Wie Entwickler im Jahr 1985 Code schrieben

handcode

Der Programmierer John Graham-Cumming berichtet auf seiner Website darüber, wie Codieren im Jahr 1985 ablief. Im Gegensatz zu heutigen Prorammierern, die mit einem papierdünnen Computer arbeiten, mussten die Programmierer damals per Hand codieren – auf echtem Papier.

Die Geschichte hinter dem handgeschriebenen Code ist faszinierend. Graham-Cumming wurde beauftragt, Software für eine Maschine zu entwickeln, die Etiketten auf Flaschen bringen kann. Alles musste per Hand geschrieben werden, denn es gab keine Assembler und sein KIM-1 Computer verfügte nur über eine HEX-Code-Tastatur und einen kleinen Bildschirm. Das Ganze war äußerst zeitaufwändig:

Code schreiben war natürlich eine Qual. Zunächst musste man den Code (blau) schreiben, daraus dann den Maschinencode (rot) erstellen und Speicherorte für jeden Befehl und relativen Sprung festlegen. Ich besaß damals keinen HEX-fähigen Taschenrechner, die meisten Berechnungen stellte ich darum im Kopf an. [John Graham-Cumming]

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  1. Da kann was nicht stimmen. 1985 gabs den IBM-PC schon seit 4 Jahren und damit schon DOS und mindestens edlin.
    Könnte vielleicht 1975 gemeint sein? Das wäre so die Zeit, in der ich auf Siemens ECB85 Einplatinencomputer mit Hex-Tastatur Maschinencode eingetippert habe und heilfroh war, dass ich das Ganze nicht mehr über Schalterreihen eintoggeln musste.

  2. Ich kann dem auch nicht ganz folgen, 1984 hatte ich mir den C64 gekauft und habe fleißig meine ersten Programmierergüsse produziert. Zwar ging die Konzeption auf Papier … aber Basic konnteman bequem eingeben und Assembler war auch kein großes Hexenwerk.

  3. Ach ja, Experten…… Assembler ist abhängig vom Prozessor und mit weniger als 1 kB (!) Speicher auf dem KIM-1 fehlt ein wenig Platz für den Compiler.
    Der Vorteil ist die bestmögliche Nutzung der jeweiligen Proz-Architektur ohne Abstraktionsschichten. Wie bei Programmen fürs visuelle Bauen von Webseiten wird eine Menge Müll als Overhead produziert. Aufgrund von ausreichender Rechenleistung wird darauf kein Wert mehr gelegt. Nur kann man sich ausmalen was es bedeutet, wenn Compiler neue Compiler generieren.
    Dank Assembler kann ein 64Bit-Betriebssystem mit GUI etc. durchaus in unter 900 kB (zip) untergebracht werden, wie MenuetOS zeigt.

    1. Guter Mann, wir reden hier von Maschinencode, sowas wie 3E 01 D3 F8.
      “edlin” ist ein zeilenorientierter Editor (sowas wie “vi”) – niemand musste 1985 mehr auf Papier coden, wenn er nicht wollte. Und der Olivetti M24 PC-Klon, den ich damals hatte, war auch nicht mehr so teuer wie das Original.
      Der Assembler muss nicht im Speicher des Zielsystems laufen. Der ist ja nur das Werkzeug, der Mnemonics wie MVI A,01 oder OUT F8, die, wie die Bezeichnung schon sagt, dazu da sind dass sie sich der Mensch leichter merken kann, in Maschinencode übersetzt. Den gab es aber 1985 für den IBM-PC mit seinen schier unerschöpflichen 640kB auch schon. Auch schon als Cross-Assembler für andere als Intels 80x8x CPUs (ich habe sowas damals mal als Jugend-forscht-Arbeit geschrieben, allerdings für ein /370-basiertes System, nicht fürn PC).
      Von Compiler war übrigens nirgends die Rede. Die Commodores von PET bis C64 haben die Basic-Befehle damals als Pseudo-Code abgelegt und zur Ausführungszeit gemütlich einen nach dem andrern interpretiert (bis es irgendwann später auch mal Basic-Compiler gab – aber da kam aber auch damals schon ziemlicher Müll raus).
      Ich hab das Programmieren dann später den Experten überlassen, die für Ihre Programme/Betriebssysteme, wenn sie denn zu langsam waren, einfach eine neue Hardwaregeneration eingefordert (und bekommen) haben.

  4. Das muss in den 70ger Jahren gewesen sein.. Mein Zenith 1983 ein 16Bit Z-Dos (Dos gab es damals 250 Versionen) wie Unix und ein 8Bit CPM System mit 192 MB Speicher. Natuerlich gab es Assembler, Cobol, alles was man brauchte. Samt Linker. Auf dem IBM PC 128MB und in den 2 DOS Disketten 5,25″ wwaren Assembler und Linker vorhanden. 1971 wurde bei Sie PBS Platte / Band noch gesteckt und erst ab BS1000 von der Platte gestartet. Also muss das Ganze so um Mitte 1975 stattgefunden haben, vor dem ersten Apple.

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