnradübersetzung im Inneren des Dynamos liegt bei 3:1.

Natürlich ist so ein montierter Dynamo auch für Diebe interessant. Er lässt sich genau so leicht entfernen wie das Hinterrad selbst. Es gibt allerdings auch Spannachsen mit Innensechskant oder Pitlocks, die etwas mehr Sicherheit bieten. In gefährlichen Gegenden kann man allerdings den Atom auch einfach abnehmen.

Es gibt natürlich auch andere Fahrradstromgeneratoren wie die Nabendynamos. Deren Effizienz liegt bei 65 bis 70 Prozent, sie sind allerdings deutlich teurer und erfordern einen Umbau des Rades. Zudem liefern diese Dynamos keinen Ladestrom für unsere Gadgets. Dazu wird immer noch ein Ladegerät benötigt.

da7367104c859f8ce0b4b66db11d0568

Das Kickstarter-Projekt ist erst kürzlich gestartet. Die ersten 200 Atoms sollen 85 US-Dollar kosten, dann steigt der Preis auf 95 US-Dollar. Im Einzelhandel soll der Preis dann bei 105 US-Dollar liegen. Die Komponenten werden in China und den USA hergestellt und in den USA zusammen gebaut. Die Massenproduktion soll im Oktober oder November starten, wenn das Projekt erfolgreich wird.

[Via Kickstarter, gizmodo.com]

Tags :
  1. „Es gibt natürlich auch andere Fahrradstromgeneratoren wie die Nabendynamos.“

    Richtig. Und am einem Fahrrad, das nicht als reines Sportgerät gedacht ist, ist der sowieso vorhanden – zumindest in Mitteleuropa. An einem reinen Sportgerät wiederum brauche ich nicht unbedingt elektronische Gadgets, die auf eine Stromversorgung angewiesen sind. Vor allem brauche ich an einem Sportgerät nichts, was zusätzliches Gewicht und eine permanente Verlustleistung mitbringt.

    „Deren Effizienz liegt bei 65 bis 70 Prozent,“

    Dass dieses Ding hier effizienter ist als ein normaler Nabendynamo, möchte ich erst mal sehen. Behaupten kann man viel. Speichendynamos (und entfernt erinnert dieses Ding an einen solchen) sollten auch wahnsinnig effizient sein und so. Am Ende waren sie schlimmer als Seitenläufer.

    „sie sind allerdings deutlich teurer“

    Nabendynamos gibt es von ca. 25 (Shimano DH-3N20) bis 230 € (SON in Disc-Version). Für 80 € (entspricht dem Einzelhandelspreis des „Atom“) bekommt man schon die Topmodelle von Shimano. Und damit kann man nicht nur Gadgets laden, sondern kann für eine vernünftige Beleuchtung sorgen.

    „und erfordern einen Umbau des Rades.“

    Vorderes Laufrad raus, neues Laufrad mit Nabendynamo rein, verkabeln, fertig. Der Aufwand ist nicht größer als bei diesem Teil hier. Nur Nabe (und Speichen) tauschen und das Vorderrad neu einspeichen, kommt doch für Otto Normalverbraucher eh nicht in Frage.

    „Zudem liefern diese Dynamos keinen Ladestrom für unsere Gadgets.“

    Stimmt. Das machen dann Dinger wie
    – b+m „E-Werk“
    – Tout Terrain „the plug“ – schön in die Steuersatz-Abdeckung integriert
    – b+m „Luxos U“ – Frontscheinwerfer, per Taster vom Lenker aus einschaltbar. der USB-Anschluss befindet sich am Lenkertaster
    – Axa „Luxx70 Plus“ und „Nano50 Plus“ – Frontscheinwerfer mit USB-Anschluss

    Das kostet dann zwar insgesamt mehr, bietet aber einen Mehrwert, den dieses Ding hier nicht bietet.

  2. @Dingenskirchen: Danke für den Kommentar, mein schlechtes Bauchgefühl ob der Kunststoffkonstruktion wurde bestätigt. Ich schaue mich mal bei b+m um…

  3. Eine Alternative ist, bestehende Nabendynamos zu verwenden, und da eine Powerpack/Konverterlösung dranzuhängen. Ich habe bei meinem Tourenrad den ReeCharge von BioLogic (http://www.thinkbiologic.com/products/reecharge-power-pack) drangehängt. Bei größeren Touren lade ich damit mein iPhone (nutze ich als Radnavi), es lassen sich aber auch andere Geräte dranhängen, per USB und mit anderen Ladesteckern. Das Gerät ist am Rahmen befestigt, lässt sich aber leicht entfernen und ist zudem spritzwasserdicht. Damit kann ich auch woanders meine Geräte laden (Powerpack) und eine LED-Lampe ist das ganze auch (gut fürs Zelt abends). Das Licht vom Rad geht dabei ganz normal, Stromversorgung ist ausreichend. Also Option kann man es auch einfach an der Steckdose laden und als „normales“ Powerpack nutzen. Ich habe damals 80 Euro dafür gezahlt, nutze es seit mehreren Jahren und bin damit sehr zufrieden…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising